5. Togo

Unsere neue SEPA-Kontennummer für Togospenden bei der Volksbank Vechta:

BIC-Nummer: GENO DE F1 VEC

IBAN: DE05 2806 4179 0135 875809


Juni 2016

 Bingo-Umweltstiftung hilft LHL bei

Verbreitung umweltfreundlicher Kochtechnik

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung hat LHL einen Zuschuss in Höhe von 3.750 Euro bewilligt, damit unser Partner in Togo für 210 Frauen Holzgaskocher zu einem für sie verkraftbaren Anzahlungspreis von 10 Euro zur Verfügung stellen kann. Die Kocher kosten allerdings insgesamt 22,68 Euro. Die Frauen werden 12 Monate lang jeweils etwas über 1 Euro in Raten zurückzahlen. Mit den Ratenzahlungen können weitere Kocher für 10 Euro bereitgestellt werden. Durch den Bingo-Zuschuss ist die Vorfinanzierung des Projektes möglich.

Das Projekt ist gut vorbereitet: Handwerker sind ausgebildet in der lokalen Herstellung von Pyrolysekochern. Im Februar wurde die Vermarktung vorbereitet. Das Interesse ist sehr groß, aber der Preis von 22,68 Euro ist zu hoch. Durch den Bingo-Zuschuss kann ein Ratenzahlungsprojekt daraus werden und als Mikrokredit kann dieser Fonds, der theoretisch nach einem Jahr mindestens einen Bestand von 22,68 x 210 = 4.762,80 Euro hat immer wieder neue Öfen vorfinanzieren. Die Bingo-Stiftung legt Wert darauf, dass dieser Fonds separat verwaltet wird. Wir alle sind gespannt darauf, ob das Konzept funktioniert: Wird dies der Anfang einer Massenproduktion von Holzgasöfen in Togo sein? 


Februar 2016


FRAUEN HELFEN


FRAUEN IN TOGO


und retten dabei Bäume


Bericht über die  von ENGAGEMENT GLOBAL NRW geförderte Maßnahme

(Februar 2016- Atakpamé / TOGO)


Welche ist die Ausgangssituation?

Wer sind die Partner?

Welche gemeinsamen Ziele verfolgen sie?

Lernen-Helfen-Leben e.V.“ unterhält seit 2009 eine Partnerschaft mit der Assoziation ADICH („Association pour le Développement Intégral de la Communauté Houdou“) in und um der Stadt Atakpamé in Togo.

Unsere gemeinsame Bemühungen betreffen die Globalität der Probleme der Region um Atakpamé, mit Schwerpunkten: Sensibilisierung der Bevölkerung (darunter die Schüler) für die Wichtigkeit der Bäume, großflächige Wiederaufforstungsmaßnahmen und Einführung von Holzgaskochern und einer neuer Energiequelle: die Biomasse. In diesem Rahmen flogen im juli 2015 vier Studenten aus der Ecole Centrale Nantes im Rahmen von „Ingenieure ohne Grenzen/ Frankreich“ und Herr Fetzner, Ingenieur in Ruhestand, mit SES, nach Atakpame und bauten zusammen mit den örtlichen Schlossern unseren 1. Pyrolysekocher, auch Holzgaskocher genannt. Der Prototyp steht in der Deutschen Botschaft in Lomé.

Unsere langjährige Zusammenarbeit trägt also jetzt ihre Früchte: in den letzten 6 Monaten arbeiteten 10 junge Schlosser aus 10 Dörfern um Atakpame an die Verbesserung des im Juli 2015 zusammenentwickelten Holzgaskochers, und passten ihn an die Wünsche der Frauen an. So entstand der ADICH-Kocher! Davon wurden 20 Stück gebaut, die mittlerweile in 17 Dörfern verteilt wurden unter der Leitung von jeweils 2 von ADICH ausgebildeten Multiplikatorinnen.

Im Februar 2016 nahm Frau Kloecker über die Einführung dieses Holzgaskochers und der Pressen für Biomasse in Atakpame teil. Diese Maßnahme wurde von Engagement Global gefördert. Verschiedene Brennmateriale wurden getestet: Ölpalmhülsen, Miscanthus und eine von den örtlichen Frauen entwickelte Biomasse… und wir kamen zu dem Schluss:

Holz und Holzkohle werden überhaupt nicht mehr gebraucht.

Das ist eine gute Nachricht für die Bäume!

Die Situation in und um Atakpame ist kritisch: die Entwaldung ist sehr stark, die letzten Bäume werden gefällt. ...

und die Frauen kochen weiterhin auf 3 Steinen.

Unsere Lösung: der Holzgaskocher mit Biomasse

So funktioniert der Holzgaskocher von Grégoire und seines Teams: eine doppelte Luftzirkulation, mit Primär- und sekundär Luft, Verbrauch von Biomasse, eine regelbare Luftzufuhr, ein trichterförmiger Aufsatz, der wunderbar an die örtlichen Töpfe angepasst ist.

