Togo erfindet Pyrolysekocher neu

August 2014

Chantal Kloecker berichtet aus Togo

Frau Kloecker, welche für die französische Schule in Düsseldorf und für Lernen-Helfen-Leben e.V. einige Projekte in Togo betreut, war im Juli in Afrika. Sie hat ein neues Modell eines Pyrolysekochers mitgenommen und berichtet über die Erfahrungen, die sie mit den Menschen vor Ort beim Ausprobieren gemacht hat...

Ich möchte von dem Versuch mit dem Pyrolysekocher von Herrn Richard Fetzner berichten, die wir in Togo durchgeführt haben.


Zuerst haben wir den Kocher im Dorf Klala (Atakpamé) vorgeführt. Da der Wind stark war, raucht der Ofen und der Versuch war nicht sehr überzeugend.

 

Wir haben aber den Mut nicht verloren und haben eine Woche später mit den Frauen experimentiert. Zuerst mit Holz, dann mit Palmennußschalen. Der Topf hatte einen flachen Boden.


Es war sehr gelungen und wir konnten danach den garen Yams zusammen
essen.

Dann verbrachte ich die Nacht im Dorf und am nächsten Morgen
saßen die Frauen um den Kocher, den sie selbst angezündet hatten. Nachdem sie
Reis für das Frühstück gekocht hatten, wärmten sie sich noch um die Flamme
und erklärten mir, dass sie unbedingt weiter experimentieren und einen "Mantel"
aus Ton herstellen wollten. Also verabredeten wir uns für die Woche danach.

Das letzte Experiment war für mich vollkommen verblüffend: wir haben den Zentrierzylinder mit kleinen Zweigen von einer Pflanze gefüllt (kein Holz!) und ein paar trockene Blätter außen rum getan. Wir haben die ersten 5 Minuten viel Primärluft reingelassen, dann den Schieber ganz geschlossen... Als die Flamme erlosch, haben wir den Schieber wiedergeöffnet und die Primärluft ließ die Holzkohle verbrennen. Dann war der Yams gar! Die Frauen und ich waren absolut begeistert!



Die Frauen von Klala sind geschickte Töpferinnen und haben schnell einen Mantel aus Ton geformt. Er ist bündig und der Aufsatz passt genau drauf. Allerdings musste er noch trocknen, bevor er gebrannt wurde und wir konnten ihn nicht direkt ausprobieren. Als Dankeschön an Herrn Fetzner, haben wir
seinen Namen auf diesen Prototyp eingraviert.
Wir haben abgemacht, dass die Dorfbewohner weiter mit den zwei
Pyrolysekochern (Herrn Fetzners Kocher wurde schon einmal kopiert!) 
experimentieren und uns mitteilen, was man da verbessern kann. Ein junger Mann machte mehrere Zeichnungen.....

1)   Damit die 2 Zylinder problemlos von den Frauen zentriert werden, könnte man 2 oder 3 Metalteile (oben in rot) einbringen, um den Abstand zu behalten.


2)   Wenn die Frauen kochen, schwappt manchmal die Flüssigkeit über den Rand des Topfes: also sollte der Flammenbündler die Flüssigkeit  nach außen abfließen lassen (Zeichnung oben). Wenn Flüssigkeit doch in das Innere des Kochers gelangt, sollte sie durch die 4 Abflusslöcher (in rot) abfließen können.



3)   Da die meisten Töpfe einen runden Boden haben, sollten sie höher stehen. Daher diese Vorrichtungen.


4)  Um Brennmaterial nachzuladen, wurde das abgebildete Körbchen vorgeschlagen. (1 und 2)

 Ich hoffe, dass meine Erklärungen verständlich sind.

Herrn Fetzner danke ich im Namen unserer Partner in Togo. Der Kocher, den Sie entworfen haben, ist wunderbar! Ich freue mich schon sehr Sie beim Seminar in Oktober in Barnsdorf wiederzusehen…