4. Madagaskar

Die neue SEPA-Kontennummer für Madagaskar-Spenden:

BIC-Nummer: GENO DE F1 VEC

IBAN: DE86 2806 4179 0135 875806


Madagaskartag

 

Seit Oktober 2016 sind sie wieder zurück aus

Madagaskar, die Zivilisation hat sie wieder und jetzt

wollen sie darüber berichten über das was sie gesehen

haben und was die 12-köpfige Reisegruppe besonders

beeindruckt hat:

 

Am 1. April 2017 ab 14 Uhr im Naturgut Ophoven

in Leverkusen.

 

Geboten werden Getränke aus Madagaskar und

Snacks, in den Räumen der Burg werden Artefakte

ausgestellt, ein Film wird im Stundenrythmus gezeigt,

Bilder hängen dauerhaft und im Rahmen der

Begrüßung erfahren Sie auch etwas über 

abgeschlossene und neue Projekte. Und schließlich

wollen wir gegen 16 Uhr mit den madagassischen

Studenten ein Skype-Telefonat führen.

Im Burghof demonstrieren wir den neuen Madagaskar-

Kocher - äußerst sparsam und sauber in der

Verbrennung.

Das Team freut sich über Ihren Besuch.

Bernd Blaschke





Februar 2017





Unser langjähriger Partner Romain Rabearisoa (Vorsitzender von Tea Longo in Madagaskar) ist wieder in Deutschland und möchte Ihnen - zusammen mit  Bernd Blaschke (Sprecher  der Ökumenischen Umweltgruppe)  - seine Heimat und unsere Entwicklungsprojekte  in Andalamengoke vorstellen. Seit 13 Jahren erlebt das kleine Dorf eine besondere Entwicklung: dies hat bereits zum zweiten Mal eine  Gruppe von 12 Studenten zu einem 6-wöchigen  Arbeitsbesuch bewogen, auch darüber werden wir berichten. Co-Referentin ist Annemarie Bruns, eine Reiseteilnehmerin und Tamara Dey moderiert die Veranstaltung.

Donnerstag, den 09.03.2017, 19.30 (Achtung: Terminänderung)

Der Vortrag findet im Pestalozzi-Gemeindehaus
(Matthäi-Gemeindehaus)
statt in 40239 Düsseldorf



Oktober 2016

Zurück aus Madagaskar

Letzte Nachricht aus Madagaskar: Die beiden Reisegruppen, die für sechs Wochen unser kleines Dorf im Süden Madagaskar besucht haben, sind wohlbehalten zurückgekehrt.




Bild: Abflug vom Düsseldorfer Flughafen

Die Reise verlief weitgehend problemlos, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten wie Reifenpanne auf der Hinfahrt schon nach ein paar Kilometer hinter Antananarivo, so dass die Weiterfahrt sich bis in die Nacht hinzog. In vier Wochen werden wir uns im Naturgut Ophoven in Leverkusen zu einem ersten Austausch treffen. Besonders interessant war das Zusammentreffen mit den madagassischen Studenten, wobei wir auf zwei Generationen gestoßen sind: Noch-Studenten, die an der Universität Fianarantsoa mit ihrem Studium beschäftigt sind und fertige Studenten, die bereits einen Job haben und die den Arbeitsalltag zu spüren bekommen, d.h. nur noch wenig Zeit für Nebentätigkeiten aufbringen können.
Interesse an einer Zusammenarbeit hat auch die Universität Fianarantsoa selbst geäußert, und es überrascht nicht, wenn sie den Wunsch nach Unterstützung auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien ausspricht. Hier gäbe es ein großes Potential, beginnend mit einer Sommerschool und über Einrichtung von Praktikumsplätzen bis hin zum Austausch von Studenten und Professoren. Ein völlig neues Gebiet wäre die Ausbildung junger Solarhandwerker, evtl.  in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer.
 


September 2016


Gute Nachricht aus dem BMZ: unser Antrag wurde genehmigt


Wir sind glücklich mitteilen zu können, dass unser Antrag auf finanzielle Unterstützung für unser Dorfentwicklungsprojekt ohne Abstriche genehmigt wurde und seit dem 1. Oktober begonnen hat. In diesem Jahr ist der Bau eines kleinen Büros mit angeschlossenem Lagerschuppen geplant. Errichtet wird das Gebäude auf der Ecolodge unseres Partners, dort wird uns ein kleines  Stück Land für die Baumschule überlassen. Nun haben wir bis Ende 2019 Zeit unsere Pläne umzusetzen und wir werden hier regelmäßig darüber berichten.


Mai 2016


Dorfentwicklung in Madagaskar - ein neues Projekt

Die Kurzbeschreibung und das Projektziel sind im Antrag an das BMZ wie folgt beschrieben:

Kurzbeschreibung

Die Insel Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Laut dem Human Development Report der Vereinten Nationen von 2015 wird Madagaskar derzeit – und in ähnlicher Weise wie seit Jahrzehnten – auf Rang 154 (von 188 Ländern) eingestuft. Das Bruttosozialprodukt der Bevölkerung von ca. 23 Millionen wurde von der gleichen Quelle auf 453 $/Kopf geschätzt (Deutschland zum Vergleich: 47.774 $/Kopf im Jahre 2014), mit sinkenden Tendenzen. 93% der Bevölkerung arbeiten für weniger als 2$/Tag, so dass es nicht verwundert, dass auch mehr als 22% der 5 bis 14jährigen Kindern arbeiten müssen. Annährend 50% der unter fünfjährigen leiden unter Mangelernährung.

