Togo 2015


April 2015

Die Solarlampen von Villageboom sind endlich in Togo

angekommen!


In Mai 2014 wurde das Solarlampenprojekt von LHL, der Französischen Schule in Düsseldorf und unseren Partnern von ADICH in Togo von „Wähl-dein-Klima“ prämiert.

Mit dem Startkapital von 5000 € konnten wir 400 Lampen bei Villageboom kaufen und nach Lomé (Hauptstadt von Togo, ca. 160 km von Atakpamé entfernt) liefern lassen. Die Verfrachtung der Lampen nach Togo wurde von der Firma Villageboom organisiert. Die Lampen sind am 6. Januar in Atakpamé eingetroffen.

Die Firma Villageboom hat uns Ersatzteile (Akkus etc.) zur Verfügung gestellt.

Da unser Projekt nachhaltig sein soll und da wir möchten, dass möglichst viele Familien eine Lampe besitzen, verkauft Adich diese Lampen vor Ort per Ratenzahlung.

Die meisten Familien, die heute Petroleum-Lampen verwenden, können den Kaufpreis für die Solarlampe von circa 15 € nicht auf einmal bezahlen, wohl aber in mehreren Raten. Mit Bezahlung der ersten Rate erhalten die Käufer eine Solarlampe und brauchen ihre alte Petroleumlampe nicht mehr zu benutzen. Dabei entstehen sofort CO2- und Geld Einsparungen. Mit dem eingesparten Geld können die Familien leichter die nächsten Monatsraten zahlen. Nach Bezahlung der letzten Rate gehört die Lampe der Familie.

Unser Partnerverein Adich kann dann mit dem ursprünglichen Startkapital 400 weitere Lampen für weitere Familien bestellen. So kann das Projekt weiter fortgesetzt werden. Damit ist die Nachhaltigkeit unseres Projektes gesichert.

Der Vertrieb erfolgt durch Koffi, Mitglied von Adich und durch unsere zwei Weltwärts Freiwilligen Darius und Ana.

Die Solarlampen treffen auf eine große Akzeptanz bei der dörflichen Bevölkerung, für die sie ausschließlich bestimmt sind. Sie erhöhen die Lebensqualität der Dorfbewohner: abends kann die Familie sich um eine umweltfreundliche, preiswerte und sehr gute Lichtquelle herum treffen, die Kinder können ihre Schulaufgaben machen, die Eltern kleine Artikel herstellen, die sie auf dem Markt verkaufen können: Fächer und Körbe flechten, Perlen einfädeln, Kleider nähen…

Außerdem müssen sich die Frauen und Kinder nicht mehr im Dunkeln bewegen.

Hier möchten wir unseren Dank an Wähl-dein-Klima und Villageboom ausdrücken. Unsere Zusammenarbeit wurde von Erfolg gekrönt.

Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden!



März 2015

Unser Projekt ELAGNON hat begonnen!


Elagnon bedeutet in der Houdou- Sprache „Hoffnung“. LHL und unsere Partnerorganisation ADICH haben sich zusammen getan, um die Lebensbedingungen der Houdou Gemeinden zu verbessern.

Das Projekt hat im Dezember 2014 mit einer großen Feier angefangen. Hier ist der Link von Grandogounews in Togo und zur Facebookseite von ADICH


Der erste Teil des Projektes besteht aus viel Sensibilisierung, Information und Ausbildung.

Das erste Seminar fand im Februar 2015 statt: Bauern und Vertreter aus 17 Dörfern trafen sich und lernten zwei Tage lang, wie man Kompost herstellt. Kompost bereichert den Boden, aber diese Technik ist weitgehend unbekannt in Togo. Das Seminar wurde von Uschi Nica gehalten, Agronomin aus Deutschland.


Bauern mit unseren Weltwärts-Freiwilligen Darius und Ana



Unser erster Komposthaufen....

Dann wurden 10 Lehrer zwei Wochen lang ausgebildet. Sie werden die Alphabetisierungskurse leiten und ungefähr 150 Frauen und ein paar Männern Lesen, Schreiben, Rechnen und die französische Sprache beibringen. Diese Kurse sind kostenlos, aber Pflicht für die Frauen, die einen Mikrokredit erhalten wollen.

Wir haben drei Gruppen besucht und festgestellt, wie stolz die Frauen sind, endlich unterrichtet zu werden. Die meisten von ihnen haben die Schule kaum oder nicht besucht.


Talo Gbomaho


Klala

Unser Projekt schafft neue Arbeitsplätze, vor allem für junge Leute: 10 Schlosser und 10 Baumschulgärtner wurden mit zwei Seminaren im März 2015 ausgebildet. Die Schlosser sind 10 junge Männer aus 10 Dörfern, sie werden Pyrolyseöfen bauen und verbreiten. Diese Öfen verbrauchen kaum oder gar kein Holz und produzieren Biokohle, die dem Kompost beigefügt wird. ADICH hat diese Öfen schon in verschiedenen Dörfern vorgestellt und die Frauen für diese sparsame Alternative sensibilisiert. Grégoire ist der „Schlossermeister“, der die 10 Junge Männer ausbildet. Diese Gruppe erhält einen Mikrokredit und Blech, um die ersten Öfen zu bauen.



Grégoire


Kokou in Klala

Eine weitere Gruppe kümmert sich um das Säen und Pflanzen von zahlreichen Bäumen, rund um die Dörfer und auf brachliegenden Feldern. Diese Bäume werden zusammen mit Gemüse, Yams, Mais und Süßkartoffeln wachsen. Diese Technik heißt Agro-Forstwirtschaft und ist vielversprechend. Die Bäume werden auch die Dörfer vor Wind und Sturm schützen und Obst und Holz liefern. Nur so werden die Wälder geschützt und gerettet. Kinder werden in die Pflanzaktion eingebunden.



Zehn Frauengruppen werden bald Mikrokredite erhalten. Sie müssen aber bestimmte Auflagen erfüllen: die Gruppe muss seit mindestens sechs Monaten bestehen, 15% der Summe muss als Garantie angespart werden, ein Konto muss geöffnet werden, die Technik des Kompostierens muss mit Erfolg im Dorf eingesetzt werden. Diese 10 Gruppen werden mit Engagement und Mut von Beauty und Eben-Ezer betreut und ermutigt. Die Frauen können mit dem Geld ihre Geschäfte besser finanzieren und, wenn sie das Geld korrekt zurückzahlen, erhalten sie denselben Mikrokredit bis zu dreimal. Beauty ist die Projektleiterin von ELAGNON.


Frauengruppe von Gbécon
Eben-Ezer, Chantal Kloecker und Beauty

Im Juli werden wir mit 6 Personen nach Togo fliegen: Herr Fetzner, Ofenbauer und Forscher, vier Studenten aus der Ecole Centrale Nantes und im Rahmen von „Ingénieurs sans frontières“ (Ingenieure ohne Grenzen) und Frau Kloecker werden sich mit dem Thema „Pyrolyseöfen und Basic-Kocher“ auseinandersetzen. Das Projekt der Studenten heißt „CAP au Togo“, sie werden eine Machbarkeitsstudie machen und mit gleichaltrigen Togolesern und den Schlossern den perfekten Pyrolyseofen bauen.


Richard Fetzner präsentiert den Pyrolysekocher (links). Die französischen Studenten Cora, Renaud, Lois und Nicolas bei einem Seminar in Düśseldorf bei klirrender Kälte im Januar 2015.