Schulspeisung

Juni 2016

Bericht über die Aktivitäten der Organisationen MAIA

und OSHO in Bobo Dioulasso

Die Partnerorganisation MAIA hat in den letzten Jahren ihre Aktivitäten in den Dörfern rundum Bobo Dioulasso ausgebaut. 

Es gibt jetzt auch ein Centre de Couture (Schneiderei) in Koumi, einem alten Dorf der Bobo (Ethnie im Südosten von Burkina Faso). Bis vor einigen Jahren war das Dorf einige Kilometer von der Stadt entfernt. Heute hat sich die Stadt bis dorthin ausgebreitet, viele Bauern haben ihren Grund verkauft. Der ungewohnte Reichtum ist oft schnell ausgegeben, die Felder sind aber dahin. Das bedeutet wenig Arbeit für die Männer, die oft nur als Nachtwächter eine schlecht bezahlte Stelle finden. Für die Familien bedeutet es, dass sie jetzt Hirse und Mais kaufen müssen und viel mehr Bargeld nötig haben als früher. Die Ernährungslage wird unsicherer und führt zusammen mit den oft unterbeschäftigten Männern zu vermehrter Gewalt in den Familien. 

In dem Centre de Couture werden junge Frauen zur Schneiderin ausgebildet. Mit einer Nähmaschine können sie dann neben ihrer Hausarbeit Geld für sich und ihre Familie verdienen. 

Neben Bobo Dioulasso und Koumi sind in den letzten Jahren noch Schneiderateliers in Yeriwal und in einem weiteren Dorf entstanden. 

Weiterhin werden in vielen Dörfern Workshops zu den Themen SEXUALITÄT UND FAMILIENPLANUNG , ERBRECHT (nach dem Gesetz sind Frauen, die eine standesamtliche Ehe geschlossen haben, erbberechtigt) und FRAUENGESUNDHEIT organisiert. 

2015 war ein großes Jahr für MAIA. Im März 2015 haben wir den 1. Preis des WETTBEWERBS DER FRAUENORGANISATIONEN IN BURKINA FASO erhalten. BARAMOUSSO - auf Dioula bedeutet das DIE ARBEIT DER FRAUEN unter diesem Titel war der Wettbewerb ausgeschrieben worden. Dieser wurde von der ONATEL , der burkinischen TELEKOM, gestiftet. 

In der Laudatio wurde auf den jahrzehntelangen Einsatz von MAIA für die Rechte von Mädchen und Frauen hingewiesen. 

Begonnen hatte die Arbeit von MAIA Ende der 80er Jahre mit der Verbesserung der Situation von Schülerinnen am Gymnasium OUEZZIN COULIBALY in Bobo Dioulasso. Viel mehr weibliche als männliche Schüler brachen damals die Schule ab. Maia untersuchte die Hintergründe und begann - u.a. durch Aufklärung und finanzielle Hilfen - die Lebenssituation der Schülerinnen zu verbessern. 

Heute erreichen ihre Aktivitäten, die hauptsächlich aus SCHULUNG UND AUFKLÄRUNG VON FRAUEN UND MÄDCHEN, AUSBILDUNGs-ZENTREN ZUR SCHNEIDERIN in der Stadt und auf dem Land, UNTERSTÜTZUNG BEIM AUFBAU EIGENER UNTERNEHMEN durch wirtschaftliche Schulung von Frauen und die Schenkung von Getreidemühlen und anderen Arbeitsgeräten bestehen, jedes Jahr Hunderte Mädchen und Frauen. 

Die Vergabe des Preises BARAMOUSSO erfolgte in Ouagadougou. 

Das Preisgeld betrug 5 Millionen FCFA. Das sind ungefähr 7 500 Euro. 

Dieses wurde für die folgenden Projekte ausgegeben: 

- Eine neue Schneiderwerkstatt in Nouroudara für 15 Mädchen und 2 Jungen. 

- Anmietung eines Ladens für die Foulbe-Frauen in Bama, Schenkung eines Kühlschranks und anderem Material für den Milchverkauf. 