Für den Süden Madagaskars treffen diese skizzierten, durchschnittlich bereits sehr belastenden Aspekte in einem nochmals erhöhten Maße zu. Durch lang anhaltende Trockenzeiten ist Wassermangel ein zentrales Thema, mit enormen Folgeproblemen für die Landwirtschaft und die menschliche Gesundheit. Darüber hinaus ist diese Region vergleichsweise isoliert. In den vergangenen Jahren war die Situation teilweise derartig katastrophal, dass die relativ wohlhabende Bevölkerung im Zentrum und Nordosten Madagaskars Sammelaktionen in Zeiten besonderer Engpässe startete. Die Bevölkerung ist vielfach abgeschnitten und ist sich weitgehend selbst überlassen.

Im Fokus des Projekts steht dabei das Dorf Andalamengoke im südwestlichen Madagaskar, gelegen an der einzigen Straßenverbindung zwischen der Hauptstadt Antananarivo und der Hafenstadt Tuléar sowie am Rande des Nationalparks (NP) Zombitse. Entsprechend der aufgezeigten problematischen Gesamtsituation zielt das Projekt darauf ab, die basalen Lebensbedingungen der Einwohner zu verbessern.  Auf den Grundlagen einer bereits ca. 10 Jahre dauernden Zusammen­arbeit sollen im Rahmen der ruralen Entwicklung unter dem Stichwort „Dorfentwicklung“ jetzt ein Bündel aufeinander abgestimmter Maßnahmen realisiert werden: Im Mittelpunkt steht dabei die Verbesserung kleinbäuerlicher Methoden mit dem Ziel, die Gesundheit der Bevölkerung zu sichern und zu verbessern. Durch verschiedene Maßnahmen z.B. Bodenverbesserung, dem Anbau von Mischkulturen, der Diversifizierung von Nutzpflanzen, und der Optimierung des Wasserverbrauchs, die beispielhaft auf einer 3 – 4 ha großen Musterfläche erprobt und erlernt werden, kann die autonome Versorgung gestärkt werden. Der erwartete Produktüberschuss, wird – bei ausreichenden Erträgen - über das Dorf hinaus verkauft, teils auch weiterverarbeitet (z.B. zu Saft und Marmeladen) und verbessert dadurch die wirtschaftlich-finanziellen Möglichkeiten der Dorfbevölkerung.

Im Rahmen dieses Projektes werden außerdem speziell Maßnahmen zur Förderung von Frauen durchgeführt, mit dem Ziel, deren Autonomie und Eigenständigkeit im dörflichen Kontext zu stärken (z.B. durch Vorträge zur Familienplanung und Genderfragen). In Zusammenarbeit mit dem NP Zombitse soll weiterhin eine ca. 10 ha große Pufferzone innerhalb des NP aufgeforstet werden, als beispielhafter Beitrag zur Verbesserung lokaler Nachhaltigkeit und um Möglichkeiten der kontrollierten legalen Holzentnahme für den Eigenbedarf zu schaffen (z.B. Bauholz).

Alle diese Maßnahmen stehen unter dem langfristigen Leitziel der allmählichen Entwicklung des Dorfes hin zu einem Umwelt- und Bildungszentrum im Kontext des Zombitse Nationalparks mit dem langfristigen Potential, die Attraktivität des Dorfes, z.B. für Touristen zu erhöhen (sanfter Ökotourismus).


Projektziel

Das zentrale Projektziel ist es, Armut und Hunger der Dorfbevölkerung von Andalamengoke zu reduzieren, die gesundheitliche Situation durch einerseits Ernährungssicherheit und andererseits Ernährungsvielfalt zu stärken und durch weitere Maßnahmen zugleich die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Dies wird durch die Steigerung und Stabilisierung der landwirtschaftlichen Erträge (z.B. durch Kompostierung und Agroforestry), kombiniert mit Diversifizierung durch Anbau von bislang wenig verwendeter Nutzpflanzen (Gemüse wie Bohnen, Linsen, Tomaten, Moringa und Fruchtpflanzen wie Papaya und Granatapfel) und ergänzt mit neuen Vermarktungsmethoden (z.B. Saftproduktion) erreicht. Eine drei bis vier Hektar große im Privatbesitz befindliche Musterfläche erlaubt es, die neuen Methoden beispielhaft vorzuführen und zu erlernen



März 2016


                Mit Frauenpower nach Madagaskar

Nach der erfolgreichen Reise in 2014 wird auch in diesem Jahr eine Gruppe junger Erwachsener Madagaskar erleben und einen Großteil der Zeit im Süden der Insel auf Romains Ecolodge verbringen. Den 12 Teilnehmern, davon 9 Frauen, steht ein umfangreiches Programm bevor, aber natürlich nehmen wir uns Zeit, auch das Land kennen zu lernen. Das passiert schon hier in Deutschland, denn auf den Vorbereitungstreffen. die im Naturgut Ophoven stattfinden, tasten wir uns an dieses unbekannte Land heran. Los geht es im August, und in der ersten Woche wird die Gruppe auf ihrer Hinfahrt sich Zeit nehmen und mehrere Stopps einlegen, den längsten in Fianarantsoa. Hier treffen sie auf die madagassischen Kommilitonen, besuchen einen echten Tropenregenwald und statten der Universität einen Besuch ab, denn hier ist eine neue interessante Partnerschaft geplant.


