Die Kocherdiskussion

"Dann steht dem Kocher hoffentlich bald ein BAHNBRECHENDER WEG bevor!"

(Andreas Kontny, Febr. 2014...)

"Hallo effizientes Kocherteam !!!"

(Udo Fredmüller, 22. April 2014)

"...das scheint mir alles Hand und Fuß zu haben. Bravo!"

(Bernhard Müller, 22. August 2014)

"Ich finde die letzten Beiträge außerordentlich gut und zielführend. Mannomann!"

(Bernhard Müller, 12. September 2014...)



Datum: Fri, 12 Sep 2014 21:05:04 +0200

Von: Richard Fetzner

Lieber Jochen ,

aufgrund unseres Telefon-Gespräches ,betreffend Optimierung des smokeless Charcoal-Kochers ,habe ich heute nochmals entsprechende Versuche gefahren.

Es soll 1.mit wenig Holzkohle, 2. schnell und 3. raucharm (CO-arm) gekocht werden können !

Das ist natürlich nicht ganz einfach zu realisieren und alles unter einen Hut zu bringen .

In Scan 0253.jpg ist der Kocher abgebildet, mit dem ich versuchte , die 3 Anforderungen zu erfüllen .

Dabei wurde als Rost ein Metallgitter eingesetzt, welches viel Luft durchläßt.

Will man die Kochzeit verkürzen muß ausreichend Holz zur Zündung eingesetzt werden (50 Gramm) !

Außerdem gibt man eher zu viel Holzkohle in die Brennkammer , wobei der überbleibende Rest wiederverwendet werden kann !

Bei B, mit 180 Gramm Holzkohle-Einsatz, bildete sich 8 Minuten nach dem Start eine schöne CO-Flamme!

Bei weniger als 180 Gramm ist diese Flamme weniger ausgeprägt !

( Um die Flamme beobachten zu können, habe ich am Effizienzring einen kleinen Ausschnitt gemacht)

Meines Erachtens haben wir damit das angestrebte Optimum erreicht !

Diesen Kocher werde ich zum Kocherseminar mitbringen und ihn Chantal Klöcker übergeben


Von: Chantal Kloecker

Gesendet: Freitag, 12. September 2014 19:27

An: 'Bernhard Müller'

Betreff: AW: Marketing

Hier ist Vorschlag N° 1. Wer macht beim Brainstorming mit???


De : Bernhard Müller

Date :11/09/2014 22:35 (GMT+01:00)

A : Chantal Kloecker

Ich finde die letzten Beiträge außerordentlich gut und zielführend. Mannomann!

1. Zu Chantal: Richtig, es ist unbedingt erforderlich, auf die Sprache zu achten. Das habe ich in Kenia und Uganda erfahren müssen. Diejenigen, die es angeht, sprechen nämlich kein englisch. Ähnich wird es auch im französisch-sprechenden Teil von Afrika sein. Vielen Dank, Chantal!

Wenn die Fernseh- und Radiostationen das auch bringen, wird es von Zeit zu Zeit auch anderen internationalen Agenturen auffallen und noch weiter in die Welt verbreitet. Das alles ohne weitere PR von uns. Wenn wir Glück haben, springt dann und wann als Nebeneffekt auch eine Auszeichnung (ein Award) dabei heraus. Das nennt man auf Neudeutsch „Win-win-Effekt“, auf französich: gagnon-gagnon.

2. Zu Udo: Es braucht keine Werbefirma beauftragt zu werden, denn man kann Logodesigns im Internet ausschreiben. Dann kann man unter allen Einsendungen auswählen und es kostet noch nicht einmal €100. Ich bin zwar selbst Künstler, habe aber nicht die elektronischen Möglichkeiten, alles in ein digitales Format zu überführen. Wie gesagt, wenn wir uns zusammensetzen und mündlich ein Brainstorming veranstalten, könnten wir ziemlich schnell etwas erreichen. Bei einer Ausschreibung kann man den Künstlern sagen, was man will und die machen das schon recht professionell. Vorganben, nur als Beispiel: "Eine Flamme, von zwei Händen umhüllt, höchstens 3 Farben" und ruck zuck bekommst Du etliche Einsendungen, unter denen Du auswählen kannst.

com“ ist m.E. doch negativ besetzt. Bei einer EG-Solar-Tagung hat Siegfried Popp vom Solarkocherprojekt Freilassing vor etlichen Jahren mal gesagt, dass man die lokale Verbreitung nicht „Geschäftemachern“ überlassen sollte, sondern nur NGOs damit beschäftigen sollte. Das hat sich ganz fest in meinem Hirn eingebrannt, besonders deshalb, weil es nicht meine Meinung ist. Auch hierüber müssten wir uns in Gesprächen zusammenraufen.

Das mit dem Fußballstadion klingt gigantisch. Ich bin irgendwie zu alt, an derartige Träume überhaupt zu denken. Allerdings geht Faustine Odabe ohnehin so vor: sie sucht sich Veranstaltungen aus, zu denen viele Menschen erscheinen. Dann wendet sie sich an den Veranstalter und fragt, ob sie Solarkocher und Warmhaltekörbe als Rahmenprogramm präsentieren kann. Das klappt meistens. Faustine hat pro Woche etwa 5 Vorführungen. Ich habe das im letzten Jahr 3 Wochen mitgemacht und war danach völlig ausgelaugt.

3. Zu Hans-Joachim Grieb: Bei genauerer Durchsicht der CAD-Zeichnung fiel mir auf, dass die Blechstärken in mm angegeben sind. Es wäre hilfreich, diese Angaben mit „gauge“-Maßen zu ergänzen, denn diese sind in den ehemaligen britischen Kolonien noch gang und gäbe.

Bezüglich des Slogans: am besten wäre es hinsichtlich des Slogans, wenn jeder Schlagworte notiert und sie zum nächsten Treffen mitbringt.

Sonst habe ich nichts zu meckern.

Gute Nacht und schöne Träume allerseits.

Bernd M


Am 11.09.2014 um 21:16 schrieb Chantal Kloecker

Ein Vorschlag: eine Fernseh - + Radiosendung vorbereiten, sie an die verschiedenen Fernsehstationen in Afrika zu senden. Dies kostet bestimmt Geld, so ist es in Afrika... Aber vielleicht treffen wir auch auf offene Leute, die die Wichtigkeit unseres Projektes erkennen.

Die Sendung sollte in der lokalen Sprache sein, mit französischen/ englischen/ portugiesischen Untertiteln.

Am Ende der Sendung sollte ein Link erscheinen oder erwähnt , der auf "unsere" Webseite hinweisen würde.

Wichtig wäre, dass die Sendung mehrmals ausgestrahlt wird.

Meinerseits werde ich die deutsche Botschaft in Lomé(Togo) anschreiben, weil wir dort gute Kontakte haben. Togo ist nämlich ein wichtiges Land für Deutschland geworden, weil dort eine Menge Geld in die Berufsausbildung und in die Wiederaufforstung investiert wird. Ich hoffe, die Botschaft wird uns helfen können.

Ich möchte möglichst wenig mit der togolesischen Regierung zu tun haben, sie sind nicht zuverlässig.


Datum: Thu, 11 Sep 2014 10:20:30 +0200

Von: Bernhard Müller

Richard, Dein neuer Kocher sieht sehr professionell aus und hat alle Attribute, erfolgreich zu werden. Vor allem die Ständer, die zugleich als Griffe dienen, gefallen mir ganz besonders. Es darf nicht aus den Augen verloren gehen, dass er überall auf der Welt leicht nachgebaut werden kann.

Bei dieser Gelegenheit sind mir wieder einige Punkte eingefallen, die ich hier zum Besten geben will und zur Diskussion freistellen möchte:

1. Ein Logo muss her. An Produkte, die ein Logo haben, kann man sich jeder besser erinnern. Es muss einfach sein, aber dennoch muss erkennbar sein, um was es sich handelt.

2. Eine Farbe, die in dem unter 1. genannten Logo enthalten ist, sollte durchgängig auf allen Dokumenten sein. Bei Pyrolyse und Stoves wäre das natürlich am besten rot oder orange.

3. Ein Sammelbegriff wäre auch von Vorteil, zum Beispiel „Fetzner - clean biomass stoves“

4. Ein Platz im Internet, von dem sich Interessierte Dokumente downloaden könnten, wäre ebenfalls von Vorteil. Ich habe zwar eine Internet-Homepage ( http://www.mueller-solartechnik.com ), aber der Zusatz „com“ könnte viele Leute abschrecken, weil dieses Kürzel auf einen kommerziellen Betireb schließen würde. „org“ oder „net“ wären da schon besser. In Düsseldorf haben wir vielleicht Gelegenheit, uns ausführlicher darüber zu unterhalten. Ich bin aber gerne bereit, meine Homepage zur Verfügung zu stellen, wenn sich nichts besseres findet.

Diese vier Punkte dienen dem „Marketing“, also der Verbreitung der Informationen. Das Internet ist ein wahrlich gutes Instrument hierfür. Irgendjemand muss sich auch darum kümmern, dass für Verlinkungen auf Seiten anderer Organisationen gesorgt wird (z.B. GACC) und eine ständige Suche nach Möglichkeiten, Preise zu gewinnen, muss von uns allen gestartet werden.

Eine gute Homepage kann viele Reisen ersparen.

Schönen Tag noch!

B S Müller


Datum: Thu, 11 Sep 2014 08:11:01 +0200

Von: Richard Fetzner

vielen Dank für die ausführliche Info ,lieber Bernd !

zu 1. : Dr. Anderson hat , einige Jahre vor mir , viel wertvolle Pionierarbeit auf dem Kochersektor geleistet und ist noch immer sehr aktiv dabei .Er beackert dieses Feld auch wissenschaftlich, was sehr wichtig ist .

Da ich kein Wissenschaftler bin, konzentriere ich mich auf meine Fähigkeiten

und "bastle" . Immerhin habe ich es geschafft verschiedene fortschrittliche Kocher

hervorzubringen, die sich mit den Erzeugnissen aller Kocher-Pioniere messen können . Dazu gehört auch der Kocher nach Scan 0248.jpg .

Meine Erzeugnisse stehen auch allen kostenlos zur Verfügung, können aber noch nicht "heruntergeladen" werden, da mir bis jetzt noch niemand dabei geholfen hat, diese Möglichkeit zu erschließen !

zu 2. : Christel Henecka bemüht sich gegenwärtig , die unrechtmäßige Entlassung rückgängig zu machen .

zu 3.: Das ist richtig, was Du diesbezüglich anführst !

Was Du bei den folgenden Punkten anführst ist ebenfalls in Ordnung . Aus Zeitnot kann ich darauf nicht weiter eingehen !


Datum: Tue, 9 Sep 2014 09:29:56 +0200

Von: Bernhard Müller

1.) zunächst ein interessanter Link zum Biofuel-Atlas. Es ist ein mächtiges Werk und kann jetzt auf der Homepage von Dr. Anderson heruntergeladen werden: 

Paul Anderson hat auf seiner Seite mittlerweile eine Menge von Dokumenten zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt. Ich empfehle, von Zeit zu Zeit mal nachzusehen, sich dort etwas brauchbares findet: 

2.) Unser Kontakt zu KVTC (Kyamulibwa Vocational Training Centre), Herr Charles Muwonge, ist von seinem Direktor entlassen worden. Somit sind alle Hoffnungen, KVTC mit anderen Firmen und Institutionen zu verknüpfen, zerbröselt. Charles Muwonge unterhielt u.a. einen engen Kontakt zu Nolbert Muhumuza von Awamu Biomass Energy (Kampala). Es hätte so ein schönes Netzwerk geben können. Nun müssen wir hoffen, dass Christel Henecka dort interveniert, um die Entlassung rückgängig zu machen.

3.) Lieber Richard, es verlangt keiner von Dir, die $500 allein zu bezahlen. Ein Zertifikat vom CREEC-Institut kann man allerdings als afrikanisches TÜV-Siegel sehen, als afrikanisches CE-Signet, als afrikanischer „Blauer Engle“, etc. Wir würden hier doch auch nicht irgendein Produkt von einem Hersteller aus (z.B.) der Mongolei sofort akzeptieren, wenn es nicht mindestens ein anerkanntes Prüfsiegel hat. In Afrika ist das nicht anders. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ein ungeprüftes Produkt den Vorzug vor einem geprüften erhält. Hier nicht, und in Afrika auch nicht.

4.) In Afrika gilt, wie hier übrigens auch, das „magische Dreieck“ Tradition-Bequemlichkeit-Preis. Damit die Leute es auch akzeptieren, müssen Präsentationen gemacht werden. Immer und immer wieder. Nichts anderes macht unsere liebe Chantal Kloecker in Westafrika. 100% stimme ich auch mit Chantal überein, dass Radiosendungen der beste Weg sind, um auf Präsentationen aufmerksam zu machen. Das ist aber von Land zu Land unterschiedlich. In Uganda beispielsweise wollen die Redakteure immer Schmiergeld haben, sonst bringen sie nichts. Es gilt dann, zu überlegen, inwieweit darauf eingegangen wird. Ein umher reisender Vortrag, wie ihn Udo Fredmüller kürzlich beschrieb, scheint mir auch eine hervorragende Möglichkeit zu sein. Wir müssen uns aber bewusst sein, dass bei dieser Methode zunächst ein gewisser finanzieller Aufwand erforderlich ist. Das Personal, das damit beauftragt wird, muss absolut zuverlässig sein. Solch gute Leute findet man nicht einfach so, sie kristallisieren sich erst nach jahrelanger Zusammenarbeit heraus.

5.) Die meisten wissen schon, dass ich ursprünglich aus der Solarkocher-Ecke komme. Die Entwicklung lässt sich dort gut nachvollziehen, weil SCI ( http://www.solarcookers.org ) seit Mitte der 1990er Jahre alles ziemlich gut dokumentiert hat. Die erfolgreichen Solarkocher-Hersteller haben alle eine gemeinsame Vorgehensweise: Internationale Preise und Auszeichnungen gewinnen und danach mit diesen Auszeichnungen Werbung für das Produkt betreiben. Zur Zeit boomt der Solarkocher „SolSource“, der aus einer Kickstarter-Kampagne finanziert wurde. Die Firma One Earth Design nahm einfach eine Sat-Antenne, entfernte ein Segment, um dem Koch einen leichteren Zugang zu gewähren, verspiegelte ihn und täuschte der Welt vor, dass es sich um eine sensationelle Neuerfindung handele ( http://solarcooking.wikia.com/wiki/SolSource ). Die Vorgehensweise, erst einmal Geld einsammeln und Preise/Auszeichnungen zu gewinnen, scheint mir sehr erfolgversprechend zu sein. Bei diesem $200-Kocher handelt es sich übrigens um eine Kopie des Solarkochers von Quindao Lingding Electric, der ab Werk für $38 geliefert wird. Frechheit siegt!

6.) Bei der Barnstorfer Tagung werde ich übrigens ein paar Warmhalte-Körbe aus Afrika dabei haben und sie zur Begutachtung durch die Teilnehmer präsentieren. Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn jeder solch ein Warmhaltegefäß mitbringen würde, der eines hat? Somit ließen sich weitere Anteile an Brennholz einsparen - nichts anderes ist unser aller Ziel. Lasst uns also die Gelegenheit nutzen, uns umfassend zu informieren.

Ich bitte um Stellungnahmen, falls erforderlich.


Datum: Sun, 7 Sep 2014 23:47:57 +0200

Von: Richard Fetzner

anbei sende ich noch 2 Bilder vom Pyrolysekocher , der nach Wünschen und

Vorschlägen aus Togo gebaut wurde .

Insbesondere bei IMG 0400 kann man die Öffnung zum Nachlegen von Brennstoff

und zur Beobachtung der Flamme erkennen .