- Elektrifizierung des Gesundheitszentrums im Logofourousso und Schenkung von Material, u.a. eine Liege für die Geburtsstation.


Leider wurde die Freude bald getrübt durch eine hohe Geldforderung. Im Mai flatterte MAIA ein Schuldenbrief über 3 700 000 FCFA ( circa 5500 Euro) von der Caisse Nationale de Securité habe jahrelang für ihre Beschäftigten keine Sozialabgaben bezahlt. Nun müsse sie diese nachzahlen und eine Strafe dazu. 

Die Präsidentin Aminata Diallo, und ihre Kolleginnen waren ziemlich verzweifelt, da diese Summe für die Organisation, die ja von den Spenden aus Europa lebt und kein Eigenkapital hat, enorm hoch ist.

Ausserdem ging die Überprüfung auf eine Beschwerde aus ihren eigenen Reihen zurück. Maia hatte seit 2011 Sozialabgaben bezahlt, vorher aber nicht.

Deshalb wurden von LHL durch Spenden von Freunden 3 000 Euro für die Bezahlung der Strafe an MAIA überwiesen. Ein anderer Teil wurde durch das erhaltene Preisgeld finanziert.

Weitere finanzielle Hilfen von LHL gingen, wie jedes Jahr, an die Schule in im Dorf Logofourosso , wo 2015 alle 400 Schüler und Schülerinnen der 6 klassigen Grundschule vier Mal in der Woche ein Mittagessen erhalten haben. (siehe Photos unten)

 

2 000 Euro wurden für eine Schulung zum Thema DIABETES und eine andere GEWALT GEGEN FRAUEN UND WIE KÖNNEN WIR UNS DAVOR SCHÜTZEN, an denen jeweils rund 60 Frauen und auch einige Männer teilgenommen haben, ausgegeben.

1900 Euro wurden für die Unterstützung von 8 Schülerinnen und einem arbeitssuchenden Universitätsabsolventen durch die Organisation OSHO, der Karidia Sanou vorsteht, bereit gestellt.

Im Jahr 2016 will MAIA in der Stadt und auf dem Land ihre Aktivitäten weiterführen. Viele Frauen wünschen sich einen Alphabetisierungskurs.

Zur Zeit sind 2 Kurse geplant. Einer in der Stadt und einer in Koumi.

Monika Hermann-Sanou


Schulspeisung:


Die Vorbereitung...

Das Essen ist fertig...

Essenausgabe beginnt...

Guten Appetit!



2013

Schulspeisung erhöht Leistungsfähigkeit der

Grundschüler signifikant!

In Logofourousso bei Bobo Dioulasso fördert LHL eine Grundschule mit zur Zeit um die 400 Kinder. Alle diese Kinder bekommen täglich ein Essen. Die Schule hat früher versucht, dafür von den Eltern einen kleinen Kostenbeitrag zu erheben, aber das hatte zur Folge, dass nur die Kinder ein Essen bekamen, deren Eltern zahlten. Wenn andere zuschauen müssen.... das geht nicht....! So haben wir uns entschlossen, allen Kindern eine Mahlzeit zu geben. Der Stadt gibt in der ersten Jahreshälfte sogar etwas dazu – Sachwerte, z.B. 500 kg Reis oder Öl....


Wie in vielen Orten in Burkina Faso und vielen anderen afrikanischen Ländern wird am Tag nur einmal gegessen – meist abends.

Dass die Kinder nur in der Schule ein Essen bekommen hatte eine Sofortwirkung: Ihre schulischen Leistungen haben sich signifikant erhöht und dadurch kamen viel mehr Kinder regelmäßig zur Schule. Einige Kinder werden durch das Projekt auch beim Schulmaterial und dem Schulgeld unterstützt. Das sind meist vater- und/oder mutterlose Kinder . Das Schulgeld in der Grundschule ist allerdings minimal.


Unsere Partnerorganisation „Association des mères d'élèves“ (Organisation der Mütter der Schüler) hat einen Schulgarten angelegt, den sie zusammen mit Schülern und Lehrern pflegt. Hier sind einige Photos zu sehen.

  (LHL-Mitglied Monika Sanou)