Bild:
Teilnehmer der Madagaskarreise 2016


Gemeinsam geht es weiter Richtung Süden und nach der ersten Woche ist das Ziel erreicht: Andalamengoke, ein kleines Straßendorf, im Südwesten gelegen, 150 km vor der Küste. Die nächsten vier Wochen ist das das Arbeits­programm: der Brunnen (Programmauftrag: Solarpumpe einbauen, Hochtank errichten und Wasserleitung zur Schule verlegen), die Schule (Programmauftrag Schultoiletten reparieren), die Frauen des Dorfes (Programm­auftrag: gemeinsam Gras mähen und zu Biobriketts verarbeiten und damit die neuen Kocher testen) und schließlich an der neuen Schulbücherei eine Antenne anbringen, um den Handyempfang zu verbessern. Daneben die üblichen Arbeiten, die jeder Selbstver­sorger aus der JH kennt: Mahlzeiten zubereiten, Tisch decken, abräumen und abwaschen, und ganz wichtig Wasser holen (100 l für die Küche und 10 l erhält jeder für seinen privaten Bedarf). An den Wochenenden Einkaufen in der nahen Kreisstadt, Badeausflug nach Tulear ans Meer, Besuch des Trockenurwaldes im benachbarten Zombitse Nationalpark (mit
Lemurenfütterung) und in der Zwischenzeit Computerkurse mit den Jugendlichen aus dem Dorf und jede Menge Spiele mit den Kindern des Dorfes.

Nach der 5. Woche ist es Zeit die Rückfahrt anzutreten, erster Stopp im Isalo-Nationalpark, Relaxen und Baden im Gebirgssee, Weiterfahrt nach Fianarantsoa, Verabschiedung von den madagassischen Freunden und als letzter Höhepunkt Sightseeing in der Hauptstadt Antananarivo. Spätestens dann registrieren die Teilnehmer, dass sie 6 Wochen ohne Uhr, ohne Zeitung, ohne Fernsehen und ohne Internet verbracht haben und werden zu der Erkenntnis kommen: es geht auch ganz gut ohne.

Bild: Letztes Treffen auf dem Naturgut Ophoven

Bernd Blaschke



März 2016


Abschlussbericht Schulbücherei und Lehrerwohnung in Madagaskar


In 2014 haben wir einen Projektantrag gestellt, worin zwei Vorhaben beschrieben wurden: Erstens der Bau einer Schulbücherei (um langfristig die Lesekompetenz der Schüler und darüber hinaus die Allgemeinbildung der Erwachsenen zu verbessern), zweitens der Bau von zwei Lehrerdienstwohnungen, um langfristig die Präsenz von Lehrern vor Ort zu erhöhen.

Die Bauarbeiten starteten Mitte 2014 mit dem Bau der Schulbücherei und ich hatte das Vergnügen, im Oktober selbst Hand anlegen zu können, zusammen mit den deutschen und madagassischen Studenten. Während unseres dreiwöchigen Aufenthaltes konnten die Bauarbeiten naturgemäß nicht abgeschlossen werden, aber wir erhielten einen ersten Eindruck von der zukünftigen Bibliothek.

Nach Abschluss unseres Aufenthaltes Ende Oktober 2014 wurden die Arbeiten fortgeführt bis dann im Januar 2015 endlich die lang ersehnte Regenzeit einsetzte. Während dieser Zeit ist das Arbeiten auf der Baustelle schon schwierig, aber dringender war es für die Bauarbeiter auf ihre eigenen Felder zurückzukehren um zu pflanzen, kurzum die Arbeiten wurden bis Ende März unterbrochen. In den folgenden Wochen wurden die Arbeiten fortgesetzt und konnten bis Mitte 2015 abgeschlossen werden.

Der Zimmermann des Dorfes hat die Arbeiten an der Bücherei abgeschlossen, indem er Fenster und Türen einsetzte, dann die Schränke, ein großer Tisch und 12 Stühle; das ist eine Menge Arbeit und ein wichtiger Aspekt unserer Tätigkeit, denn alle handwerklichen Arbeiten werden größtenteils von den Dorfbewohnern ausgeführt, wodurch die wirtschaftliche Situation der Dorfbewohner verbessert wird.

Mitte 2015 konnten wir das Projekt mit dem Bau der beiden Lehrerwohnungen fortführen: die Fundamente zu fertigen und bis Ende Oktober waren die Außenarbeiten fertig, bis Ende Dezember auch die Innenarbeiten.


Bild: Zwei Lehrerwohnungen, ein Anfang

Unser Fazit lautet: Die Schulbücherei ist eine Attraktion sowohl für die Schule als auch für das gesamte Dorf. Das Haus steht nur wenige Meter von der Straße entfernt und ist Dank seiner Größe unübersehbar, zumal in dieser Gegend zweigeschossige Häuser unüblich sind, ein echter Hingucker. Das Lehrerhaus ist ein echter Gewinn, denn die Bewohner haben damit das große Los gezogen und dieses Glücksgefühl wird sich mit Sicherheit auf den Lehrbetrieb übertragen nach dem Motto: zufriedene Lehrer garantieren zufriedene Schüler. Insgesamt gesehen dürfen wir das Projekt als erfolgreich abgeschlossen bezeichnen und die beiden Gebäude bereichern sowohl die Schule als auch. das Dorf auf ganz besondere Weise. Der Schuldirektor hat seinen Dank ausgesprochen und bei der offiziellen Einweihung wird er nochmals die langjährige Unterstützung durch die deutsche Regierung hervorheben (und sicher die Erwartung aussprechen, dass wir noch lange seine Schule unterstützen, z.B. durch den Bau weiterer Lehrerwohnungen, eines Lehrerzimmers und ein Büro für den Direktor).