Datum: Sat, 6 Sep 2014 13:18:15 +0200

Von: Richard Fetzner

Liebe Frau Klöcker ,

was Sie alles schreiben , an Udo gerichtet und die anderen Freunde, ist vollkommen gut und richtig !

Besser geht es nicht ! Besser kann man die Mißstände in Afrika nicht beschreiben ! Sie haben mir dadurch einige Arbeit erspart ,vielen Dank!

Gestern wurde mir eine "Spar-Gar-Box" geschenkt . Dieses Gerät wurde nicht für afrikanische Köchinnen konstruiert, sondern für europäische. Die Isolier-Box aus Hart-Styropor hat die Maße 23,5 cm Durchmesser , Höhe 19 cm und beinhaltet einen Edelstahl-Topf von 18 cm Durchmesser und 10,5 cm Höhe , genau passend .

Wir Deutsche haben Energie im Überfluß und halten das Energiesparen deshalb für überflüssig ! Solche Geräte wurden einmal gekauft, kaum verwendet und landen schließlich in der Abstellkammer ! ?

Gelegentlich werde ich die Box benutzen bzw. testen .

Ich hoffe, daß ich viele von Euch beim Kocher-Seminar am 19. und 20. September sehen werde !


Datum: Sat, 6 Sep 2014 11:24:41 +0200

Von: Richard Fetzner

heute morgen habe ich mit gehäckseltem Miscanthus 5 Liter Wasser gekocht und

dabei 69 Gramm Biokohle erzeugt.

Auch konnte ich endlich die Zeichnung des Pyrolysekochers herstellen (Scan

0248.jpg) .Dabei befindet sich auch das Diagramm des Kochvorganges .

4 Minuten nach Kochen des Wassers erlöschte die Flamme, wobei sich Rauch bildete. Dieser Rauch verschwand sofort, nachdem die Primärluft geschlossen wurde ! Es gab keine Glut zum "köcheln", weshalb die Temperatur des Wassers stark sank (84° Celsius) !

Im Zentrum der Brennkammer steht ein Zylinder aus Lochblech (60 mm Durchmesser) . Dieser wird mit 50 Gramm Holz gefüllt . Miscanthus liegt außerhalb des Zylinders .Bei der Verbrennung des Holzes entsteht Wärme, die zur Entgasung von Miscantus führt.

Die Gase aus Holz und Miscanthus vermischen sich und verbrennen nahezu rauchlos .

Vom Holz bleibt nur wenig Asche zurück, Miscanthus erzeugt Biokohle !

Details zur Konstruktion des Kochers :

1. Die Brennkammer besteht aus einem Ofenrohr mit 150 mm Durchmesser. Sie hat einen eingelegten Boden .

2. Die Brennkammer wird eingehüllt von einem QUADRATISCHEN Kanal 170 x 170

mm .Dieser ragt ca.60 mm über die Herdplatte hinaus. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit,

Brennstoff nachzulegen .

3.Überkochendes Kochgut kann nicht in die Brennkammer gelangen (und das Feuer löschen) ,da sich die Abgas-Öffnungen des Kanals über der Herdplatte befinden .

4.Töpfe stehen auf den 4 Ecken des Kanals . Auch Töpfe mit gewölbten Böden

können sicher aufgestellt werden .

Grundsätzliches : An Stelle der Beine kann der Kocher EINGEHÄNGT sein in einen Zylinder aus Ton oder in aufgesetzte Backsteine oder Elemente aus Beton!

Kann dieser Kocher ein Erfolgsmodell in Togo, Ghana, Madagaskar ,Uganda

,Haiti und Äthiopien werden ? ?

"Hoffen wir das Beste ,lieber Leser!"


Datum: Fri, 5 Sep 2014 20:48:11 +0000

Von: Chantal Kloecker

Lieber Udo, liebe Freunde der Innovativen Ideen,

Du hast meine ganze Bewunderung für die Art und Weise, wie Du aus einem Fahrrad + Anhänger eine Wanderausstellung machst. Deine Idee finde ich super… aber dann solltest Du eher von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt IN AFRIKA fahren. Dort bestehen Not , Bedarf und ganz bestimmt Interesse!

Hier können sich die Leute die Situation der afrikanischen Frauen absolut nicht vorstellen. Unsere geniale Sparöfen würden ihnen seltsam vorkommen und vielleicht sogar komisch! Ich merke es auch bei meinen Freunden: sie verstehen einfach nicht, wie wichtig und innovativ sie sind!

Bei unserem letzten Treffen (Bernd, Jochen, Willi, Andreas, Arnaud und ich) haben wir uns schon gefragt, wie wir Werbung für unsere Öfen machen können. Radio ist , glaube ich, das Beste: die meisten Dörfer haben Empfang, auch die Analphabeten haben so Zugang zur Information. Kommunikation unter den Dörfern ist kein leeres Wort, die Nachrichten „reisen“ sehr schnell in Afrika. Dann müssen Sensibilisierung und vor allem Vorführung der Geräte unternommen werden, so wie wir es in Juli im Dorf Klala gemacht haben. Ab jetzt werden sich unsere Weltwärts Freiwilligen dafür engagieren, mit den Frauen experimentieren, und den Lauf der Kampagne evaluieren. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

Genau wie Herr Fetzner denke ich, dass die Universitäten in Afrika hinter uns rennen sollten…. Und nicht umgekehrt! Ich bin auch nicht bereit, diese Leute einzuladen, ihnen Kost und Hotel zu bezahlen, sogar Perdiem usw.… Leider scheint es in Afrika Gang und Gäbe zu sein. Deswegen denke ich, dass wir direkt die Basis ansprechen sollten.

Unser Beispiel in Togo: wir fangen (hoffentlich) bald an, „unsere Fetzner-Kocher“ selber herzustellen, und wir werden Professoren, Präfekt und Minister erst danach einladen. Ich habe sowieso überhaupt nicht den Eindruck, dass das Glück ihres Volkes ihnen am Herzen liegt!

LHL und ADES sind in mehreren afrikanischen Ländern aktiv. Dort sind Holzsparöfen die dreifache Antwort auf 3 Grundprobleme: Abforsten, Arbeitslosigkeit und unfruchtbare Böden. Wenn jeder von uns eine Basis in „seinem „ Gebiet findet, die die Kocher vertreibt (wie Yahaya in Nigeria), wird sich bald die gute Nachricht verbreiten, oder?

Wir verfügen über so viele Informationsmöglichkeiten hier, dass wir ganz aktuell im Internet/ Facebook, usw.…über den Stand unserer Projekte (Fokus: Holzsparöfen) leicht die ganze Welt informieren können. Die Professoren und Politiker können sich dort informieren, und eventuell sich engagieren. Ich werde wahrscheinlich meinerseits eine Website extra für unser Togo-Projekt machen, in Zusammenarbeit mit Heinz/LHL und meinem Sohn (und vielleicht Du, Andreas?). Aber darüber können wir noch reden!


Datum: Fri, 5 Sep 2014 21:17:36 +0200

Von: Udo Fredmueller

Hallo Bernd,

das Bild wird Euch kaum zusagen .... weil ADES im Vordergrund stand.

ES war ein verregneter Sonntag 31.08. Die "Rettung" war wieder mal der S80, mit dem Popcorn hergestellt werden konnte und Enkelin Melissa sich bediente. Die ADES-Stellwand passte natürlich durch diesen Einsatz überhaupt nicht!!!!

Da ich kein Muster von unserem neuen Vorzeigemodell BASIC habe, konnte ich den nicht zeigen -- hätte ich den dabei gehabt, wäre natürlich das ADES-Display noch mehr fehl am Platze... zumindest zum jetzigen Zeitpunkt... Ich werde jedoch die Hoffnung nicht aufgeben, dass die "Kreativschmiede" aus Bruchsal eines Tages mit der madegassischen ADES kooperieren wird.

Wie Ihr sehen könnt, passt Alles incl. Spiegel/Töpfe/Schirme/Zubehör/Holz/Sparkocher/ wonderbox auf einem zweckentfremdeten Fahrrad-Anhänger.. und wenn keine Hindernisse auf der Straße oder Radwege auftauchen, schaffe ich mit der gesamten Ausrüstung 10 - 15 km / Stunde.

Was haltet Ihr von einem verrückten Vorschlag???- mit einem neuen Display - entweder mit L-H-L oder einer anderen NGO quer durch Deutschland zu fahren, um von Stadt zu Stadt / Dorf zu Dorf / Marktplatz zu Marktplatz auf unsere Projekte aufmerksam zu machen - Ich traue mir das zu, weil ich gewohnt bin - allerdings ohne Anhänger 100-200 km an Sommertagen zu schaffen.. Ich würde dann gerne die Gelegenheit nutzen - auf die wahnsinnige immer noch gang und gebe traditionelle Feuerstellen und deren Verschwendung hinzuweisen und würde dann gerne den BASIC präsentieren in Verbindung mit der leider immer noch zu wenig genutzten Warmhaltetechnik. Ihr werdet jetzt bestimmt denken " der Udo spinnt halt - solche Ideen zu äußern....

Jedoch auch mit solch einem Prädikat kann ich gut leben ...


Datum: Fri, 5 Sep 2014 20:39:42 +0200

Von: Udo Fredmueller

Hallo Richard,

ich verstehe Deine Reaktion nur zu gut. Die notwendigen 500 Dollar sollst ja nicht Du investieren, sondern sollten wir in unserer Gemeinschaft aufbringen.

Jochen und Willy haben bestimmt einen Vorschlag, der uns weiterbringt.. Auch wenn Dir der Betrag beim CREEC Institut zu hoch vorkommt, sehe es einfach als Fakt an, und als weitere Verbreitungsmöglichkeit, die die in Kampala sicherlich besser haben, als wir in unserer kleinen Gruppe..

Lass Dir gesagt sein, dass es Spaß macht, all Eure Experimente und den Bericht von Chantal Kloecker zu lesen.


Datum: Fri, 5 Sep 2014 11:52:04 +0200

Von: Richard Fetzner

zunächst Antworten an Bernd : Ja ich habe das Holz vollständig verbrannt, deshalb konnte ich gut "köcheln" (nach 40 Minuten noch 92 ° Celsius)!

Nur um einen Kochertest am CREEC-Institut in Kampala machen zu lassen, bin ich nicht bereit, 500 Dollar auf den Tisch zu blättern . Schließlich kann das Institut von unseren innovativen Kochern profitieren ..... mehrfach!

Anscheinend sind die noch nicht auf die Idee gekommen, daß eine Zusammenarbeit mit dem "namenlosen" Entwickler namens Richard Fetzner nützlich sein könnte !

Hallo Frau Klöcker,

da ich noch Palmen - Nußschalen aus Togo von Ihnen habe, konnte ich heute morgen damit kochen bzw. testen.

Mit 300 Gramm dieser Nußschalen, mit einem Zündwürfel und mit 30 Gramm

Anfeuerholz konnte ich, in genau 20 Minuten, 5 Liter Wasser zum Kochen bringen. Da noch viel Feuer-Power vorhanden war, schüttete ich zusätzlich einen halben Liter Wasser in den Topf. Nach 7 Minuten kochten 5,5 Liter Wasser. Daraufhin habe ich nochmals

einen halben Liter Wasser zugegeben, der aber nicht mehr zum Kochen kam. Nach weiteren 14 Minuten hatten die 6 Liter Wasser eine Temperatur von 98° Celsius .Der Versuch wurde dann abgebrochen. In der Brennkammer befand sich noch ein minimaler Glut-Rest.

spezifischer Verbrauch: 330 Gramm Biomasse / 5,5 Liter Wasser = 54,5 Gramm/ Liter

Besonders erwähnen möchte ich den hervorragend guten Brennstoff! Er brennt völlig rauchfrei, mit bläulicher Flamme!!

Momentan kann ich noch keine Bilder und Zeichnungen des Pyrolyse -Kochers liefern .Er sieht ähnlich aus wie der smokeless Holzkohle-Kocher bei Scan 0244.jpg .

Ich freue mich auf eine weitere gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit ALLEN !


Datum: Thu, 4 Sep 2014 23:11:01 +0200

Von: Bernhard Müller

der Bericht von Chantal Kloecker ist fantastisch. Sehr detailliert. Alles ist nachvollziehbar. Gratulation.

Richard, hast Du zum Köcheln die Holzkohle verbrannt? Ich meine, dass 383g Holz incl. Anzündmaterial vollständig verbraucht wurden?

Die Zeit bis zum Kochen und der spezifische Verbrauch sind außerordentlich gut.

Ich habe heute Karsten Bechtel getroffen, der mir sagte, dass es eine außerordentlich gute Idee sei, Kocher beim CREEC Institut in Kampala, Uganda testen zu lassen. Es wäre ein gutes Argument, die Kocher in Afrika zu verbreiten, denn in einigen Ländern glauben die Leute nämlich nicht, was denen ein Weißer erzählt. Für alle, die es noch nicht wissen: ein Kochertest gemäß WBT (3 Verbrauchstests incl. Köcheln) und 3 Abgasmessungen kosten dort $500.


Datum: Thu, 4 Sep 2014 20:18:42 +0000

Von: Chantal Kloecker

Lieber Herr Fetzner,

Ich finde die Worte nicht, um mich bei Ihnen zu bedanken. Sie machen all dies mit Leidenschaft, und ich kann es gut verstehen, weil ich genau in Ihrer Situation bin.

Ich habe sofort meine Partner in Togo angerufen, um ihnen diese schöne Nachricht zu übergeben. Sie freuen sich riesig und sie bedanken sich bei Ihnen.

Die Zeit zum Kochen kommt mir sehr kurz vor. Welche Holzsorte haben Sie genommen? Werden wir den Kocher in Düsseldorf mit Palmennusshülsen und trockenem Grass probieren können?

Ich freue mich sehr auf unser Wiedersehen in 2 Wochen.


Datum: Thu, 4 Sep 2014 21:49:46 +0200

Von: Richard Fetzner

heute habe ich einen Pyrolysekocher gebaut, bei dem die Wünsche und Vorschläge aus Togo umgesetzt sind!

1. Beim Überkochen des Topfes wird das Feuer nicht gelöscht, weil die überlaufende Flüssigkeit nach außen abfließen kann.

2. Brennstoff kann nachgelegt werden, ohne daß der Topf abgenommen werden muß .

3. Die Herstellung des Kochers wird vereinfacht durch einen quadratischen Aus-Schnitt der Herdplatte .

Demnächst werde ich eine Zeichnung anfertigen. Beim Pyrolyse-Seminar stelle ich den weiterentwickelten Pyrolyse-Kocher vor .

Heute Abend kochte ich mit ihm 5 Liter Wasser in 22 Minuten. Nach weiteren 40 Minuten hatte das Wasser noch 92 ° Celsius.

Insgesamt wurden 383 Gramm Holz verbraucht = 76,6 Gramm pro Liter Kochwasser.


Datum: Sat, 30 Aug 2014 22:52:48 +0200

Von: Udo Fredmueller

Hallo Chantal,

es wäre zu schön um wahr zu sein, wenn jetzt mal unser Thema auf höherer Ebene in den Fokus geraten würde.

Deine Argumente sind gut nachvollziehbar, weil das Prinzip Hilfe durch Selbsthilfe zum Tragen kommt.

ADES hat es mit dem OLI-Sparofen geschafft, in die Breite zu gehen - und wird wohl bald flächendeckend auf Madagaskar bekannt sein,weil die jetzt Jahr für Jahr im Lande schon "fünfstellig" produzieren...