Die Bedienung ist sehr einfach, es gibt kaum Rauch und die Flamme brennt regelmäßig und stark.

Dieser Kocher wird in der Werkstatt von Grégoire in Atakpame hergestellt und am Rand einer stark befahrenen Straße ausgestellt.

Im Februar 2016 wurde dieser Kocher in Togo im Radio, im Staatsfernsehen und in der Nationalpresse vorgestellt.



Die Vorbereitungsphase

3 Tage lang wurden die 3 Holzgaskocher ausprobiert, die Grégoire und sein Schlosserteam hergestellt hatte. Alle Mitglieder von Adich ( 10 bis 15 Personen) haben daran teilgenommen.

Mit den Frauen von Adich wurden verschiedene Mischungen von Biomasse getestet. Schließlich kamen sie zu dem Schluss, dass Ölpalmenhülsen, Sägemehl, Anzündmaterial und Palmölresten…

mit Maniokstärke gebunden werden können…

und dass daraus ein wunderbares Brennmaterial entsteht: billig, überall verfügbar und sehr effizient. Sie werden „tourteaux“ (=Briketts) genannt.

Dies bedeutet auch, dass Frauen und Kinder nicht mehr kilometerweit laufen müssen, um Brennholz zu holen.

DIE AUSBILDUNG DER MULTIPLIKATORINNEN

Diese neue Energiequelle wurde den 34 Multiplikatorinnen vorgestellt: Jede kam in ihren schönsten Kleidern, da dieser Moment sehr wichtig war, das wussten sie schon!

Nach dem Gebet wurde von Tata Beauty und Massan das System der Pyrolyse erklärt.

Jede Frau hat Brennmaterial aus ihrem Dorf mitgebracht; sehr bald stellten wir fest, dass manche Dörfer kein Holz benutzen… weil es keine Bäume mehr gibt. Die Frauen verbrennen Maisstängel, aberntete Maiskolben… und sogar Plastiktüten!

Jeder Frauengruppe wurden 1,5 kg Reis, Fleisch und Zutaten für die Sauce zur Verfügung gestellt.

Mit den Frauen wurde dann gekocht, und schließlich gemeinsam gegessen.


Ein typisches Mittagessen aus Togo: Reis, mit Erdnuss Sauce und Ziegenfleisch:


Die 34 Multiplikatorinnen waren sehr zufrieden mit den Kochern und nahmen je einen nach Hause mit.

DIE SENSIBILISIERUNGSKAMPAGNE IN 17 DÖRFERN

Drei Tage lang haben die Mitglieder von ADICH (in 2 Teams) 17 Dörfer besucht und dort die Frauen und die jeweiligen 2 Multiplikatorinnen besucht. Überall wurde gekocht und gemeinsam gegessen.


Die Sensibilisierungskampagne von Adich fand eine riesige Resonanz: zwischen 50 und 100 Menschen warteten auf uns in jedem der 17 Dörfern.

Der Seminar „Frauen helfen Frauen“ war ein richtiger Erfolg: das Radio und die nationale Presse berichteten darüber, Frauen berichten untereinander von dem praktischen kleinen Holzgaskocher

Bemerkenswert war auch die gute Zusammenarbeit der Mitglieder von ADICH. Jeder hat seine alltäglichen Tätigkeiten liegenlassen, um sich dem Seminar zu widmen. Dies war für uns ein sehr schönes Erlebnis.

Und was uns noch mehr freut: Die Frauen sind begeistert von dem Kocher.

Dies bedeutet einen richtigen Durchbruch, da die Holzgaskocher bald mit Isolierkörben kombiniert werden. Es ist wichtig und beruhigend zu sehen, wie ein Umdenken und ein Gewohnheitswechsel am Tage sind.

Von Biomasse wurde auch berichtet, aber wir wollen dies bei einer anderen Gelegenheit thematisieren. Die Biomasse bedeutet einen enormen Fortschritt, deswegen muss der Übergang zu dieser neuen Energiequelle sorgfältig bedacht werden. Also wollen die Frauen von ADICH und die Multiplikatorinnen weiter forschen, um die beste Biomasse für die Dörfer herzustellen.

Was nun?

Nun gute Ideen müssen auch bezahlbar sein… und die einzige Frage der Frauen betraf den Preis…

Ça coûte combien?“ (Wieviel kostet das?)

Leider können Grégoire und sein Team den Kocher nicht unter 15 000 FCFA, also fast 23 Euros anbieten. Dies ist vielleicht für manche Stadtfrauen bezahlbar, aber ganz bestimmt nicht für die Landbevölkerung!

Deswegen überlegen wir mit unseren Partnern, wie wir den Vertrieb der Kocher ankurbeln können. Unser Plan ist, die ersten 421 Kocher zu einem günstigen Preis anzubieten. Danach, wenn die Nachfrage groß wird, können die Kocher zum normalen Preis in Ratenzahlung bezahlt werden. Nur so kann das Projekt nachhaltig sein.