Bernd Blaschke



Dezember 2015


Sehr geehrte Damen und Herren,

verehrte Förderer,

liebe Freunde,

Sie unterstützen unsere ehrenamtliche Arbeit ideell und auch finanziell und dafür möchte ich mich herzlich bedanken, denn ohne diese Ihre Förderung wäre unser Engagement überhaupt nicht möglich. Wie wichtig aber die Arbeit vor Ort ist erfahren wir gerade in diesen Tagen, heißt es doch immer wieder, dass mehr vor Ort geschehen müsse statt die Außengrenzen der EU und deren Bewachung zu verstärken. Wir müssen leider feststellen, dass hier in der Tat viel geredet wird aber nur wenig geschieht und das betrifft nicht nur die EU-Regierungen sondern auch in unseren Partner­ländern selbst ist bzgl. schulischer und beruflicher Bildung, die Schlüsselbereiche für die Entwicklung der Gesellschaften, wenig Fortschritt zu erkennen.

Umso dankbarer sind wir für Ihre Mithilfe und wenden uns auch zum Schluss diesen Jahres wieder an Sie, um neben Dank auch Ihnen Mut zuzusprechen, in diesen Bemühungen nicht nachzulassen, Ihre und unsere Hilfe wird mehr denn je benötigt. In den drei Partnerländern, die ich nun seit etwa 10 Jahren begleite und unterstütze, kann ich zwar feststellen, dass unsere Hilfe ankommt, aber ein Ende noch nicht einmal im Ansatz zu erkennen ist, abgesehen von der Tatsache, dass unsere Arbeit auch nur  „der berühmte Tropfen“  darstellt.

Umso erfreuter sind wir, dass in dem kleinen Dorf Aandalamengoke nach
dem Überfall durch Viehdiebe die Bewohner langsam zurückkehren und
damit auch wieder Leben in der Schule einkehrt. Der Platz würde nicht
ausreichen um all die Aktivitäten zu beschreiben, die wir bisher
durchgeführt und geplant haben, darum darf ich Sie auf den beiliegenden
Madagaskar-Flyer hinweisen, der ausführlich über unsere Aktivitäten
berichtet, auch über die durchgeführten (2014) und geplanten Reisen
(2016) der Studentengruppen.

     Mehr über 2015 erfahren Sie hier (pdf, 363.6 kb)



März 2016







Juli 2015

Drei Flügel im Wind – LHL kann auch WIND


Für vier Tage war der Baukurs „Drei Flügel im Wind“ angesetzt, der im Rahmen einer Summer School Veranstaltung der ESG Köln an der FH Köln durchgeführt wurde, am Samstag um 18 Uhr sollte sich das Rad drehen. Die Gruppe der 15 Studenten, die ich in der Werkstatt des Instituts für Landmaschinenbau der FH am Samstag kurz vor Kursende antraf, hatten schon einiges geschafft, aber für einen Außenstehenden sah es noch ziemlich unfertig aus. Zwar lag das fertige Windrad auf dem Boden in der Mitte der Halle und hier hatten die jungen Leute auch die meiste Zeit investiert, denn aus Dachlatten einen Windflügel mittels Hobel, Raspel und Sandpapier zu formen braucht seine Zeit. Außerdem entdeckte ich zwei Scheiben, auf denen Spulen und Magnete mit GFK eingegossen waren, es lagen weiter div. T-Eisen und Rohre herum, die irgendwie noch zusammengeschweißt werden mussten, außerdem Gewindestangen, passende Muttern und Scheiben, auf dem Hof lag eine Windfahne, die gerade mit dem STUBE-Schriftzug bemalt wurde, dicke Kupferkabel und schließlich eine kleine 2W LED-Lampe, mit deren Hilfe die Funktionsfähigkeit nachgewiesen werden sollte.

Hier können Sie den vollständigen Artikel nachlesen



April 2015

18. April in Leverkusen: Ein Tag Madagaskar

Im Oktober 2014 hatten wir über die Reise einer Studentengruppe nach Madagaskar berichtet. Inzwischen sind wir alle wohlbehalten zurückgekehrt und haben viele Eindrücke und so manches Erinnerungsstück mitgebracht. Beides soll jetzt an die Öffentlichkeit gebracht werden und für diese „Präsentation“ ist der 18. April, ein Sonnabend, vorgesehen. Statt 12 Std. bis nach Madagaskar zu jetten bitten wir Sie lediglich nach Leverkusen in das Naturgut Ophoven. Dort werden wir Sie von 16 – 20 Uhr madagassisch verführen. Dazu gehört natürlich ein kurzer Bericht über die 6-wöchige Reise mit einem Film als ersten Höhepunkt. Wer dann dem Duft der madagassischen Küche nicht wiederstehen kann darf sich mit kleinen Leckereien verführen lassen, wer die optische Verführung bevorzugt findet im Rittersaal die Ausstellung unserer Exponate, darunter sowohl Preziosen aber auch etwas Kitsch. Mit großformatigen Poster versuchen wir Madagaskar zu visualisieren und wer von der Insel etwas mit nachhause nehmen möchte, kann unseren Madagaskarkalender (2016) erwerben (mit dem Verkauf sollen unsere letzten Reiseschulden beglichen werden).

Bild: Die Studentinnen sind selbstverständlich dabei, wenn die Verschalung für die Zwischendecke hergerichtet werden muss.

Haben Sie schon einmal Ingwer-Zimt-Tee getrunken, der in Madagaskar als Standardgetränk gilt? Hier haben Sie die einmalige Gelegenheit, zumal der Tee auf unserem Madagaskarofen zubereitet wird (wenn das Wetter mitspielt). Schließlich waren wir nicht zum Spaß in Madagaskar, sondern haben unsere madagassischen Freunde in Fianarantsoa besucht, die an der dortigen Universität eine kleine Werkstatt eingerichtet und dort 30 Holzkocher nachgebaut haben. Der Prototyp ist in Deutschland von der hiesigen Kochergruppe entwickelt worden und steht am 18.4. in Leverkusen zur Besichtigung bereit. Inzwischen hat die Gruppe auch einen verbesserten Holzkohlekocher hergestellt und dieser wird ebenfalls zu besichtigen sein, ehe er von Romain Ende des Monats nach Madagaskar transportiert wird.