Meine Riesenhoffnung lautet, dass sobald die Serienreife und lange Haltbarkeit des BASIC-Ofens aus der Bruchsaler Kreativ-Werkstatt feststeht, dass dann eine FUSION mit den Madegassen v. ADES realisiert werden kann und wir auf 14 Jahre Erfahrung und Bekanntheitsgrad von ADES zurückgreifen können. Hinzu kommt, dass die ausgezeichnete Verbindungen zur GIZ nach Eschborn haben - Also ein Alleingang wäre mehr als mühselig und würde nur viel zu viel Zeit verschwenden!!!

Ähnlich sehe ich das in Deinem Projekt in Togo. Dort wird es ja auch schon größere lokale Ofenbauer geben.

Albert Schweizer hat mal den Spruch gesagt:

"Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt"

"In diesem Sinne"....

Sehe bitte den Norden Nigerias als Ausnahme: Bernd und Yahaya werden Dir mehr Details berichten können..

Dort ist die Wüstenverbreitung derart dramatisch fortgeschritten, dass eine reine Wertschöpfung vor Ort zu lange dauern würde... Herr K. überlegte schon vor langer Zeit, die Produktion in das jeweilige Land zu verlegen, aber das amortisiert sich natürlich erst dann, wenn die Nachfrage millionenfach vorhanden ist.

Für die Brennkammer S80 wird Edelstahl benötigt - in vielen Ländern nicht vorhanden. Dieses Material ermöglicht die hohe Haltbarkeit und Lebensdauer dieses absolut genialen Sparofens.

Noch wichtiger als die Pyrolyse ist m.E. die Warmhalte-Technik, weil sie fast nichts kostet. Unserem Planten würden Hunderte von Millionen Tonnen CO2 erspart bleiben, wenn nur dieses Wissen in allen Bevölkerungsschichten vorhanden wäre - und es auch umgesetzt werden würde.

Ich habe letzte Woche Yahaya noch einmal getroffen. Um Ebola macht er sich noch keine Sorgen - vielmehr um das Vorgehen von Boko Haram - das ist derart schrecklich - wir erfahren nur kaum in den Medien davon, obwohl die ähnlich grausam vorgehen wie IS !! Im Norden Nigerias gibt es keine Bodenschätze - und es schaut sooo aus, dass die westliche Welt deswegen solch ein riesiges Territorium und Millionen von Nigerianern dort im Norden im Stich lässt...


Datum: Sat, 30 Aug 2014 08:41:10 +0200

Von: Richard Fetzner

Liebe Frau Klöcker,

gestern Abend habe ich vergessen einige Bilder zum "umfunktionierten" smokeless Holzkohle-Kocher zu senden.

Das wird hiermit nachgeholt.

Als Pyrolysekocher eingesetzt, wird die raucharme Verbrennung mit einem großen Nagel gesteuert!

Näheres können Sie bei den nächsten Kocherseminaren erfahren.


Datum: Sat, 30 Aug 2014 00:28:49 +0200

Von: Richard Fetzner

Liebe Frau Klöcker,

vielen Dank für die gute Nachricht !

Als Techniker erarbeite ich technische Problemlösungen . Viel mehr kann ich leider nicht tun!

Heute habe ich einen besonderen Fortschritt erzielt, in dem ich den smokeless Holzkohle-Kocher als Pyrolysekocher betreiben konnte. Das ist mit wenigen, zusätzlichen Teilen möglich! Hierzu Scan 0247.jpg

So viel ich weiß, benötigen herkömmliche Holzkohle-Kocher 300 Gramm Holzkohle um 5 Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Ein smokeless HK-Kocher kommt mit 180 Gramm Holzkohle aus oder, wahlweise, mit 300 Gramm Pellets aus Holz oder Stroh oder Gras !

Die technischen Voraussetzungen sind somit geschaffen, um enorme Verbesserungen in Entwicklungsländern zu ermöglichen........ und zwar auf verschiedenen Ebenen !

Vorschläge zur Umsetzung :

1. weniger Waffen produzieren , dafür mehr Pelletiermaschinen herstellen und ausliefern

2. weniger Holzkohle herstellen , dafür mehr Biomasse-Brennstoff (Pellets und Briketts) herstellen und ausliefern

3. in Entwicklungsländern die Produktion von Brennstoff sparenden und die Gesundheit schonenden Kochgeräten enorm steigern !

4. Informationen über solche Kochgeräte im Fernsehen, in Zeitschriften ,in Schulen Kirchen und und und verbreiten !

Ob die Staats-und Regierungschefs "Dampf" beim Klimaschutz machen werden??

Wir tun jedenfalls das, was uns möglich ist, mehr können wir kleinen Leute nicht tun !


From: Chantal Kloecker

Sent: Friday, August 29, 2014 12:18 AM

Subject: AW: Nigerias Auftritt auf dem Klimagipfel in New York

Lieber Bernd, lieber Yahaya,

Ich freue mich sehr über die gute Nachricht, dass Präsident Goodluck von den Holzsparkochern (endlich) auf dem nächsten Klimagipfel berichten wird. Dies beweist, dass Ihr recht hattet, trotz aller Schwierigkeiten, diesen Save80-Projekt durchzuziehen. Paul Krämer wäre glücklich auch!

Unsere Forschungen sind bahnbrechend und zukunftweisend: wir sind zum Glück nicht die einzigen, die sich damit befassen.

Wichtig ist jetzt, dass wir unsere Ideen in Taten umsetzen.

Ich möchte einen wichtigen Punkt ansprechen: Herr K. ist der Lieferant vom Save80 und anderen größeren Kochern. Diese Abhängigkeit ist sehr lästig, meiner Meinung nach. Ich fände es viel besser, wenn die Kocher in Afrika von Afrikanern hergestellt wären. Dies würde viele Arbeitsplätze schaffen und das wäre ein großer Entwicklungsfaktor. Aus diesem Grund möchten wir in Togo die Kocher am Ort herstellen, mit der Hoffnung, dass andere Leute uns imitieren.

Außerdem möchte ich, dass die Pyrolysekocher in NY erwähnt werden, weil sie nach meiner Meinung die Lösung für die ländliche Bevölkerung sind. Die HK-Kocher und der Save80 sind eher für die Stadtbewohner gedacht. Meine bescheidene Versuche im Dorf Klala in Togo hat meine Vermutungen bestätigt, dass das Fetzner Model genial ist.

Yahaya, ich hätte sehr gern Deine Meinung. Schreib mir, oder ruf mich auf Skype an (Mein Pseudo ist „jawa.chantal“). Du hast bestimmt sehr viele Sorge, Ebola ist das Letzte, was Du gebrauchen konntest!


Im Auftrag von Bernd Blaschke

Gesendet: Donnerstag, 28. August 2014 02:58

Betreff: Nigerias Auftritt auf dem Klimagipfel in New York

Ban Ki Moon hat für den 23. September die Staats-und Regierungschefs aus

190 Staaten nach New York geladen, um Dampf beim Klimaschutz zu machen.

Frankreichs Präsident Hollande kommt, US-Präsident Obama auch - aber Angela Merkel sagte den Termin schon im Frühjahr ab. Offiziell nennt sie Terminprobleme als Grund. Jetzt wurde bekannt, dass Umweltministerin Barbara Hendricks den Termin für die Kanzlerin wahrnimmt.

Weniger bekannt ist, dass unter den Vertretern von mehr als 100 Ländern sich auch Nigerias Staatspräsident Good Luck Jonathan befindet. Und noch gar nicht bekannt ist, dass er ein ehrgeiziges Kocherprogramm für sein Land verkünden wird.

Anläßlich ihres Besuches auf unserer Farm in Kaduna hat Engr(Mrs) Bahijjahtu Abubakar,National Coordinator,Renewable Energy Programme, Federal Ministry of Environment angedeutet, dass Ihr Präsident auf dem Klimagipfel das Thema Holzverbrauch für das tägliche Kochen ansprechen wird und in diesem Zusammenhang ein ehrgeiziges Kocherprogramm ankünden wird. Sie habe den Auftrag für dieses Programm nach einem geeigneten Objekt Ausschau zu halten und dazu diene auch ihr Besuch. Frau Abubakar und ihre Begleiter haben sich den aktuellen Container Nr. 12 angeschaut, der noch zu 75% gefüllt ist, haben die Kocherherstellung und die Kochermontage inspiziert, ihnen wurde von Yahayas Leuten auf dem großen Speedmaster ein leckeres Essen zubereitet (es war so reichlich, dass der Rest an das Nachbardorf verteilt wurde), Yahaya hat die Idee des Flaschenhauses vorgetragen und auch noch den Solartrockner, den Boxkocher und die Solarwerkstatt gezeigt.

Alles das hat der Besucherdelegation gut gefallen und sie haben erkannt, dass Yahaya mit seinen Leuten von DARE etwas auf die Beine gestellt haben, was man so in Nigeria kein zweites Mal findet. Er und seine Mannschaft haben höchstes Lob erfahren und Frau Abubakar hat angedeutet, dass aus ihrer Sicht der SAVE80 für Nigeria das richtige Kochermodell sei. Sie hätte jetzt soviel gesehen dass ein weiterer Besuch in D eigentlich überflüssig sei. Die Vertreter des Rechnungshofes waren da etwas anderer Meinung, sie müssen und wollen sich selbst davon überzeugen, dass auch die Herstellung und der Versand mit den internen Vorschriften im Einklang steht.

Also bereiten wir uns weiterhin auf den Besuch einer kleinen Delegation vor, da aber die deutsche Botschaft wegen Urlaub derzeit unterbesetzt ist, kann es noch etliche Tage dauern. In der Zwischenezit habe ich den Auftrag, sowohl mit Herrn K. als auch mit atmosfair Gespräche zu führen, ob bis Jahresende eine größere Lieferung verwirklicht werden kann.

Sollte die erste Teillieferung noch aus den Original SAVE80 4l-Modell bestehen, dann könnte für die zweite Tranche bereits der Pentastove in die Favoritenrolle schlüpfen. Dazu muss aber erst einmal der Prototyp fertiggestellt und nach Nigeria versandt werden, damit auch die da unten wissen wovon wir sprechen.

Sofern auch Frau Abubakar nach Düsseldorf kommen sollte, werde ich Euch informieren und ggf. auch zu einem kleinen Treffen in das FJBK bei Hubert einladen, wo wir ihr den Pentastove vorführen wollen.


Datum: Thu, 28 Aug 2014 14:33:01 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Willy,

Scan 0246.jpg dürfte Dich interessieren. Es zeigt deutlich, wie sich verschiedene Distanzen zwischen Herdplatte und Topfboden auswirken. Das ist nicht verwunderlich, denn wir wissen schon lange, welche Wirkungen verschiedene Distanzen zwischen Topfwandung und Effizienzring (Schürze) haben!

Beim smokeless Holzkohle-Kocher, den ich Euch sandte, habe ich die Sechskant-Schraubenköpfe auf denen der Topf steht, mit Unterlegscheiben unterlegt.

Zur Steigerung der Effizienz, können diese Scheiben entfernt werden !


Datum: Wed, 27 Aug 2014 18:41:55 +0000

Von: Chantal Kloecker

Lieber Herr Fetzner,

Gestern hat sich die Kochergruppe in Düsseldorf getroffen und dort habe ich den von Ihnen gebauten Holzkohlekocher gesehen.

Was mir sehr gut gefällt ist die hohe Stabilität durch die 3 Füße. Ich bin jetzt sehr gespannt ihn in Betrieb zu sehen, bei unserem nächsten Treffen.

Ich finde toll, wie Sie mit Enthusiasmus und Erfindungsgeist forschen und uns sehr unterstützen.


Datum: Wed, 27 Aug 2014 19:49:33 +0200

Von: Richard Fetzner

bei Scan 0244.jpg sind mir mehrere Fehler unterlaufen. Diese sind bei Scan

0245.jpg berichtigt .

Aus dem Diagramm (unten) kann man entnehmen, daß 29 Minuten lang eine

CO-Flamme, über der Holzkohle-Glut, brannte .

Dabei wurde CO unschädlich gemacht bzw. verbrannt.

Diesen Kocher werde ich beim Kocherseminar vorstellen.


Datum: Wed, 27 Aug 2014 13:09:52 +0200

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Lieber Herr Rothenpieler,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Sie können gern meine Email-Beiträge weiterreichen, falls Sie es wünschen. Hoffentlich wird mehr und mehr erkannt, dass der traditionelle Holzverbrauch in Entwicklungsländern auf ca. 1/10 reduziert werden kann, also eine Einsparung von 90% möglich ist.


Datum: Wed, 27 Aug 2014 12:10:22 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

schade daß die jungen Leute noch nicht dazu gekommen sind ,ein Kocher-Forum

im Internet einzurichten!

Ich würde mich freuen, wenn wir dadurch "Rückenwind" bekommen könnten.

Gegen eine Veröffentlichung unserer Anliegen bzw. unserer Mission habe ich nichts einzuwenden .

Anbei sende ich, mit Scan 0244.jpg , einen smokeless Holzkohle-Kocher, der sowohl Brennstoff einspart (CO2 reduziert) als auch hochgiftiges CO reduzieren kann.


Datum: Wed, 27 Aug 2014 11:48:24 +0200

Von: Bernhard Mueller

Sehr geehrter Herr Rothenpieler,

danke für die Info.

Ich bin mit einer Veröffentlichung der eMail-Forum-Diskussionen einverstanden.


Datum: Tue, 26 Aug 2014 22:05:04 +0200

Von: Richard Fetzner

heute habe ich den smokeless HK-Kocher (003.jpg) "stabilisiert", durch

Verbinden der 3 Beine.

Diesen Holzkohle-Kocher werde ich am 20. 9. nach Düsseldorf bringen .

Den smokeless HK-Kocher von Christa Roth (001.jpg) kann ich nicht vorführen.

Bernd Müller hat ihn bereits zurückgegeben.


Betreff: Offizielle Tests von Clean Cookstoves

Datum: Tue, 26 Aug 2014 18:55:48 +0200

Von: Bernhard S. Müller

das CREEC Institut an der Makerere Universität, Kampala, Uganda hat ein vollständig eingerichtetes Testlabor, wo man neu entwickelte Kocher testen lassen kann. Mit einem guten Ergebnis von diesen Leuten ließe sich ein Kocher - meines Erachtens - in Afrika viel besser einführen.


Datum: Fri, 22 Aug 2014 16:04:44 +0200

Von: Bernhard Müller

Vielen Dank, lieber Richard,

das scheint mir alles Hand und Fuß zu haben. Bravo!

Als ich die Kocher an Christa Roth zurückgab, teilte sie mir etwas mit, das es ebenfalls zu bedenken gilt. „Holzkohle“ ist ein weit gefasster Begriff. Holzkohle ist nicht gleich Holzkohle. Es kommt darauf an, aus welchem Rohmaterial sie besteht, wie gut und gleichmäßig sie hergestellt wurde und wie viel Feuchtigkeit sie enthält. Ohne gleiche Ausgangsmaterialien kann also kein brauchbares Ergebnis für die Statistik und Standardisierung erzielt werden.

Bei meinem Besuch hat mir Deine Frau ihre Warmhaltetasche mit Heu-Füllung gezeigt. Bitte poste einmal ein oder zwei Fotos. Diese Tasche ist nämlich sehr interessant für alle. Für Dr. Seifert: auf dem letzten Foto von dem Warmhaltekorb war es kein Stein, sondern eine Rüsche.


Datum: Fri, 22 Aug 2014 14:04:08 +0200

Von: Richard Fetzner

Liebe Kocherfreunde,

die Zeit bleibt nicht stehen, die Entwicklung auch.

So sende ich Euch heute eine neue Variante eines smokeless Holzkohle-Kochers (Scan 0243.jpg).

Bei Versuchen habe ich festgestellt , daß Holzkohle-Kocher viel Hitze nach unten abstrahlen , die zum Teil verloren geht . Bei dieser Variante wird ein Teil der Wärme zurückgewonnen durch Luft, die durch Löcher im Boden einströmt .