Bild: Projektleiter Bernd Blaschke erhält vom Chief der Kooperative als Dank ein lebendiges Huhn geschenkt.

In Madagaskar gehen die Uhren anders (jetzt eine Stunde vor), und normalerweise ist eine Uhr ein Luxusartikel den man i.d.R. nicht benötigt. Wir bieten Ihnen eine „Zeitreise“ der besonderen Art, tauchen Sie mit uns für ein paar Minuten (gedanklich) ab in ein Paradies und sie werden schnell merken, dass man gut ohne die Uhr auskommen kann, zum Leben reicht die Zeit. Für die Kinder schließlich haben wir kleine Spiele mitgebracht (ohne Smart und ohne Apps) und das Brotbacken am Feuer (besser in der Glut) ist ein Höhepunkt für den Gaumen (und Nase).

Wir freuen uns auf Ihren Besuch
Bernd, Bert, Bettina, Dzenana, Friederike, Jannik, Leonie, Luca, Lutz, Marc, Olaf, Victoria

Die Madagaskar-Vernissage finden sie in Leverkusen-Opladen, Talstr. 4 (Naturgut)



Dezember 2014

Neues Kocherprojekt auf Madagaskar

In Madagaskar ist zu dem Dorfentwicklungsprojekt ein zweites Projekt hinzugekommen: Das Kocherprojekt. Initiiert haben es zwei madagassische Studenten, die Jochen und Willy im Nationalpark begegneten. Man kam ins Gespräch und daraus hat sich die Idee entwickelt, einen holzsparenden Kocher für Madagaskar herzustellen. Unabhängig davon hat sich eine deutsche Studentengruppe auf dem Weg nach Madagaskar gemacht und in Fianarantsoa haben sich beide Gruppen bei Romain getroffen. Höhepunkt war der gemeinsame einwöchige Aufenthalt auf der Ecolodge von Romain in Andalamengoke. 20 Studenten haben sich an der Schule als Lehrer betätigt, an der Schulbücherei als Maurer gearbeitet, Freizeitspiele mit den Dorfkindern organisiert, den Brunnen repariert und die traurigen Reste der Toiletten besucht. Die Kocherentwicklung wird von der Düsseldorfer Kochergruppe gefördert und die Zusammen­arbeit wird von der Uni in Fianar wohlwollend begleitet. Gesucht wird eine deutsche Uni, um das Wissen über Klimafolgen und Maßnahmen gegen Klimaerwärmung mittels Erneuerbarer Energien in den Ländern, die davon am meisten betroffen sind, zu verbreiten. Benötigt werden Spenden, um den Eigenanteil (5.000 €) an der Schulbücherei und Lehrerwohnungen zu finanzieren.

Aus dem LHL-Weihnachtsrundbrief 2014



Oktober 2014

Engagement Global fördert Arbeitsprojekt in Madagaskar

Die Gruppe der Studenten ist inzwischen in Madagaskar eingetroffen und hat auch schon ihren ersten Arbeitseinsatz in Mananjary absolviert. Zuvor jedoch fand ein Zusammentreffen mit den madagassischen Kommilitonen in Fianarantsoa statt.


Bild: die deutschen Studenten (bis auf zwei Ausnahmen),  rechts der Kocher aus Deutschland

Bereits nach kurzer Zeit waren beide Gruppen einig darin, dass dieses Treffen schon jetzt etwas ganz Außergewöhnliches ist 

                                          Im Blog der Reisegruppe      

hat der Leiter der madagassischen Studenten einen sehr engagierten Beitrag verfasst und die Bedeutung dieses Treffens betont einschließlich der Hoffnung, dass hieraus eine Nord-Süd-Kooperation entstehen könnte. 

Bild: Die Studentengruppe in Mananjary

Hier in unserem Werbeflyer können Sie ausführlicher über die Hintergünde und die Pläne des Projektes nachlesen (leider benötigt das Original zuviel an Speicherplatz, darum ist hier nur eine Entwurfsversion verfügbar).


August 2014


10 junge Erwachsene werfen einen „KLIMAblick“ nach Madagaskar

NaturGut Ophoven initiiert internationales Klimaschutzprojekt

 Zusammen mit der Förderinitiative Engagement Global und dem Düsseldorfer Verein „Lernen Helfen Leben“ (LHL) hat das NaturGut Ophoven ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen: Fast sechs Wochen lang werden von September bis Oktober zehn Teilnehmer des Pilotprojektes „KLIMAblick“ auf der afrikanischen Insel Madagaskar unterwegs sein und an mehreren Stationen Halt machen, um in Sachen Klimaschutz tatkräftig mit anzupacken.

Ausgangspunkt ist die Hauptstadt Antananarivo. Von dort aus fahren sie zunächst an die Ostküste nach Manjanjary, wo sie von der Organisation „Solidarité Entraide Madagascar“ empfangen werden und Kenntnisse über Wiederaufforstung erlangen. Nach 12 Tagen geht es weiter an die Westküste. Hier in Andalamengoke wird das Erlernte dann praktisch umgesetzt – eine Baumschule soll in Zukunft das Dorf bereichern. Den Abschluss bildet ein Treffen in Fianarantsoa mit einer madagassischen Studentengruppe, die sich mit dem Bau von energieeffizienten Kochern beschäftigt, der von einer „Ofengruppe“ in Düssel­dorf entwickelt wurde. Geplant ist ein gemeinsamer Besuch bei den ersten Testfamilien. „Wir wollen selber einmal einen Blick riskieren und uns auf Augenhöhe anschauen, wie sich das Leben auf Madagaskar abspielt. Wie ist es mit dem Leben in Deutschland zu vergleichen? Ist der Begriff Klima auf Madagaskar überhaupt bekannt? Und was können wir von den Menschen dort für unser Leben hier lernen?“, erklärte Bert Gigas, der Betreuer der Projektgruppe.

Das Erlebte und Erlernte soll auf unterschiedlichste Art und Weise von den Teilnehmern dokumentiert werden. Einen eigenen Blog haben sie bereits erstellt und wenn sie wieder zurück sind, sollen Vorträge in Schulen, Kirchen und anderen öffentlichen Einrichtungen gehalten werden. „Wir machen das ja schließlich nicht nur für uns, sondern wollen, dass auch andere Menschen in Deutschland ihren Klimablick schärfen“, sagte Gigas.

Die Gruppe besteht aus zehn jungen Erwachsenen, von denen die meisten Studenten aus ganz verschiedenen Fachrichtungen sind. Doch auch eine frisch gebackene Abiturientin und ein Schreiner sind mit dabei. „Ich fand es immer schon wichtig, über den Tellerrand hinaus zu schauen und nicht nur bis vor die eigene Haustüre zu blicken. Gerade in Bezug auf Klimaschutz ist das sehr wichtig!“, sagte Lutz Griese. Er ist Philosophie-Student und einer der Teilnehmer von KLIMABlick. „Ich erhoffe mir, dass wir durch unser Projekt viele Menschen zum Nachdenken anregen können.“

Durch die unerwartete Haushaltssperre in NRW steht ein Teil des Projektes noch auf der Kippe: „Die Reisekosten sind durch das Programm "Konkreter Friedensdienst“ gesichert, die Projektkosten für die Bäume und das Werkzeug wurden gestrichen“, sagte Bernd Blaschke von LHL. „Wenn wir nicht ausreichend Sponsoren finden, können wir das Projekt an der Ostküste eventuell gar nicht unterstützen“, führte er weiter aus. Aus diesem Grund sucht das Projektteam noch Unterstützer und Sponsoren.
Spenden (gegen Spendenbescheinigung) überweisen Sie bitte an Lernen Helfen Leben e.V., IBAN DE16 2806 4179 0135 8758 05, Verwendungszweck KLIMAblick.

Hintergrund:

Bereits seit mehreren Jahren unterstützt Engagement Global ein Dorfentwicklungsprojekt in Andalamengoke, welches von der Ökumenischen Umweltgruppe an der evang. Thomaskirche in Düsseldorf initiiert wurde. Träger auf deutscher Seite ist LHL, in Madagaskar ist Romain Rabearisoa unser Partner. Er gehört zur evang. Gemeinde Beresina in Fianarantsoa, die wiederum Partnergemeinde der evang. Markuskirche in Düsseldorf ist. Die von einer Düssel­dorfer „Ofengruppe“ entwickelten holzsparenden Kocher werden von der Studentengruppe nachgebaut und von 30 Testfamilien erprobt, die zur Beresina-Gemeinde gehören. Hier entwickelt sich ein einzigartiges Nord-Süd-Projekt und alle Beteiligten haben bereits Pläne für die Zukunft, z.B. Kochen statt mit Holzkohle mit Gras in einem Pyrolyseofen.



Februar 2014


Neue Madagaskar-Partnerschaften

Seit etwa 10 Jahren unterstützt die Umwelt­gruppe an der Thomas-Kirchengemeinde in Düsseldorf sehr erfolgreich das Dorfentwick­lungsprojekt in Andalamengoke. Verbin­dungs­­­mann ist der madegassische Professor Romain Rabearisoa. Mittlerweile ist die Dorfentwicklung von An­dalamengoke zu einem LHL-Projekt avan­ciert. Hervorzuheben ist, dass schon mehrere deutsche Studenten zu Arbeitseinsätzen  dort weilten, so dass wir sehr gut über die Situa­tion vor Ort informiert sind.  Zurzeit werden neue Projekte vorbereitet. Da hat sich um unser neues Mitglied Jochen Grieb eine Ar­beitsgruppe gebildet, die sogenannte „Ofen­gruppe“. Deren Anliegen ist es, einen mög­lichst kostengünstigen und mit örtlichen Ma­terialien erstellten Ofen zur Verfügung zu stellen, der vor allem den Verbrauch von Holz drastisch drosselt. Die „Ofengruppe“ arbeitet eng zusammen mit einer Studentengruppe an der Universität in Fianarantsoa, die von Tojo geleitet wird. Wir hoffen, dass es in die­sem Jahr gelingen wird, Tojo zu einem kur­zen Besuch in Deutschland begrüßen zu können. In 2013 wurde ihm aus uns nicht be­kannten Gründen kein Visum genehmigt.