Außerdem konnte ich feststellen, daß große Stücke Holzkohle die Effizienz des Kochers stark reduzieren (siehe 2 Diagramme hierzu) ! !

Schlußfolgerung: Nicht nur Holzkohle-Kocher, ALLE Kocher, die wir afrikanischen Frauen anbieten müssen erklärt und die Köchinnen eingewiesen werden!


Datum: Wed, 20 Aug 2014 14:18:37 +0200

Von: Richard Fetzner

Liebe Kocherfreunde !

heute hat uns Bernd Müller besucht und hierbei von Frau Christa Roth berichtet.

Offenbar versteht es Bernd sehr gut, mit Frau Roth umzugehen ! Immerhin hat sie 2 fortschrittliche Kocher ausgeliehen, damit wir sie eingehend untersuchen können. Darüber sind wir sehr froh !

Ich habe auch gleich eine Skizze vom mitgebrachten smokeless Holzkohle-Kocher angefertigt. Bei Scan 0242.jpg ist er (unten) dargestellt , im Maßstab 1 : 4 .

Frau Roth hat erklärt, daß der Kocher zu Beginn und am Ende des Kochvorganges kaum CO zu CO2 umwandeln kann .

Das trifft auch für unseren Kocher (oben) zu, denn es gibt zu Beginn und am Ende des Kochvorganges keine CO-Flammen! Vermutlich kann unser Kocher jedoch mehr CO reduzieren (verbrennen) weil wir die Verbrennungsluft höher aufheizen können. Wir ziehen die Verbrennungsluft durch den Rost und die glühende Holzkohle, wobei sie mehr als 500 ° Celsius erreicht !

Bei der Uni in Kampala (Uganda) wurden CO-Messungen durchgeführt .Dort könnte auch unser Kocher geprüft werden .

Es zeigt sich wieder einmal, daß wir mit der Uni in Kampala zusammenarbeiten müssen!


Datum: Mon, 18 Aug 2014 12:20:45 +0200

Von: Udo Fredmueller

Lieber Richard,

Hauptsache, Du wirst nicht aufgeben und Deine Kreativität bleibt noch lange erhalten.

Du zeigst eine ziemliche realistische Darstellung auf.

Lass Dich keineswegs "hinsichtlich Resonanz aus GIZ-Kreisen" entmutigen.

Mahatma Gandhi hat mal gesagt: " Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünscht für diese Welt".

Frau Roth wird sich auf bestehende Projekte fokussieren - und "WIR" sind offensichtlich noch zu "klein" - und unerfahren - sind noch in der "Aufbauphase"..... dass sie uns noch nicht auf dem "scope" - auf dem "Schirm" hat - und erst einmal abwartet, welche

Ergebnisse wir in der Praxis erzielen!!!! ???

Die Erwartung auf "0" zu schrauben - ist eigentlich oft im Leben gut, weil man dann

einer entsprechenden Frustrations- Welle entgehen kann.

Aber erwarten können wir doch zumindest - auch von einer überbeanspruchten Christa Roth, dass sie von den genannten 3 Projekten und den m.E. sensationell erzielten Effizienzergebnissen der Kochertests erfährt und diese Info lediglich an das entsprechende Ressort der GIZ weiterreicht.

Diese Erwartungshaltung ist bestimmt nicht zu hoch - und "delegieren" ist ja nicht zu viel verlangt - oder ??


Datum: Thu, 14 Aug 2014 11:05:19 +0200

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Lieber Herr Müller,

in Ihrem Bericht haben Sie mir eine Frage gestellt, die ich nicht ausreichend beantworten kann. Wir sollten dazu Lebensmittel-Experten aufsuchen (meine Expertise liegt mehr bei der Thermodynamik und der Wärme- und Stoffübertragung). Das Garkochen von großen Bohnen scheint mir eine der anspruchsvollsten Gar-Aufgaben zu sein. Die Garzeit lässt

sich natürlich durch vorheriges Einweichen verringern, aber aus eigener Erfahrung scheint mir, dass eine Verweilzeit von mehrerern Stunden bei Temperaturen über 80°C nötig ist. Ganz anders ist es beim Reis, der schnell gart.

Die Gar-Technik ist so einfach, dass die örtlichen Frauen-Gruppen wohl die richtigen angepassten Lösungen ausarbeiten können, wobei auch die Lebensdauer und die Hyhiene zu beachten ist (was bei Körben mit entnehmbarer Isolierung nach meiner Meinung leichter zu erfüllen ist).

Aber hilfreich sind hier auch Institutionen, die das Wissen für die lokalen Anwendungen aufbereiten und ich meine, dass dabei auch das Fernsehen in der Verantwortung ist. Das könnte auch bis zur Erschöpfung beanspruchte Mitmenschen wie Frau Christa Roth entlasten.


Datum: Thu, 14 Aug 2014 08:34:50 +0200

Von: Bernhard Müller

nach meinem Gespräch mit Frau Christa Roth, das sich über mehrere Stunden hinzog, kann ich einige Hinweise geben:

1. Frau Roth ist „nur“ Beraterin bei der GIZ, hat also keinen Einfluss auf die Steuerung von Projekten. Allerdings weiß sie, wo was gefördert wird. In Uganda ist z.B. das CREEK Institut Empfänger von Hilfen der GIZ. Das CREEK Institut seinerseits unterstützt die Awamu Biomass Energy Ltd. mit technischen Erkenntnissen. Die Schwierigkeit in Uganda ist also nicht die Herstellung von Pyrolysekochern - vom mangelhaften Material einmal abgesehen - sondern die Verbreitung in ländlichen Gegenden, fernab von Städten und guten Straßen. Für die Verbreitung sind geschultes Personal und Fahrzeuge anzuschaffen, was die Kosten in unübersichtliche Höhen treiben würde.

2. Frau Roth kennt und schätzt die Warmhaltetechnik. Sie wendet sie selbst an und zeigte mir einige ihrer Cooking Bags. Sie hat sie in verschiedenen Größen, jede Isoliertasche genau passend für den zu verwendenden Topf. Teilweise verwendet sie die Isoliertaschen auch zum Kühlen. Sie kannte auch den Peo-Pe-Erfinder Paal Wendelbo - der im April verstarb - sehr gut. Paal Wendelbo war ebenfalls ein Protagonist der Warmhalte-Technik zum Energiesparen.

3. Frau Roth würde sich auch freuen, am Pyrolysekocher-Seminar im Oktober teilzunehmen. Ihren Worten zufolge hat sie sich aber verschiedenen Projekten verpflichtet. Falls diese verschoben werden, würde sie an dem Seminar nicht teilnehmen können.

4. Ich habe aus ihren Darstellungen herausgehört, dass sich einige Personen und Organisationen direkt an das BMZ wenden. Diese Anfragen werden dort nicht bearbeitet, sondern an die GIZ weitergeleitet. Wer also schon einmal eine Anfrage an die GIZ gestellt hat, braucht sich gar nicht mehr an das BMZ zu wenden. So interpretiere ich das Gehörte und muss bitten, sich nicht darauf zu berufen, wenn mit GIZ oder BMZ verhandelt wird.

5. Und so weiter: z.B. wurden Carbon Credits und andere Einzelheiten angerissen.

Nun noch direkt zu Herrn Dr. Seifert: gibt es irgendwo Hinweise darauf, welche Temperatur nötig ist, alles(!) zu garen? Ich habe irgendwann mal gehört, dass die „zweite Pasteurisierungstemperatur“ von 73°C die Schwelltemperatur ist, bei der alles(!!!) gart. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Wo kann man Genaueres darüber zu erfahren? Oder gibt es die „generelle“ Gartemperatur gar nicht? Außerdem suche ich nach Informationen über den Vorgang des „umkippens“ von Suppen, also das sauer werden. Mir ist schon klar, dass hauptsächlich Bakterien daran beteiligt sind, aber Details über die Voraussetzungen fehlen mir. Bei welcher Temperatur setzt dieser Vorgang ein?


Datum: Thu, 14 Aug 2014 08:11:56 +0200

Von: Richard Fetzner

Mit Scan 0237.jpg sende ich heute das Schnitt-Bild eines Pyrolysekochers, mit dem sich ALLE festen Brennstoffe effizient und raucharm verfeuern lassen !

Ein solcher Kocher dürfte besonders interessant sein für weitgehend abgeholzte Entwicklungsländer wie z.B. Haiti und der Tschad . Es gibt dort zumindest noch verschiedene "Gräser" wie Miscanthus, die als Brennstoff zum Kochen genutzt werden können . Diese müssen nicht besonders brikettiert oder pelletiert werden sondern werden lediglich gehäckselt in den Kocher eingefüllt.

Scan 0209.jpg zeigt 2 Kochvorgänge mit dem Brennstoff Miscanthus, der in Deutschland von Landwirten / Energiewirten angebaut wird!

Die Diagramme zeigen die Leistung des Kochers . Die 5 Liter Wasser, im Topf aus Uganda, kochen bereits nach 20 bis 22 Minuten.


Betreff: Re: Versuche mit warming-bags

Datum: Wed, 13 Aug 2014 08:58:26 +0200

Von: Bernhard Müller

Klarer Fall, liebe Freunde,

ich teste zur Zeit täglich stundenlang verschiedene Warmhalte-Körbe und -Taschen. Wichtig ist auch der Füllstand im Topf, denn in dem leeren Raum zwischen Kochgut und Deckel entwickeln sich Verluste durch Verdunstung und Konvektion. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass in höheren Lagen die Ausgangstemperatur niedriger ist, die Garzeit sich dadurch also verringert. Ich werde meine Ergebnisse in einigen Tagen allen mitteilen - bitte um Geduld.


Am 13.08.2014 um 05:38 schrieb Dr.-Ing. Dieter Seifert

Hallo Udo,

die wachsende Anerkennung der Thermos-Technik freut mich sehr, denn es war ja zum Verzweifeln. Meine Hinweise auf trockene Isolierung, genügend große heiße Wassermenge, Vermeidung von Luftspalten, sollen vor allem dazu dienen, dass die Temperartur mehrere Stunden lang über 80 °C bleibt, damit auch Bohnen gegart werden können und damit dieses stundenlange, schädliche und teure Kochen ebenfalls durch die Thermos-Technik ersetzt werden kann. Die Warmhalte-Gar-Technik hat den großen Vorteil, dass sie mit lokalen Mitteln verwirklicht werden kann, wenn man nützliche Regeln beachtet.


Datum: Wed, 13 Aug 2014 05:38:40 +0200

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert <

Hallo Udo,

die wachsende Anerkennung der Thermos-Technik freut mich sehr, denn es war ja zum Verzweifeln. Meine Hinweise auf trockene Isolierung, genügend große heiße Wassermenge, Vermeidung von Luftspalten, sollen vor allem dazu dienen, dass die Temperartur mehrere Stunden lang über 80 °C bleibt, damit auch Bohnen gegart werden können und damit dieses stundenlange, schädliche und teure Kochen ebenfalls durch die

Thermos-Technik ersetzt werden kann. Die Warmhalte-Gar-Technik hat den großen Vorteil, dass sie mit lokalen Mitteln verwirklicht werden kann, wenn man nützliche Regeln beachtet.


Betreff: Re: WG: CO und Co 2 Messanlage für Holzkohlekocher und Pyrolysekocher

Datum: Tue, 12 Aug 2014 16:01:29 +0200

Von: Richard Fetzner

Lieber Jochen ,

vielen Dank für Deine Bemühungen CO und CO2 zu messen !

Es wäre sehr schön wenn uns Herr Ackermann hierbei helfen könnte !

Lieber Bernd (Müller) !

Da Du morgen Gelegenheit hast, Frau Christa Roth zu sprechen, möchte ich Dich bitten, auch obiges Thema zur Sprache zu bringen! Vielleicht kann auch sie uns, mit ihrem umfassenden Wissen, weiterhelfen!?

Wie hoch sind die CO-Emissionen und Verbrauchs-Werte der besten Holzkohle-Kocher weltweit?

Wie hoch sind die CO-Emissionen und Verbrauchswerte der besten Pyrolyse-Kocher weltweit?

Daran wollen wir uns orientieren und messen!


From: "Hans Joachim Grieb"

Sehr geehrter Herr Ackermann,

Wir kommen in der Entwicklung von der von uns geplanten Kocher systematisch weiter.

Nachdem Herr Fetzner den Basic Wood Saving Stove entwickelt hat und wir diesen jetzt in Madagaskar testen werden, hat er als nächstes, in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Madagaskargruppe, den Advanced Charcoal Saving Stove entwickelt.

Herr Fetzner hat eine Vielzahl von Versuchen durchgeführt und ist der Ansicht, dass er eine Lösung gefunden hat um das schädliche CO Gas, das in jedem Fall bei der Verbrennung von Holzkohle entsteht, durch hohe Temperaturen (zumindest teilweise) in CO2 umzuwandeln.

Durch einige Telefongespräche habe ich herausgefunden, dass es eine Messeinrichtung zur CO und CO 2 Messung von Kochern/Herden in Europa (noch) nicht gibt.

Allerdings ist Literatur vorhanden, wie eine solche Messeinrichtung hergestellt und betrieben werden kann. Wir sind der Ansicht, dass mit vergleichsweise geringem Aufwand eine solche Messeinrichtung aufgebaut werden kann.

Unsere Idee ist: Könnte man eine solche Messeinrichtung mit Ihrer Unterstützung vielleicht im Franz-Jürgens-Berufskolleg aufbauen und dort Messungen durchführen?

Wir würden dann nicht nur unseren Advanced Charcoal Saving Stove testen, sondern vielleicht auch in Zukunft die Pyrolysekocher, die wir entwickeln werden.

Auch für das Franz-Jürgens-Berufskolleg (z.B. in seiner Außendarstellung) könnte eine solche CO/CO 2 Messstation interessant sein, wäre sie doch die erste dieser Art in Europa. (Nach meinen Informationen gibt es nur Messstationen dieser Art in USA und Afrika).

Herr Lohle und ich würden sehr gerne mit Ihnen einmal über Einzelheiten sprechen.

Wir würden versuchen, die entstehenden Kosten ganz oder teilweise durch Spenden abzudecken

Vielleicht ergibt sich ja nach dem Ende der Sommerferien die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Gespräch, vielleicht zusammen mit Ihnen, Herrn Blaschke und Herrn Lutat.


Datum: Tue, 12 Aug 2014 12:51:10 +0200

Von: Udo Fredmueller

Hallo Dieter,

ich möchte Dir mitteilen, Menschen wie Bernhard Müller, Richard Fetzner und Faustine Odaba hohe Anerkennung zu zollen die mehr Bewegung in die Warmhaltetechnik bringen und erkannt haben, in der Kombination "Sparofen-Warmhaltekorb" noch effizientere Brennholzersparnisse zu erzielen, als bisher.

Das morgige Gespräch v. B. Müller mit Christa Roth und ihre Teilnahme am Pyrolyse-Seminar möge neue Akzente bringen, die hoffentlich dazu führen, dass sich die Wertschätzung der GIZ gegenüber auch Deiner langjährigen Auffassung verbessert und hoffentlich die propagierten Einsparmöglichkeiten beim Kochen in allen Winkeln benachteiligter armer Länder unserer Erde schneller verbreitet werden kann!!!!!!!!!!!!!!!!!


Datum: Tue, 12 Aug 2014 08:13:58 +0200

Von: Richard Fetzner

Aus aktuellem Anlaß sende ich heute Infos , die einen Pyrolysekocher betreffen, der vielseitig eingesetzt werden kann. Er ist bei Scan 0187.jpg dargestellt .

Mit ihm kann man praktisch ALLE FESTEN BRENNSTOFFE raucharm und effizient verfeuern

Die Frauen in Togo können mit trockenen Blättern, - Stengeln und - Gras ihre Mahlzeit kochen, ohne Brennstoff nachlegen zu müssen!!