Es ist überaus erfreulich, dass die Berichte der jungen Leute, die für einige Zeit in Mada­gaskar tätig waren, andere Studenten derart fasziniert haben, dass mittlerweile eine Grup­pe von etwa 10 Personen in den Semesterferien im Sommer nach Madagaskar reisen will. Wir hoffen, dass das Angebot von Engagement Global, den Arbeitseinsatz der jungen Leute über das Programm „Konkreter Friedensdienst“ zu unterstützen, auch ge­nutzt werden kann (LHL-Rundbrief Februar 2014)

November 2013

Madagaskar

 Vor 10 Jahren hat die Ökumenische Umweltgruppe der Thomaskirche in Düsseldorf ein Schulprojekt im Süden Mada­gaskar gestartet und seit 2011 werden die Aktivitäten bei LHL fortgeführt. Aus dem ersten kleinen Schul­haus hat sich inzwi­schen ein Schulzentrum entwickelt, welches von etwa 300 Kindern aus Andalamengoke und dem Nachbardorf besucht wird und nach 9 Jahren können sie hier den Abschluss im College schaffen. Vor 5 Jahren haben wir einen Container vol­ler Fahrräder dorthin bringen lassen und jetzt bekamen die ersten Schulabgänger ihr Rad geschenkt, um damit das Lycee in der 12 km entfernten Kreisstadt besuchen zu können. Bald gibt es die ersten Abiturienten im Dorf, welche Karriere!

Im Süden Madagaskars bestimmt die Trockenheit die Land­schaft und das Leben, Wasser ist das wichtigste Nahrungs­mittel. Weil der alte Dorfbrunnen regelmäßig zum Ende der Trockenzeit kein Wasser mehr spendete wurde ein neuer Brunnen gebohrt und seitdem gibt es immer Wasser, für die Menschen und im Notfall auch für die Ochsen. Noch müssen die Bewohner 2 km zum Brunnen laufen, aber es wird bereits an einer Was­serleitung und einem Wassertank gearbeitet, um das Wasserholen zu erleichtern.


Die Schule wurde auf einer brandgerodeten kahlen Fläche errichtet, jetzt wird der Schulhof von dichten Jatropha­sträuchern umsäumt und die Schulkinder pflanzen jedes Jahr einige Nutzbäume auf dem Schulhof. Lecker Mango!

Der Dorfsender war nur kurz in Betrieb, die Regierung hat ihn geschlossen und der Zyklon ihn einstürzen lassen. Im letzten Jahr haben wir der Alphabetisierungsgruppe ein Ochsen­gespann nebst Pflug und Wagen mit Hilfe von BINGO und EED finanziert und die Bauern haben einen Stall und ein Lagerhaus hinzugebaut. Als nächstes erhält die Schule eine Bibliothek und Dienstwohnungen für die Lehrer, um die Schule auch für das Lehrpersonal noch attraktiver zu machen.                         Bernd Blaschke (Weihnachts-Rundbrief 2013)




Infobrief zum Madagaskarprojekt (September 2013, pdf 257,8 kb)



Mai 2013


Madagaskar – Infobrief

Das letzte Telefonat mit Romain liegt zwar schon zwei Wochen zurück, aber da Olaf gerade aus Madagaskar zurück ist und Robert morgen hinfliegt, nutze ich die Gelegenheit, um kurz über die aktuelle Situation zu berichten.

Romain war bereits im März nach Madagaskar zurück­gekehrt, hatte aber die letzten Ausläufer des Zyklons ab­gewartet, ehe er nach Andalamengoke aufbrach. Der Zyklon hat sich im Süden mit einer unvorstellbaren Wucht ausge­tobt, er war der schlimmste seit Menschengedenken. In An­da­lamengoke hat zuerst der Zyklon und zwei Wochen später der Starkregen sich ausgetobt, die meisten Hütten sind ein­geknickt, die Felder standen wochenlang unter Wasser. Der junge Mais wurde umgeknickt,  während der Maniok in der Erde noch glimpflich davon kam. Inzwischen haben die Bauern ihre Hütten wieder notdürftig aufgebaut, die Schäden an unserer Schule müssen hingegen warten. Die Radio­station ist dem Erdboden gleichgemacht, da braucht es viel Einsatz zum Wiederaufbau. Ein Toter ist zu beklagen, der Rest sind materielle Schäden.

Mit Romain habe ich dann die neue Projektidee disku­tiert: die geplante Schulbü­cherei wurde zwar vom BMZ  schon akzeptiert, aber wir wollen das Ganze noch et­was anreichern. Die neue Idee ist, für die Lehrer Über­nachtungsquartiere zu schaffen. Der Hintergrund: alle Lehrer – bis auf eine Ausnahme – müssen jeden Tag aus dem 12 km entfern­ten Sakaraha  anreisen. Gä­be es keine Zollprobleme, würden wir ein Dutzend Leh­rer­fahrräder hinschicken, aber die Zollsituation ist unklar. Also darum ein Wohnhaus mit sechs Zimmern, einzig um darin zwei oder drei Nächte zu verbringen und so die Fahr­ten in den Heimatort zu ersparen. Natürlich war bei unserem Tele­fonat auch die Zeit von Olaf ein Thema und hier beson­ders Fredo, der Junge mit dem schiefen Bein. Das ist inzwi­schen durch mehrfache Operation begradigt worden, und jetzt erholt er sich im Heim für das Straßenkinderprojekt in Tana.

Zum Schluss haben wir über die kommenden drei Monate gesprochen, die Robert für sein FH-Praktikum in Andala­men­goke verbringen wird. Die Schule wird sein Hauptein­satz­gebiet sein. Neben den Unterrichtsfächern wie Englisch und Sport wird er mit den Lehrern am PC arbeiten und mit den Kindern einen Schulgarten anlegen.