Vorteile des Kochers: 1. Der eingesetzte Brennstoff muß nicht brikettiert oder pelletiert werden .

2. Er hat einen großen "Brennraum"

3. Er hat einen guten Stand .

Insbesondere diesen Kocher möchte ich beim Pyrolyse-Seminar in Barnstorf präsentieren , bei dem die international bekannte Pyrolyse-Expertin Frau Christa Roth teilnehmen wird. Ich bin sehr gespannt auf den Wissens- und Erfahrungs-Austausch mit ihr und hoffe, daß wir letztlich ALLE davon profitieren werden.


Betreff: Re: Goldruten - Wikipedia

Datum: Sun, 10 Aug 2014 18:05:05 +0200

Von: J.H.Rothenpieler/LHL

Lieber Herr Fetzner,

vielen Dank für Ihre Emails und Ihre Überlegungen, die ich immer versuche sorgfältig zu lesen, auch wenn ich mangels Fachkompetenz meist wenig dazu sagen kann.

Allerdings was die Biomasse angeht, so scheint mir das Elefantengras http://de.wikipedia.org/wiki/Napiergras (und andere sehr hoch wachsende Grassorten, die bei unseren Aufforstungen mancherorts deswegen ein Problem sind, gut geeignet zu sein in einem Pyrolyseofen genutzt zu werden. Alles, was unterhalb der Holzebene ist, wäre sehr nützlich, weil das meist reichlich vorhanden ist.

Ich freue mich, wie Sie den Pyrolysekocher immer weiter verbessern und hoffe, dass wir auch im Kongo dies bald einführen können. Eine GIZ-Mitarbeiterin aus Bukavu hat ihr Kommen nach Barnstorf zugesagt, die dort für die Verbreitung holzsparender Öfen zuständig ist. Ich hoffe, sie kann mit dabei sein.


Betreff: Re: Goldruten - Wikipedia

Datum: Sun, 10 Aug 2014 17:14:37 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Udo,

ich freue mich, daß Du Dich wieder einmal meldest !

Wenn sich niemand von den Angeschriebenen meldet ,kommen mir Zweifel und ich denke: viellecht bin ich lästig und meine Mails werden entweder nicht ....oder kaum beachtet...und sofort gelöscht.

Ich weiß, daß dies bei Dir nicht zutrifft !

Übrigens : eine Lesebestätigung genügt mir vollkommen !

Es wäre auch nicht schlecht, meine Zeichnungen und Diagramme zu archivieren und sie der Nachwelt zu erhalten .

Im Sprachgebrauch kenne ich DIE GOLDRUTE nur als Goldraute, deshalb habe ich sie auch falsch bezeichnet !

Sie wächst bei uns in Untergrombach, ca 50 Meter von unserem Haus entfernt, auf einem verwilderten Grundstück !

Sie überdauert, oberirdisch abgestorben, den Winter. Die aufrecht stehenden, trockenen Stängel können dann "geerntet" und als Brennstoff genutzt werden !

Ich weiß nicht, ob es diese Pflanze in afrikanischen Ländern oder in Haiti gibt !

Jedenfalls konnte ich an diesem Beispiel nachweisen, daß "stängelartige" Pflanzen , solche gibt es in ALLEN Ländern ,ohne Brikettierung und Pelletierung ,im Pyrolysekocher effizient und raucharm verfeuert werden können .

Damit läßt sich Holz ersetzen .

Übrigens : So wie es einen Handel mit Holzkohle und einen Handel mit Brennholz gibt, könnte es auch einen Handel mit gehäckselter Biomasse , in Säcken abgefüllt wie Holzkohle, geben ! ! !

Die besten Kocher können nicht oder nur vereinzelt zum Einsatz kommen, wenn :

1) die Frauen es nicht verstehen mit ihnen umzugehen (viele Erklärungen sind erforderlich)!

2) der Clanchef dagegen ist sie einzusetzen

3) die Frauen den Kocher nicht kaufen können

4) es nicht genügend Brennstoff gibt bzw. kein Brennstoff-Nachschub (Handel) vorhanden ist

5) Frauen die Kocher selbst ,sowie die Vorteile der Kocher, nicht kennen, mangels Werbung

6) zu wenig Kocher produziert werden.... und und und.......

Daraus läßt sich ableiten : Es ist noch viel zu tun , packen wirs an ! ALLE WERDEN GEBRAUCHT UND KÖNNEN EINEN BEITRAG LEISTEN ! !


From: Udo Fredmueller

Subject: Goldruten – Wikipedia

Richard - meinst Du Goldrute?? Goldraute habe ich noch nicht gefunden!!


Datum: Sun, 10 Aug 2014 11:28:18 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Herr Rothenpieler,

Da die Frauen in Togo bei ihren Tests BRENNSTOFFE MIT NIEDRIGEM HEIZWERT (trockene Blätter und trockenes Gras) einsetzten, stellte sich heraus, daß eine Brennstoff-Füllung (im Kocher) nicht ausreichte um ihre Speise fertig zu kochen . Natürlich tauchte die Frage auf: wie kann man den Kocher nachladen?

Da ich auch Kocher für das entwaldete Haiti entwerfe ,wo auch mit Gras gekocht werden muß ! , kenne ich die Problematik .

Meine Problemlösung besteht darin, den Brennraum des Kochers ausreichend groß zu gestalten, sodaß auch größere Mahlzeiten gekocht werden können, ohne Brennstoff nachzuladen .

Scan 0143.jpg zeigt einen solchen Kocher ,der einen relativ großen Brennraum besitzt .

Mit diesem Pyrokocher habe ich u.a. einen Versuch mit Goldraute (wächst in Deutschland als sogenanntes Unkraut) gefahren. Mit 800 Gramm Goldraute konnte ich 7 Liter Wasser zum Kochen bringen .......Scan 0145.jpg .

Die Goldraute mußte weder brikettiert noch pelletiert werden ! !

Sie wurde mit einem Gartenhäcksler gehäckselt und in den Brennraum des Pyrokochers eingefüllt .

Grundsätzliches :

In Uganda und anderen afrikanischen Ländern gibt es bereits Töpfe aus Aluminium, mit flachen Böden .

Für solche Töpfe habe ich verschiedenartige Kocher entwickelt .

Natürlich gibt es Probleme, wenn mit Töpfen gekocht werden muß, die "bauchige" Böden haben.

Dafür gibt es aber auch Problem-Lösungen, wie in Togo aufgezeigt !

Fazit : Für unterschiedliche Töpfe und unterschiedliche Brennstoffe muß es unterschiedliche Kocher geben!


Datum: Sat, 9 Aug 2014 15:11:22 +0200

Von: Richard Fetzner

Liebe Frau Klöcker,

vielen Dank für den Hinweis bezüglich Erprobung verschiedener Biomasse im Pyrolysekocher. Tatsächlich wurden mehrere Versuche gefahren, wobei verschiedene Biomassen z.B. Elefantengras zum Einsatz kam.

Eine Brikettierung dieses Brennstoffes war NICHT erforderlich !

Aufgrund der unkomplizierten und robusten Primärluft-Steuerung war die Flamme beherrschbar !

Sollte in Togo ein Problem beim Einsatz des Pyrolysekochers auftreten ,werden wir nach einer Lösung suchen.

Ich bin sicher, daß wir gemeinsam eine Lösung finden werden!


From: Chantal Kloecker

Sent: Saturday, August 09, 2014 10:24 AM

Lieber Herr Fetzner,

Zum Punkt 2 würde ich hinzufügen: welche Biomasse wurde erprobt? Welche Erfahrungen haben wir gesammelt?

Was die Brikettierung angeht, ist dies für uns in Togo ein unlösbares Problem, da die Einrichtung (Strom, Infrastruktur, Ausstattung…) fehlt. Das Experiment mit Pyrolysekochern würde dann in Gefahr geraten. Es wäre schade!


Datum: Sat, 9 Aug 2014 07:06:13 +0200

Von: Richard Fetzner

Liebe Frau Klöcker,

vielen Dank für die Erklärung! Jetzt habe ich verstanden!

Die Idee mit den austauschbaren Körbchen ist gut. Auf dieser Basis ist eine

Weiterentwicklung möglich und ich werde mich damit befassen !

Nachlegen von Brennstoff ist auch auf einfachere Weise möglich: Wenn die Flamme kleiner und schwächer wird, kann man oben Holz-Stücke einwerfen. Dabei muß man zunächst kleine Stücke einwerfen,damit unten die Glut nicht "erdrückt und unterkühlt" wird . Brennen die kleineren Holzstücke gut, können auch größere Stücke nachgelegt werden. Nicht vergessen: Beim Nachlegen muß der Primärluft-Schieber zunächst voll geöffnet sein ! !


From: "Chantal Kloecker"

Sent: Friday, August 08, 2014 10:16 PM

Lieber Herr Fetzner,

Im jetzigen Pyrolysekocher brennt das Holz oder die Zweige auf einem Rost, den man nicht rausnehmen kann, es sein denn, man stoppt die Verbrennung, kippt das Ganze auf den Boden und erlöscht die Holzkohle mit Wasser..

Bei dem Vorschlag von Guy, würde dieser Rost den Boden eines Körbchen sein, mit langen "Armen", mit gebogenen Enden. Wenn das Brennmaterial unzureichend ist, würde man dann die 2 Hacken mit 2 Stück Holz rausnehmen. Man könnte dann die Glut provisorisch entfernen, neues Brennmaterial ins Körbchen laden und die Glut drauf tun. Das Körbchen würde man dann in das innere Zylinder wieder einbringen. Verstehen Sie, was ich meine?


Betreff: Warmhaltekörbe bzw. -Taschen; "Köcheln" war gestern

Datum: Thu, 31 Jul 2014 13:29:24 +0200

Von: Bernhard S. Müller

Liebe Freunde der Verringerung von CO2 und anderen schädlichen Gasen,

ich habe gestern mal 1 und 2,5 Liter Wasser gekocht und in einem Warmhaltekorb und einer Warmhaltetasche getestet. Die Ergebnisse waren so gut, dass ich sie niemand vorenthalten möchte.

Das Ergebnis mit der Warmhaltetasche war nicht ganz so gut, weil der Topf nicht eng umschlossen war und außerdem die Füllmenge weniger als die Hälfte des Volumens einnahm. Diesen Test werde ich dann noch einmal unter besseren Umständen wiederholen müssen. Trotzdem kann man jetzt schon sagen, dass alles damit zubereitet werden kann, ausgenommen Speisen, die Backen, Braten oder Frittieren erfordern: Nur kurz aufkochen lassen, in den Warmhalte-Behälter tun und warten. Die permanent auftauchende Frage "Was, wenn die Sonne nicht scheint?" ist damit beantwortet. Köcheln auf einem Ofen bzw. Kocher bei Verbrauch von Brennstoffen: Unnötig!

Siehe Anhang! Test Fireless Cookers pdf


Datum: Wed, 30 Jul 2014 20:12:01 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Bernd,

In Gedanken war und bin ich heute bei Dir und Deiner Idee (Kochermantel aus 3 gleichen Betonsteinen)!

Dabei ist mir eingefallen, dem Kocher 3 Standbeine zu verpassen.

Nach Fertigstellung habe ich getestet, mit 200 Gramm Holzkohle, 30 Gramm Holz und 5 Litern Wasser . Das Leistungsdiagramm ist ersichtlich bei Scan 0234.jpg.

IMG 0365 zeigt den Kocher mit Effizienzring und dampfenden Kochtopf.

Dieser Kocher ist leicht, handlich und standsicher .

Die Teile sind verschraubt, nicht verschweißt !

Demnächst werde ich einen gleichartigen Kocher bauen und ihn den Kocherfreunden in Düsseldorf senden.

Dort soll getestet werden ob dieser Kocher 50 % weniger CO emittiert als der gebräuchliche Holzkohlekocher aus Madagaskar .

Auf diesen Vergleichstest bin ich gespannt !

Wir "bleiben am Ball"!


Datum: Tue, 29 Jul 2014 13:42:32 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Bernd ,

auch Du bist sehr fleißig und scheust keine Mühen und Kosten !

Du hast schon recht , wir müssen uns wohl Gedanken machen ,wie wir unsere Erfahrungen an junge Leute (Hoffnungsträger ) weitergeben können. Mit Studenten zu arbeiten finde ich super !

Vielleicht müssen wir zusammen ein (kleines) Buch schreiben (englisch, französisch, deutsch) ,in dem wir die Vorteile SÄMTLICHER energiesparender Koch- und Warmhalte-Techniken erklären und herausstellen, zum Nutzen von Mensch und Umwelt .

Super gut ist auch Deine Idee mit dem Kochermantel aus 3 gleichen Teilen aus Beton !

Ich freue mich, wenn Du Deine Idee verwirklichst ! Wir können uns gerne anschließend treffen zum Test.

Anbei sende ich Dir, mit Scan 0233, die Zeichnung des neuen smokeless Charkoal-Kochers, im Maßstab 1: 4 .

Die Gesamthöhe des Betonringes beträgt 27 cm . Mindestens so hoch sollten Deine 3 Teile aus Beton sein .

In der (hoffentlich richtigen) Annahme, daß sich unsere gesamte Kochergemeinde für einen smokeless Charcoal-Kocher interessiert, sende ich diese Mail , mit Zeichnung und 2 Leistungsdiagrammen, an Alle !

Bei Optimierungs-Versuchen habe ich festgestellt, daß die Ausgestaltung des Rostes einen beträchtlichen Einfluß auf die Kochzeit (Feuerungsleistung) hat.


From: Bernhard Müller

Sent: Monday, July 28, 2014 9:16 PM

Subject: Re: Holzkohle-Kocher optimieren

Super, Richard!

Du bist ja auch ganz fleißig.

Ich frage mich nur, wer das alles macht und propagiert, wenn wir Alten nicht mehr sind.

Ich habe da eine Idee, die vielleicht genial, vielleicht aber auch verrückt ist. Wenn schon Beton, kann man da nicht 3 gleiche halbrunde Teile fertigen. Als Resultat würde dann ein clean cookstove entstehen, der dem 3-Steine-Feuer gleicht. Das dürfte bei den Frauen in Afrika vielleicht eher einleuchten. Soll ich mal so ein Monstergerät bauen und dann bei Dir vorbeikommen?


Am 28.07.2014 um 20:44 schrieb Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

anbei sende ich zwei ergänzende Bilder zum "Betonring-Kocher". IMG 0357 zeigt den Kocher (links), bestehend aus Herdplatte mit angeschraubtem Mantelrohr (150mm Durchmesser) und darin eingehängter Brennkammer (120 mm Durchmesser). Bei IMG 0358 ist unten ein Gitter-Rost für Holzkohle zu sehen.

Rechts befindet sich ein handelsüblicher Kanalring aus Beton, der eine breite Öffnung für Verbrennungsluft besitzt.

Mit diesen Teilen sowie einem aufgesetzten Effizienzring brachte ich heute 5 Liter Wasser (im Solartopf aus Altötting), in 28 Minuten zum Kochen . Nach 35 Minuten kochten 5,5 Liter Wasser. Eingesetzt wurden 200 Gramm Holzkohle und 30 Gramm Holz . Insgesamt wurden 190 Gramm Holzkohle verbraucht . Daraus errechnet sich ein spezifischer Holkohle-Verbrauch von 34.5 Gramm pro Liter Kochwasser .

2 Diagramme folgen später!


From: Richard Fetzner

Sent: Monday, July 28, 2014 6:15 PM

Subject: Re: Holzkohle-Kocher optimieren

Lieber Bernd ,

schon jetzt wünsche ich Dir viel Glück und Erfolg für Deine Mission in Madagaskar !

Vielleicht kannst Du die Studenten dazu bringen, daß sie den spezifischen Holzkohle-Verbrauch ( in Gramm pro Liter gekochtes und 40 Minuten geköcheltes Wasser (Suppe) ermitteln , den die gebräuchlichen Holzkohle-Kocher benötigen. Sollte es uns gelingen, diesen Verbrauch um 30 bis 50 % zu reduzieren und dabei weniger CO zu erzeugen.

Dann könnten wir klarmachen, daß sich die Anschaffung eines sparsameren Kochers in kurzer Zeit bezahlt macht!!

Mein neuestes Kochermodell ist absolut standfest. Der Betonmantel wird nur handwarm .Kleinkinder können sich die Finger nicht verbrennen! Auf Madagaskar und in Uganda u.u....... kann der Betonmantel durch einen leichteren, eleganteren Mantel aus Ton ersetzt werden! Damit läßt sich teures Blech ersetzen. Willy Lohle hat mich auf diese Idee gebracht .

In einem anschließenden Mail sende ich weitere Bilder und Leistungs-Diagramme zu diesem Kocher.


From: bernd blaschke

Sent: Monday, July 28, 2014 3:02 AM

Lieber Richard,

zwar bereiten wir uns gerade auf unsere Madagaskarreise vor und werden uns vorrangig um einen verbesserten Holzkocher kümmern, aber dennoch verfolge ich mit großem Interesse Deine weiteren Bemühungen und Forschungsarbeiten mit dem Holzkohlekocher. Deine letzte Email bzw. die beigefügten Diagramme und das Foto haben mich etwas überrascht, dass die Verringerung des Luftspaltes auf 1 mm eine derartige thermische Auswirkung hat. Bei Deiner vorletzten Mail mit den 3 Fotos des Kochers habe ich als erstes gedacht: Achtung Kippgefahr. Jetzt hast Du auch hier eine Verbesserung vorgesehen, im Bild 356 ist ein breiter Blechmantel zu erkennen, so dass der Kocher wesentlich stabiler stehen sollte. Das wird nun andererseits zu Materialmehrkosten führen, vielleicht kann man statt des geschlossenen Blechmantel 3 oder 4 oder 5 Streben / Stützen verwenden, um den Materialverbrauch und damit die Kosten zu reduzieren.

Von unserem Erlebnissen bzw. Erkenntnisse aus Madagaskar werde ich Dir bzw. Euch berichten, wir wollen ja in 30 Familien einen größer angelegten Test über den Zeitraum von 4 Wochen machen und das Ganze wird von einer Studentengruppe begleitet, die bereits die ersten Vorgespräche mit den Testfamilien geführt haben.

Ich würde am liebsten den Holzkohlekocher überspringen und gleich auf den Pyrolysekocher aufspringen, aber hier haben wir noch keine ausreichende Erfahrung mit dem Brennmaterial, es soll sich vermutlich um Miscanthus sinensis oder Miscanthus giganteus handeln?


Am 27.07.2014 21:27, schrieb Richard Fetzner:

Hallo Kocherfreunde ,

Es ist nicht einfach einen HK-Kocher zu entwickeln, der sowohl eine minimale Menge CO emittiert als auch eine minimale Menge Holzkohle benötigt .

Daran arbeite ich momentan .Das Ergebnis meiner Bemühungen ist zu erkennen bei Scan 0232.jpg und IMG 0356 JPG

Vielen Dank für Interesse an meiner Arbeit und diesbezügliche Unterstützung!


From: Richard Fetzner

Sent: Saturday, July 26, 2014 1:12 PM

Liebe Kocherfreunde ,

bevor wir Holzkohle und Holzkohle-Kocher (HK-Kocher) ersetzen können, sollten wir den Brennstoff-Verbrauch dieser Kocher wesentlich reduzieren . Noch wichtiger und dringlicher ist es, den Ausstoß schädlicher (lebensgefährlicher) CO-Gase von HK-Kochern zu minimieren !

Daran forsche und entwickle ich seit einiger Zeit, wobei ein außergewöhnlicher HK-Kocher entstanden ist.

Dazu sende ich 2 Bilder :

1) Ansicht (IMG 0350 ) mit großemTopf aus Uganda, 32,5 cm Durchmesser und Effizienzring .

2) IMG 0352 zeigt die Draufsicht , wobei die eingehängte Brennkammer mit HK-Rost zu sehen ist .

Die Brennkammer dieses HK-Kochers ist besonders hoch : Damit wird ein Auftrieb erzeugt, der eine Verbrennung von CO zu CO2 ermöglicht ! (Über hell glühender HK sind transparente bläuliche CO-Flammen zu sehen!)

Mit diesem Kocher kann CO minimiert werden, nicht der Brennstoff-Verbrauch !

Ob dieser Kocher ein Champion unter HK-Kochern wird, muß sich erst noch erweisen !

Hoffen wir das Beste, lieber Leser/in !


Betreff: Holzkohle und Holzkohle-Kocher ersetzen

Datum: Fri, 18 Jul 2014 22:37:28 +0200

Von: Richard Fetzner

Lieber Pierre,

wie Du schon weißt, ist es nicht einfach ,Kaffeepulpe bzw. das getrocknete Fruchtfleisch der Kaffeekirsche zu pyrolisieren.

An diesem Problem habe auch ich mir bereits "die Zähne ausgebissen" !

Dieser Brennstoff hinterläßt ungewöhnlich viel Asche , die isoliert und Luftkanäle verstopft!

Es ist praktisch unmöglich, dieses "feinkörnige" Material, ohne einen Zusatzbrennstoff, zur Ausgasung zu bringen , Bei Einsatz eines Lochzylinders im Zentrum der Brennkammer benötigt man rel.viel Holz um die Ausgasung in Gang zu bringen und zu erhalten .

Man kann den Brennstoff auch mit Sägespänen u.A. mischen ! Ich habe noch einen Sack mit gehäckseltem Miscanthus . Eine Mischung damit könnte zum gewünschten Ergebnis führen!?

Was meinst Du ? Macht das noch Sinn ? Haben die Leute in Äthiopien gehäckseltes Miskanthus (Elefantengras)?

Ist es akzeptabel , die Kaffeepulpe zusammen mit Brennholz zu verfeuern?

Bitte stelle diese Frage Deinem Bekannten, der ein Projekt in Äthiopien bearbeitet !

Bei Recherchen im Internet unter Kaffeepulpe und unter Entwicklung und Implementierung einer Technologie zur umweltfreundlichen Verbrennung von Kaffeefruchtfleischabfällen in El Salvador, erfuhr ich, daß die Anhäufung und Entsorgung dieser Abfälle problematisch ist uns daß es hierfür noch keine wirklich guten Lösungen gibt ! !

Möglicherweise kann eine Brikettierung Abhilfe schaffen , wobei die Briketts nicht zu groß sein dürfen , Zwischen den Briketts müssen ausreichend große Luftkanäle entstehen , die nicht durch Asche verstopft werden können!

Bitte bespreche diesen Sachverhalt mit Deinen Bekannten, bevor Du mir Kaffepulpe sendest !

Durch neuere Erkenntnisse und Erfahrungen kann ich eventuell eine befriedigende Pyrolyse erreichen. Zur Durchführung einiger Versuche bin ich bereit .

Einen Erfolg kann ich allerdings nicht garantieren!

Die Versuche würde ich durchführen mit einem Pyrolysekocher ( Scan 0220.jpg), bei dem sowohl die Primärluft als auch die Sekundärluft separat gesteuert werden kann.


From: Pierre Guntert

Holzkohle und Holzkohle-Kocher ersetzen

Guten abend Richard

Besten Dank für Deine Informationen und schön, dass Du ab und zu an Haiti denkst,

was ich natürlich auch nach wie vor tue. Das mit den Holzkohlekocher in Haiti, da hast du sicher recht, nur auf Haiti tummeln sich soviele Hilfsorganisation und die, welche sich mit Kocher beschäftigen, vor allem mit effizienten Holz- und Holzkohlekochern. Dies hat mich bewogen, meine knappe Zeit für die Pyrolysekocher einzusetzen.

In der Zwischenzeit ist auch ein ähnliches Projekt in Äthiopien von meinen Bekanten am Anlaufen. Dort soll vorallem Kaffepulpe pyroliert werden, was nicht ganz einfach ist. Ich könnte Dir etwas von diesem Brennstoff besorgen. Leider ist nicht allzuviel da, aber für 2 Ladungen sollte es reichen. Gib mir doch nochmals Deine Volumen an, das Du füllst mit dem Zentralrohr.

Ich würde Dir dann mal 2 Ladungen zukommen lassen (genaue Adresse) und dann wäre es vielleicht sinnvoll, sich im Nachhinein wieder einmal in CH zu treffen, speziell wegen der Kaffeeepulpe, ich würde meine Bekannten dazu einladen, wäre dies auch möglich für Dich?


Betreff: Holzkohle und Holzkohle-Kocher ersetzen

Datum: Mon, 14 Jul 2014 18:51:31 +0200

Von: Richard Fetzner

Lieber Willy, hallo Kocherfreunde !

heute ist es mir gelungen, den spezifischen Brennstoff-Verbrauch bei Holzkohle auf unter 30 Gramm pro Liter Kochwasser (einschließlich "köcheln") zu drücken. Dazu Scan 0229.jpg

Bei meinen Tests mit Holzkohle verwende ich immer die gleiche Qualität , nicht die teurere Buchenholz-Kohle .

Das noch fehlende Foto liefert IMG 0349 .JPG. Das Foto zeigt den Kocher mit Topf , die Brennkammer hochgestellt mit einem großen Zimmermann-Nagel. Beim Hochstellen ist der Nagel noch "kalt"!


From: Richard Fetzner

Sent: Saturday, July 12, 2014 7:33 PM

Hallo Willy,

natürlich hast Du recht, eine Stunde Kochzeit für 5 Liter Wasser ist zu lang!

Deshalb habe ich heute versucht, eine akzeptable Kochzeit zu erreichen. In 32 Minuten konnte ich die 5 Liter Wasser zum Kochen bringen (Scan 0228.jpg).

Hierbei setzte ich einen Topf mit 28 cm Durchmesser ein. Die relativ große Herdplatte habe ich durch eine kleinere ersetzt. Den Außenmantel, zum Schutz vor Verbrennungen, führte ich hoch, bis ca 12 cm über die Herdplatte.

Dadurch müssen die Heißgase, die sowohl von der Brennkammer kommen als auch vom Rohr um die Brennkammer (150 mm Durchmesser), die Topfwandung passieren! (Reduzierung der Wärmeverluste, wie von Dir vorgeschlagen!) Das passende Foto hierzu kann ich im Moment nicht senden ,kommt aber so bald als möglich .

Kinder können sich am Außenmantel aus Blech immer noch leichte Verbrennungen holen ! Auch deshalb sollte der Außenmantel aus Ton bestehen. Ich kann mir gut vorstellen, daß ein Tonmantel sich auf maximal 60 ° C erwärmt .

IMG 0347 und IMG 0348 zeigen den Kocher im Original, mit großer Herdplatte.

IMG 0344 zeigt einen niedrigeren Kochermantel , der ebenfalls noch zu heiß wird !

Wenn Du das noch ausstehende Foto erhalten hast, können wir über den Kocher diskutieren und abklären, in welche Form Ihr ihn haben wollt bzw. welche Veränderungen noch vorgenommen werden müssen.


From: Willy Lohle

Holzkohle und Holzkohle-Kocher ersetzen

Hallo Richard,

mir jedenfalls werden Deine Emails nicht lästig. Ich finde die Untersuchungen sehr interessant, die Ergebnisse zeigen doch, daß mehr "dahinter" steckt, als nur Holzkohle zu verbrennen.1 Stunde für ein Liter Wasser

Meine Zweifel aber bestehen bei den Ergebnissen darin, ob eine Kochzeit 1 Stund für fünf Liter Wasser von noch sinnvoll ist. Vielleicht ist ein Vermischung mit anderen "Abfallprodukten" eine Lösung? Hier sollten die Madagassen eine klare Antwort mit Angaben über Anfall und/oder Verfügbarkeit solcher Produkte in Menge pro Haushalt/pro Sack gekaufter Kohle/ Bioabfälle und Konsistenz geben.


Richard Fetzner, 10. oder 11. Juli 2014

fünf Liter WasserHallo Kocherfreunde ,

hoffentlich werde ich Euch nicht lästig mit meinen Mails!

Im Bestreben, die Möglichkeiten und Grenzen des neuen HK-Kochers auszuloten, habe ich heute mit kleinen Holzkohle-Stücken gekocht, die sich , im unteren Bereich (am Boden) eines Sackes oder Beutels mit Holzkohle befinden!

Es interessiert mich, was macht die Madagassin mit diesen kleinen Holzkohle-Stücken ? Wirft sie diese Splitter weg oder verbrennt sie diese, mit viel Rauch, im HK-Kocher ?

Kann diese Frage durch Studenten in Madagaskar geklärt werden ?

Da ich es gestern geschafft habe, kleinteilige Pelletkohle zu verfeuern, habe ich heute mit kleinteiliger ,"normaler" Holzkohle gefeuert. Dazu Scan 0227.jpg. Das Ergebnis ist sehr ähnlich.


From: Richard Fetzner

Sent: Thursday, July 10, 2014 10:46 PM

Holzkohle und Holzkohle-Kocher ersetzen

feinkörnige Pellet-Kohle läßt sich nicht im normalen Holzkohle-Kocher verfeuern, da sie 1. durch den Rost fällt

und 2. kaum Verbrennungsluft durchläßt.

Problem 1. ist leicht lösbar durch einen Feinrost mit kleinen Löchern .

Problem 2. konnte heute gelöst werden durch 2 Zylinder aus Lochblech, die waagerecht auf den Feinrost gelegt werden. Darüber wird die Pelletkohle geschüttet. Die Zylinder schaffen Hohlräume und Passagen für Verbrennungsluft!

Scan 0226.jpg zeigt das Diagramm des letzten Versuches .

Im Vergleich mit den Diagrammen im Scan 0225.jpg, kann man einen Fortschritt erkennen.


From: Richard Fetzner

Sent: Wednesday, July 09, 2014 9:07 PM

Holzkohle und Holzkohle-Kocher ersetzen

ein neuer HK-Kocher ist fertig .Demnächst werde ich ihn an Willy senden .

Heute wurde er bei mehreren Versuchen getestet .

Obwohl er für Holzkohle ausgelegt ist, kann man ihn auch zum Verfeuern von Hackschnitzeln und Pellets einsetzen.

Um Pellets raucharm verfeuern zu können benötigt man allerdings an Stelle des Rostes eine Scheibe (ohne Luftlöcher). Oberhalb dieser Scheibe befinden sich, an der Brennkammer-Wand, 2 Löcher (7 mm Durchmesser), durch die ausreichend Primärluft einströmen kann. Mit einer Rundstange lassen sich diese Löcher, bei Bedarf, schließen (Steuerung der Primärluft) .

Da auf diese Weise ähnlich raucharm und bequem gekocht werden kann wie mit Holzkohle, kann Holzkohle ersetzt werden, zumal Pellets billiger sind und weniger giftiges CO emittieren!!! (Scan 0223.jpg)

Frauen die diesen Kocher anschaffen, können ihn sowohl mit Holzkohle als auch mit Pellets oder mit Hackschnitzeln feuern !

Bei der Pyrolyse von Pellets entsteht Pellet-Kohle, die wiederum im Holzkohle-Kocher verbrannt werden kann .

Diesbezügliche, erste Versuche führte ich heute durch (Scan 0225.jpg) . Leider habe ich zu wenig Pellet-Kohle eingesetzt, weshalb das Wasser nicht zum Kochen kam. Dennoch konnte ich durch diese Versuche viel lernen bzw. Erkenntnisse gewinnen! Die Zeit bis zum Siedepunkt ist noch zu lang, da zu wenig Luft die feinkörnige Kohle-Schicht durchdringen kann.