Olaf und Robert wollen als KF-Botschafter (Konkreter Frie­densdienst) arbeiten, denn die Möglichkeiten des (KF) sind bei vielen Schülern noch weitgehend unbekannt. Ein erster Einsatz ist bei Paul Feltes im Gymnasium in Frechen ge­plant. Hier wird voraussichtlich Olaf im Rahmen einer Pro­jektwoche über sein halbes Jahr in Madagaskar berichten und für ein Praktikum werben. Zum Schluss noch ein Wort zum Madagaskarofen. Eine Stu­dentengruppe gemeinsam mit einheimischen Ofenbauern entwickeln gerade den Prototyp. Ziel ist auch hier, Biomasse sparsam einzusetzen und statt Holzkohle kleines Holz oder andere Biomasse in Pelletform zum Kochen und Heizen zu verwenden. Hier hat sich eine ganz neue Gruppe gebildet, von der wir hoffentlich noch mehr hören werden. (B.Blaschke im Rundbrief LHL Frühling 2013)




Taifun auf Madagaskar

Bernd Blaschke, LHL-Projektmitarbeiter für Madagaskar schreibt am 31. März:

Seit ein paar Wochen hatten wir schon Nachrichten erhalten, dass der
Süden Madagaskars von einem der schwersten Unwetter der letzten Jahre
heimgesucht worden war. Besonders aus Tulear wurde über schwere Schäden
berichtet, die das Hochwasser und der Sturm angerichtet hatten. Romain
ahnte nichts Gutes, denn unser kleines Dorf Andalamengoke liegt nur 100
km landeinwärts. Am letzten Wochenende dann erhielt ich eine kurze Mail
von ihm, dass er jetzt nach Andalamengoke aufbricht und am
darauffolgenden Wochenende wieder zurück sein wird, dann könne er mir
Näheres berichten.


Ich habe nicht gewartet bis die Nachrichten eintrafen sondern ihn
gestern am Samstag Nachmittag angerufen und hatte Glück, denn er war vor
1/2 Std. erst zurückgekommen und hatte etwas Zeit, um mit mir zu
telefonieren. Er versprach mir, dass er - wenn er ein Internetcafe träfe
welches trotz der Feiertage geöffnet sei - mir auch ein paar Bilder
schicken würde. Diese habe ich hier mit seinem Text beigefügt und kann
noch ein paar Details hinzusetzen. Die Verwüstungen stammen von einem
Zyklon, der für Tage seine Regenmassen ausschüttete und 14 Tage später
zog ein Hurrikan über die Insel, der mit Windstärke von 180 km/h die
letzten Häuser hinfort fegte.

Von unseren Schulgebäuden ist das älteste kleine Schulhaus ziemlich
zerstört, das Dach wurde hinfort geweht und eine Wand wurde vom Sturm
eingedrückt.


vorher....                                        .     ..nachher

Vollständig zerstört wurde das Waschhaus, während die
anderen Gebäude nur leichte Schäden erlitten haben. Trotz der Schäden
geht der Unterricht weiter, jetzt ist es trocken und es wird wärmer, da
sitzen dann die Kinder im Freien. Wir warten noch mit den Reparaturen
und Aufbauarbeiten, evtl. gibt der Staat Reparaturzuschüsse. Aber in den
nächsten Sommerferien wird die Dorfbevölkerung sich dem Wiederaufbau
widmen. Dann wollen sie etwas stabiler bauen, d.h. die Ecken werden mit
Betonpfosten abgesichert und auf der Mauerkrone soll auch ein Betonanker
gelegt werden.

Unsere Radiostation ist platt gemacht worden, der Sendemast umgeknckt,
aber da wir schon seit Monaten dort den Betrieb einstellen mußten, ist
das nicht der tragischste Schaden. Die Wasserpumpe nebenan funktioniert
noch, während der Dorfbrunnen total überschwemmt wurde und der Dorfteich
nun auf ein paar qkm Größe angewachsen ist. Es wird Wochen dauern bis
sich das Wasser wieder zurück gezogen hat und die Felder frei gibt.

Fatal ist weiter, dass ein Teil der Ernte durch das viele Wasser und den
starken Sturm vernichtet wurde. Die Maisstauden z.B. wurden alle
umgeknickt, aber die Erdnüsse haben standgehalten und auch beim Maniok,
der ja in der Erde wurzelt, scheint es keine großen Schäden zu geben.
Romain hat auf seiner Eco-Farm nur geringe Schäden zu verzeichnen, nur
ein paar der ältesten Bäume wurden auf halber Höhe umgeknickt. Die
Dorfbeveölkerung hat es ziemlich getroffen, denn 2/3 der kleinen Hütten
sind eingestürzt. Und das einzige 2-stöckige Steinhaus wurde ebenfalls
zerstört, der Besitzer hat sein gesamtes Vermögen darin investiert.

Die Sachschäden kann man im Laufe der Zeit reparieren, ob es auch
Personenschäden gegeben hat, habe ich vergessen zu fragen, das wären dann
weit größere Verluste die die Menschen tragen müßten.

Die Arbeiten an dem neuen Brunnen ruhen, denn gebohrt und gegraben wird
nur in der Trockenzeit, wenn der Grundwasserspiegel am niedrigsten ist.
Also geht es erst wieder im Sommer weiter.

Wer hier helfen kann: Lernen-Helfen-Leben, Spendenkonto 135 875 806, Volksbank Vechta, BLZ 280 641 79 Stichwort: Katastrophenhilfe Madagaskar


8. April 2013

Bericht des UNO-Nachrichtendienstes aus Madagaskar

Consecutive catastrophes hit Madagascar's farmers UNO-Informationsdienst  IRIN, 8. April 2013


Les agriculteurs de Madagascar touchés par une succession de catastrophes  IRIN, 8. April 2013


LHL auf Madagaskar


oder als Web-Adresse:

http://www.madagaskar.l-h-l.org

März 2013