Außerdem ist zu erkennen, daß der Holzkohle-Kocher effizienter als der Pyrolysekocher ist!

Wie Scan 0224.jpg zeigt, lassen sich auch Holz-Stücke effizient verbrennen. Allerdings kann die Brennkammer nicht genügend Holz aufnehmen um größere Mahlzeiten zu kochen!


Holzkohle und Holzkohle-Kocher ersetzen

Datum: Mon, 14 Jul 2014 18:51:31 +0200

Von: Richard Fetzner

Lieber Willy, hallo Kocherfreunde !

heute ist es mir gelungen, den spezifischen Brennstoff-Verbrauch bei Holzkohle auf unter 30 Gramm pro Liter Kochwasser (einschließlich "köcheln") zu drücken. Dazu Scan 0229.jpg

Bei meinen Tests mit Holzkohle verwende ich immer die gleiche Qualität , nicht die teurere Buchenholz-Kohle.

Das noch fehlende Foto liefert IMG 0349 .JPG . Das Foto zeigt den Kocher mit Topf, die Brennkammer hochgestellt mit einem großen Zimmermann-Nagel. Beim Hochstellen ist der Nagel noch "kalt"!


Betreff: Chancen für Jugendliche in Burkina Faso

Datum: Tue, 1 Jul 2014 11:32:32 +0200

Von: Richard Fetzner

Liebe Frau Kloecker ,

Ich weiß, daß Sie sehr aktiv daran arbeiten, den Menschen in Togo, auf verschiedene Weise, zu helfen.

Deshalb unterstütze ich Sie gerne, nach meinen Möglichkeiten .

Leider kann ich Ihnen die Pläne für den "HK-und Holzsparofen" (HK ist die Abkürzung für Holz-Kohle) noch nicht senden, weil es solche Pläne noch nicht gibt.

Erst gestern, am 30. 6. 2014, ist aus dem Kocher-Entwurf ein brauchbarer HK-Spar -Kocher geworden.

Dazu kann ich Ihnen momentan nur Scan 0214 und Scan 0217 senden.

Die Entwicklung des HK-Kochers ist noch nicht abgeschlossen ! Der Kocher muß noch im Hinblick auf CO -Emissionen optimiert werden. Fachleute wissen, daß Holzkohle-Kocher "die heimlichen Killer in der Küche" sind!

Sie erzeugen mehr giftiges (tödliches) CO= Kohlenmonoxyd als Kochherde, die mit Holz gefeuert werden !

Mehrere hunderttausend Menschen sterben JÄHRLICH daran!!!

Auch für den Kocher, der alle festen Brennstoffe effizient und schadstoffarm verbrennen kann, gibt es noch keinen Bauplan,den ich Ihnen senden könnte . Dazu kann ich Ihnen lediglich Scan 0216.jpg senden .Diesen Kocher habe ich aus 2 Blecheimern hergestellt. Da solche Eimer in Togo nicht verfügbar sind, müssen sie durch entsprechende Teile aus Blech hergestellt werden. Dazu werde ich detaillierte Pläne erstellen und sie Ihnen senden .Das ist aber vor Ihrer Abreise nach Togo leider nicht mehr möglich . Ich hoffe, daß Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder nach Togo reisen werden , dann mit detaillierten Kocher-Bau-Plänen , Fotos von Kochern und "Muster-Kochern"!


Betreff: Chancen für Jugendliche in Burkina Faso

Datum: Sun, 29 Jun 2014 14:24:37 +0200

Von: Richard Fetzner

Liebe Entwicklungshelfer und Kocherfreunde !

Nachdem ich eine breite Palette verschiedenartiger, raucharmer, brennstoffsparender und auch für arme Frauen noch erschwingliche Kocher entwickelt und gebaut habe, bin ich natürlich bestrebt, diese Erzeugnisse in möglichst viele Entwicklungsländer zu bringen. Genauer: Ich bringe nur Ideen, örtliche Handwerker sollen Kocher bauen und damit ihren Lebensunterhalt bestreiten können !

Anbei gebe ich Euch ein Mail an die Botschafterin von Burkina Faso zur Kenntnis, wobei es nicht nur um Frauen geht, denen das Leben durch effiziente Kocher etwas erleichtert werden soll. Es geht auch darum ,Jugendlichen eine Chance zu geben, damit sie ihre Heimat nicht verlassen und auswandern!

Was für Burkina Faso gilt, trifft auch für Madagaskar, Uganda ,Burundi, Kenya, Äthiopien, Haiti, Peru ,Indien u.u.u. zu!


From: Richard Fetzner

To: embassy_burkina_faso

Sent: Sunday, June 29, 2014 1:25 PM

Chancen für Jugendliche in Burkina Faso

Sehr geehrte Madame Marie Odile BONKOUNGOU - BALIMA !

Bitte entschuldigen Sie, daß ich nicht in Französischer Sprache schreibe! Es ist mir leider nicht möglich!

Gestern habe ich Sie in der Albert-Einstein-Schule in Ettlingen getroffen, bei einer Informations-Tagung des Netzwerks Burkina Faso. Ich war sehr beeindruckt von Ihrer Vitalität und Ihrem enormen Einsatz für Burkina Faso !

Sehr gut erinnere ich mich an Ihre Ausführungen über die notwendige landwirtschaftliche Entwicklung (die Bevölkerung wächst, die Ackerfläche wächst nicht!).

Sie zeigten sich auch besorgt über die geringen Chancen von Jugendlichen, welche die Schulen verlassen .

Es ist sehr gut, wenn ein Teil dieser Jugendlichen lernt, wie man den Ackerboden sinnvoll nutzt, ihn fruchtbar erhält und degradierten und erodierten (geschädigten) Böden wieder fruchtbar macht. Es ist gut, wenn Jugendliche Chancen erkennen und nicht genötigt sind, ihre Heimat zu verlassen!

Leider war es mir nicht möglich, Ihnen einen ergänzenden Vorschlag zu machen, auf welche Weise man außerdem Jugendlichen eine Chance geben kann.

Mein Vorschlag: Jugendliche zum Handwerker weiterbilden, insbesondere zum Metall-Werker (Schmied ,Schlosser, Blechner, Installateur).

In Uganda habe ich gesehen, daß die Ausbildung für das "Handwerk" mangelhaft ist. Es gibt keine oder zu wenig Lehrer die bei Metall-Bearbeitung ausbilden. Deshalb habe ich im Jahr 2012 in Kyamulibwa, einem Dorf in Uganda, zusammen mit einheimischen Lehrkräften und Schülern "Metall bearbeitet",....... Kocher gebaut .

Dadurch war es möglich, einige Arbeitsplätze zu schaffen! In Kyamulibwa konnte ich die Produktion von raucharmen, brennstoffsparenden und geld-sparenden Koch-Herden (Kochern) "ankurbeln" bzw. einführen !

Falls Sie Interesse an meiner Arbeit haben, sende ich Ihnen gerne detaillierte Unterlagen!

Wie Sie wissen, erkranken und sterben viele Menschen an den giftigen Abgasen traditioneller Feuerstellen (3-Steine-Feuer und Holzkohle-Kocher). Die von mir entwickelten Kocher erzeugen sehr wenig giftigen Rauch (CO)!

Ihren Begleiter, Herrn Max Francis N.MEDAH, der zwei meiner Kocher fotografiert hat, konnte ich bitten, Ihnen das Foto zu zeigen!


Betreff: Verteilung von Clean Cookstoves

Datum: Fri, 27 Jun 2014 15:30:53 +0200

Von: Bernhard Müller

hier ein Link zu einem US-Programm, das für den einen oder anderen interessant sein dürfte.


Betreff: Holzkohle-Kombi-Kocher

Datum: Fri, 27 Jun 2014 12:44:40 +0200

Von: Bernhard Müller

ich habe gehört, dass der Leiter Bioenergie des CREEK Instituts an der Makerere-Universität von Kampala, Herr Karsten Bechtel, bald wieder nach Deutschland kommt. Vielleicht können wir ihn auch dazu gewinnen, an unserer Diskussionsrunde teilzunehmen. Er wäre obendrein ein wertvoller Teilnehmer an der Konferenz in Barnsdorf. Deshalb wurde diese e-Mail auch in Kopie an ihn gesandt.

Ich selbst werde ab 14. Juli für 9 Tage in den USA sein, um an der Solarkocher-Konferenz in Sacramento teilzunehmen bzw. Vorträge zu halten. Aus diesem Grund bitte ich um Nachsicht, wenn ich bis Ende Juli weniger Zeit für "unsere" Sache aufbringen kann. Solares trocknen von Biomasse und Briketts mache ich ohnehin ungebremst weiter.


Datum: Thu, 26 Jun 2014 20:43:41 +0200

Von: Richard Fetzner

Lieber Udo ,

vielen Dank für das Kompliment und die guten Wünsche !

Momentan geht es mir sehr gut , denn es stellen sich mehr und mehr Erfolge meiner unermüdlichen Entwicklungsarbeit ein .

"Mein bestes Pferd im Stall" ist wohl ein Pyrolyse-Kocher der ALLE FESTEN BRENNSTOFFE , Holzkohle eingeschlossen ,raucharm und effizient verfeuern kann . Dabei können sowohl die Primärluft als auch die Secundärluft separat gesteuert werden !

Frau Christa Roth würde ich gerne beim Seminar in Barnstorf treffen.


Betreff: Kompliment

Datum: Thu, 26 Jun 2014 11:48:48 +0200

Von: Udo Fredmueller

Hallo Richard,

wir haben gestern einen Vergleichstest Save80 und Deinem Basic gemacht - und ich war tief beeindruckt, live zu erleben, dass der Kochvorgang von zwei Litern Wasser nach gut 10 Minuten nahezu gleichzeitig parallel losging.

Zu dieser Leistung möchte ich Dir gratulieren und die Hoffnung ausdrücken, dass Dein Basic nicht nur in Madagaskar sondern auch anderen Ländern viel vermehrter nachgebaut werden kann und zum Einsatz kommen wird.

Du hast ein Produkt geschaffen, was Menschen vor Ort nachbauen können und das Prinzip "Hilfe durch Selbsthilfe" wunderbar greifen könnte, wenn es nur endlich bekannter werden würde!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wir kochten Kartoffeln. Um erneut die Warmhaltetechnik mit der wonderbox zu beweisen, wurde der S80 sofort nach Erkennen des kochenden Wassers abgestellt und der S80Topf zum Garen in die Warmhaltebox gelegt.

Und siehe da - nach ca. 20 Minuten Garzeit schmeckten die Kartoffeln genauso gut, wie 20 Minuten Kochzeit mit dem Basic....

Ich finde, die Zeit ist nun überfällig, den Kontakt zu Frau Christa Roth und der GIZ zu suchen und aufzubauen und ihr Deinen Vorschlag vorzuführen - möglichst auch mit passendem Warmhaltekorb, denn auf diese simple Vorgehensweise müssten alle

Entwicklungshelfer unentwegt immer aufmerksam machen und sollte wegen fehlender Bildung nicht scheitern.

Dein Basic mit Warmhaltekorb ist der Favoritenrolle zuzuordnen und jetzt ist es wichtig,

ihn besser zu propagieren und diese Aufgabe ist von der Priorität ganz oben anzusiedeln,

weil sich diese Kombination auch die Ärmsten der Armen leisten können müssten..

Der Advanced - und der Pyrolyseofen - ist einer anderen Bevölkerungsschicht zuzuordnen.

PS. Wir hatten natürlich auch den SK14 mit 2 Litern Wasser im Einsatz - aber eine Wolke

machte einen "Strich durch die Rechnung" und das Wasser kochte nach knapp 30 Minuten

jedoch dafür ganz ohne Holz -


Betreff: Kocher 38,5 cm hoch

Datum: Sat, 21 Jun 2014 08:14:50 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

mit dem Kocher nach Scan 0334.jpg kann sowohl Holzkohle (Scan 0339.jpg) als auch Miscanthus (Scan 0342.jpg) effizient und raucharm verfeuert werden.

Scan 0209.jpg zeigt 2 Diagramme zum Feuern mit Miskanthus. Mit verschiedenen Einsätzen in diesen Kocher, lassen sich praktisch alle festen Brennstoffe verfeuern!


Betreff: Fwd: Fwd: ISO Prozess

Datum: Tue, 17 Jun 2014 17:52:42 +0200

Von: J.H.Rothenpieler/LHL

Liebe Kocherfreundinnen und -freunde,

heute habe ich diese Info bekommen. Ich leite dies einfach mal weiter.

Gruß Heinz (pdf kurzinfo Iso... Clean cookstove)


Betreff: raucharmer Holzkohle-Kocher

Datum: Sun, 15 Jun 2014 09:29:12 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Herr Dr. Seifert ,

Ist es möglich, den " silent killer in the kitchen " unschädlich zu machen ? ?

Diese Frage beschäftigt uns zur Zeit sehr !

Bei verschiedenen Versuchen haben wir festgestellt, daß einem leistungsfähigen Holzkohle-Kocher zunächst genügend Luft zugeführt werden muß. Da die üblichen Kocher nicht mit einem Gebläse arbeiten , muß der Kocher Auftrieb entwickeln, der für Luftzufuhr sorgt. Die zugeführte Luft soll einerseits Holzkohle verbrennen und andererseits das sich bildende CO zu CO2 umwandeln. Neuerdings wird versucht, über der glühenden Holzkohle vorgewärmte Luft einzuführen, um CO zu verbrennen . Das haben wir auch versucht ,konnten aber keinen großen Erfolg damit erzielen!

Die Ursache des Mißerfolges: Die vorgewärmte Luft ist nicht heiß genug und kann deshalb CO nicht umwandeln.

Gestern habe ich einen neuen Holzkohle-Kocher gebaut und damit 2 Versuche gefahren (Scan 0207.jpg).

Bei Versuch 2 wurde die vorgewärmte Secundärluft stark gedrosselt! Dadurch strömte mehr Luft durch die glühende Holzkohle. Diese PRIMÄRLUFT erhitzt sich wesentlich stärker als die "vorbewärmte" Secundärluft und kann CO zu CO2 verbrennen !

Soweit mir bekannt, ist der Charcoal-Stove von Envirofit CH 4400 Ultra einer der besten Holzkohle-Kocher.

Gibt es einen besseren, der weniger CO emittiert ? Diese Frage würde ich gerne der vielbeschäftigen Frau Christa Roth stellen !

Bei : Envirofit CH 4400 Ultra, ist bei You Tube eine eindrucksvolle, transparente Flamme über Holzkohle zu sehen!!


Betreff: raucharmer Holzkohle-Kocher

Datum: Wed, 11 Jun 2014 10:18:47 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Herr Dr.Seifert ,

vielen Dank für Ihre nüchterne, realistische Einschätzung !

Was Sie schreiben habe ich wohl geahnt, war mir dessen aber nicht sicher.

Offenbar habe ich bzw. haben wir ein "sehr heißes Eisen " angepackt . Für den Fall, daß wir es nicht schaffen werden Holzkohle-Kocher wesentlich zu verbessern, (was deren Effizienz betrifft und auch deren Emission an schädlichem CO), werden wir wohl die Finger davon lassen!

Was CO betrifft, ist noch keine endgültige Aussage möglich. Immerhin konnten wir die Effizienz steigern: Herkömmliche HK-Kocher benötigen ca. 300 Gramm HK (Holzkohle)

für das Kochen von 5 Liter Wasser. Dafür müssen ca. 0,3 x 6 = 1,8 kg Holz eingeschlagen werden.

Bei einem Verbrauch von 0,19 x 6 = 1,1 kg ist 1,8 - 1,1 = 0,7 kg weniger Holz-Einschlag erforderlich!

Wenn dadurch die Entwaldung auch nicht gestoppt wird, so kann sie doch etwas verzögert werden .

Wie Sie wissen, gibt es durchaus Möglichkeiten , die Entwaldung zu stoppen. Leider hat die Menschheit dieses Ziel noch nicht auf der AGENDA!


From: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Sent: Wednesday, June 11, 2014 8:53 AM

raucharmer Holzkohle-Kocher

Hallo Herr Fetzner,

Sie fragen mit Recht, ob die gebräuchlichen Holzkohle-Kocher als inhärent sicher anzusehen sind. Das sind sie nicht, sondern sie tragen einen Hauptteil der Schuld die der "silent killer in the kitchen" hat.

Aber sie tragen auch einen Hauptteil der Schuld an der Entwaldung, weil zur Herstellung von 1 Tonne Holzkohle ca. 6 Tonnen Holz nötig sind, wobei Stämme und dicke Äste eingesetzt werden müssen, nicht dünne Stöckchen, die den Baum nicht schädigen. Wenn also 190 g Holzkohle für das Kochen von 5 Liter Wasser verbraucht werden, dann entspricht das einem Holzverbrauch von mehr als 1,1 kg. Das ist mehr als das Dreifache eines einigermaßen effizienten Brennholzofens.

Es ist leider zu erwarten, dass die urbane Bevölkerung nicht merkt, wie sie ihr Land entwaldet. Auch Sambia, das eine Regenzeit hat und bewaldet ist, wird seinen Wald innerhalb einer Generation weitgehend verlieren, wenn die Einsicht zu spät kommt. Wieviel mehr in Gefahr sind Länder mit weniger vorteilhaften Bedingungen. Holzkohle ist "a silent killer", nicht nur in der Küche.


Am 10.06.2014 18:37, schrieb Richard Fetzner:

Hallo Herr Dr.Seifert ,

vielen Dank für Ihre Hilfe !

Gegenwärtig konzentriere ich mich auf die Reduzierung von CO bei der Verbrennung von Holzkohle.

Offenbar ist es wichtig, möglichst schnell hohe Temperaturen im Feuerraum zu erreichen.

Mit dem Kocher nach 0206.jpg konnte ich heute zeitweise eine blaue Flamme erzeugen . Vermutlich wurde dabei CO erheblich reduziert (leider hatte ich kein CO-Meßgerät zur Verfügung).

Wie Sie richtig feststellen, sollten Holzkohle-Kocher inhärent sicher sein. Ob das machbar ist , kann ich gegenwärtig nicht voraussagen!

"Hoffen wir das Beste lieber Leser"

Kann man die gebräuchlichen Holzkohle-Kocher mit ihren hohen CO-Emissionen als inhärent sicher ansehen??


From: Dr.-Ing. Dieter Seifert

raucharmer Holzkohle-Kocher

Hallo Herr Fetzner,

in der beiliegenden EPA-Veröffentlichung von K. Smith et al. sind Mess- und Berechnungsmethoden dargestellt, die vielleicht hilfreich sind.

Die Probleme mit den Abgasen sind bei der Holzkohle wegen des CO und bei Gräsern wegen der Stickoxide so groß, dass man wohl Kamine oder gute Abzüge braucht, wenn man nicht im Freien kocht.

Weil man Fehlbedienung nicht ausschließen kann, sollten die Kocher inhärent sicher sein.

Das "Köcheln" mit Holzkohle ist üblich und gehört wohl zu den unnötigsten und schädlichsten Tätigkeiten und die Aufklärung darüber ist daher dringend nötig.


Am 09.06.2014 23:25, schrieb Richard Fetzner:

Hallo Herr Dr. Seifert ,

danke für den Hinweis !

Ich habe die Tests mit verschiedenen Kochern gefunden und studiert .

Auffallend ist dabei, daß die CO-Werte der Holzkohle-Kocher wesentlich höher sind als die CO-Werte von Holzkochern!

So langsam wird mir auch klar, warum dies so ist :Die Zündtemperatur, bei der CO mit blauer Flamme verbrennt, liegt bei 605 ° Celsius!

Diese Temperatur wird, aus verschiedenen Gründen, entweder nicht oder nur zeitweilig bei Holzkohle-Kochern erreicht.

Wahrscheinlich ist es schwierig, in der Brennkammer dauerhaft eine Temperatur über 605° Celsius, ohne Gebläse, zu halten.

Beim 3-Steine Feuer entstehen 56 Gramm CO, wenn 5 Liter Wasser gekocht und 45 Minuten "geköchelt" werden.

Bei Holzkohle-Kochern entsteht dabei mehr als doppelt so viel CO!

Bei verbesserten HK-Kochern sollte ein CO -Wert von 70 bis 80 Gramm für diesen Koch-Vorgang möglich sein.

Momentan ist mir noch nicht klar, wie ich ausgehend von gemessenen ppm CO auf Gramm CO kommen kann. Würden Sie mir bitte auch dabei behilflich sein?


From: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Sent: Monday, June 09, 2014 4:43 AM

raucharmer Holzkohle-Kocher

Hallo Herr Fetzner,

auf der Webseite von "Partnership for Clean Indoor Air" ist ein Bericht "Test Results of Cook Stove Performance" mit neueren Kocher-Vergleichen und Erläuterungen zur verwendeten Messmethode, auch bezüglich CO, allerdings auch nur zusammenfassend über den Kochvorgang.


Am 08.06.2014 21:04, schrieb Richard Fetzner:

Vielen Dank , Herr Dr.Seifert für Ihre schnelle Hilfe!

Mit dem Messgeät, das mir kurzzeitig zur Verfügung steht, kann ich CO (in ppm) messen.

Während des Betriebes eines Holzkohle-Kochers habe ich Werte über 4000 ppm gemessen. Darüber war ich entsetzt, zumal ich in nächster Nähe stand und ein Teil dieser Gase einatmen mußte !

Natürlich werde ich durch geeignete Maßnahmen versuchen CO zu reduzieren.

Schön wär's, wenn ich ein Diagramm erhalten könnte, das ppm CO im zeitlichen Verlauf eines kompletten Kochvorganges, mit einem Holzkohlekocher, aufzeigt!

Welche Werte haben die derzeit besten Holzkohle-Kocher?


From: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Sent: Sunday, June 08, 2014 7:32 PM

raucharmer Holzkohle-Kocher

Hallo Herr Fetzner,

für das PDD des Lusaka-CDM-Projekts habe ich in den Annexes 5 und 8 auch eine Zusammenstellung von CO-Emissionsdaten verschiedener Kocher gemacht (s. Anlage) die vielleicht zur Beantwortung Ihrer Frage hilfreich ist. Auch die Quellen sind angegeben.


Am 07.06.2014 22:42, schrieb Richard Fetzner:

Hallo Kocherfreunde ,

im Betrieb sind Kocher die mit Holzkohle (HK) betrieben werden nahezu rauchfrei. Beim Anfeuern der Holzkohle, von unten, entsteht allerdings relativ viel Rauch!

Dieser Sachverhalt gab mir zu denken und veranlaßte mich, nach Verbesserungen Ausschau zu halten.

Heute habe ich deshalb HK in einem Pyrolysekocher verbrannt, wobei die HK oben gezündet wurde, mit 50 Gramm Holz . 10 Minuten lang hatte ich eine Flamme, die wenig rauchte. Anschließend brannte die Holzkohle völlig rauchfrei.

Mit insgesamt 190 Gramm HK konnte ich, in 30 Minuten , 5 Liter Wasser zum Kochen bringen .Nach weiteren 40 Minuten hatte das Wasser noch eine Temperatur von 94 ° Celsius .

Auf diesen Kocher kann man verschieden große Töpfe stellen. Beim Versuch wurde ein flacher Topf aus Uganda, mit 32,5 cm Durchmesser aufgesetzt, ohne Effizienz-Ring!!

CO-Messungen konnte ich leider nicht durchführen !

Kann mir Jemand mitteilen was die gebräuchlichen Holzkohle-Kocher an CO emittieren ?

Die Entwicklung geht weiter....


Betreff: raucharmer Holzkohle-Kocher

Datum: Wed, 11 Jun 2014 08:52:01 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

vielleicht interessiert Euch das, was ich momentan betreibe .

Viele Grüße aus der Bruchsaler Kocher-Werkstatt !

Richard Fetzner


Betreff: Kocher für Uganda

Datum: Mon, 5 May 2014 20:54:52 +0200

Von: Ernst Bodenmueller

immer schon wollte ich mit einer Gruppe in Uganda einen Kocher bauen. Nun fand ich eine Frauen Gruppe in Old Kampala, die einen kleinen Catering Service betreiben. Denen habe ich nun einen Kocher gebaut und 2 Männer angeleitet, dass sie mit dem restlichen Material noch mal 2 Kocher bauen. Ich bekam nun die Nachricht; dass alles bestens funktioniert und die Frauen sehr glücklich darüber sind, dass alles schneller geht und obendrein noch Holz gespart wird.


Betreff: Gemeinschaftsküchen

Datum: Wed, 23 Apr 2014 03:37:39 +0200

Von: bernd blaschke

Lieber Dieter,

es gibt Mangel in Hülle und Fülle aber das ist noch lange kein Grund dass man seinen Lebensstil ändert. Man trinkt das schmutzige Wasser und nimmt den Durchfall als gottgegebenes Schicksal hin, man hockt in der rauchgeschwängerten Hütte und hustet sich die Lunge aus dem Leib, aber draußen kochen? Undenkbar. Man kauft das teure Holz und vebrennt es im uneffizienten Drei-Steine-Feuer, doch es müßte jede arme Familie

verdonnert werden, sich sofort einen SAVE80 zu kaufen, so schnell können die gar nicht gucken wie der sich bezahlt macht. Aber was ist? Es ginge nur, wenn man in vielen Sensibilisierungsveranstaltungen die Menschen von den Vorteilen überzeugt. Wer bitte schön soll das machen?

Ich diskutiere mit Yahaya über den großen 32l-Kocher, der sich in jeder Uni-.Mensa hervorragend einsetzen ließe. Innerhalb von 3 Monaten haben sich die 1500 € bezahlt gemacht. Ich schlug vor, dass er alle Mensa-Betreiber nach Kaduna zu einer großen Vorführung einlädt, doch Yahaya fragt mich, wie er die Reisekosten und Tagegelder denen bezahlen soll. Mir fällt das Kinn herunter: da kann ein Geschäftsmann richtig viel Geld sparen, mind. 500 € im Monat, und er kommt nur, wenn man ihm die Reisekosten und das Mittagessen bezahlt.

Wir diskutieren mit der Umweltministerin, dass alle Schulen den großen Speedmaster-Kocher nutzen müßten, das würde dem Land viel Geld sparen. Das Land kauft besonders teuer bei den Holzhändlern ein, und dann noch riesige Mengen. Aber es kommt so richtig keine Begeisterung dafür auf, ich habe den Eindruck, irgend jemand in der Schulverwaltung hat kein Interesse Geld zu sparen, erhält er vielleicht von den Holzhändlern ein kleines Zubrot?

Wenn Du das alles hörst und erfährst kann man den Glauben an den Fortschritt fast verlieren. Aber wir machen weiter und sind dankbar für Eure vielen Vorschläge. Aber ich habe Yahaya als Partner in Nigeria und Romain als Partner in Madagaskar, was sollen sie noch alles an Aufgaben übernehmen? atmosfair wirft uns Knüppel zwischen die Beine, weil wir mit dem Monitoring nicht so recht nachkommen und droht mit Lieferstopp.

Liebe Leute, es gibt bereits genug zu tun, habt bitte Verständnis.


Betreff: Gemeinschaftsküchen

Datum: Tue, 22 Apr 2014 13:54:20 +0200

Von: Udo Fredmueller

Hallo Bernd, Hallo effizientes Kocherteam !!!

aber eine Gemeinschaftsküche kann unter den Prioritäten aufgenommen werden..

In Form solch einer gemeinsamen "Küchengestaltung" könnte behutsam einem größeren Menschenkreis die sparsamere und bessere Vorgehensweise nahegelegt werden...

Ich sehe das nicht so abweisend!!

Wir würden natürlich auch nicht gerne unsere Essenszutaten in eine Gemeinschaftsküche tragen --- aber wenn die Notlage es erforderlich macht ---- eben schon! Auch wir im Wohlstand wären dann froh, wenn "community kitchen" zur Verfügung stehen würden.. Wie auch bei uns in Düsseldorf z.B. bei den Franziskanern!!!!!

Bernd - eine Gemeinschaftsküche braucht ja keine Dauereinrichtung werden... Sie soll nur dazu dienen, dem Dorf "X" anschaulich zu zeigen, dass Speisenzubereitung und Konservierung auch anders möglich ist --- oder nenne es einfach "Schulküche" - die nachwachsenden Generationen klar machen kann, dass es soooo nicht weitergehen kann,wie Ihr "ALTEN" es bisher gemacht habt.

Mit Sicherheit gibt es geeignetes Personal dafür. Romain oder Yahaya mögen lediglich gefragt werden, ob sie sich in ihrem Land vorstellen könnten, solch eine Einrichtung ins Leben zu rufen??

Bernd - der Vorschlag von Dieter Seifert passt auch gut in das hoffentlich bald realisierbare Projekt " Brot gegen Not" (Bäcker Kampsstiftung) und die Begeisterungsfähigkeit von Oliver Flodmann – was die Ausbildung von Bäckern betrifft. Wenn die Menschen sehen, dass es auch ohne Holz möglich ist an Energie zu kommen, werden sie die Schwelle zur Alternative schneller finden.....und wenn die Menschheit es dann immer noch nicht begreift, wird die Natur noch mehr "zurückschlagen" - als eh schon!!!

Das hat mit Besserwisserei nichts zu tun. Alles ist ein Versuch! Und um effizienteres Kochen und Konservieren von Nahrungsmitteln besser zu verbreiten, sollten alle Register gezogen werden, die möglich sind.! (pdf Technik nach menschl. Mass)


Betreff: Gemeinschaftsküchen

Datum: Tue, 22 Apr 2014 06:46:49 +0200

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Hallo Bernd und Gruppe,

mein Vorschlag mit der Gemeinschaftsküche bezog sich auf Deine Email vom

15.4.2014, 23:28 Uhr, in der Du von der Situation in Madagaskar geschrieben hast:

"Wir haben dann überlegt, wie man die Überlebenschancen der Dorfbewohner

vergrößern könne. Für jede Familie einen Ochsen und Pflug wäre eine Möglichkeit, eine Diversifizierung eine zweite. Bisher wird hauptsächlich Maniok angebaut, daneben Mais, Erdnüsse und Wassermelonen. Wenn die Ernte aber gerade für den eigenen Bedarf reicht und davon nichts mehr verkauft werden kann, muss man schauen, ob es weitere Anbaumöglichkeiten gibt. Z.B. wächst bei Romain auf der Ecolodge Mango und Papaya, aber es wird nur zur Erntezeit gepflückt und alles sofort verzehrt, zur Aufbewahrung fehlen Konservierungsmöglichkeiten. Da wären zum einen die Solartrocknung und die Saftherstellung einschl. der Bag-in-Box Aufbewahrung, andererseits aber auch der Anbau von Moringa.

Diese Wunderpflanze ist in Madagaskar zwar bekannt, aber es wird lediglich als Zusatz zu Reisgerichten genutzt, von den vielen anderen Möglichkeiten ist dort nichts bekannt. Ich habe Romain sofort eine Seite aus Wikipedia kopiert und er könnte sich schon vorstellen, dass die Bauern auf einer neuen Fläche Moringa anbauen und die getrockneten Blätter an die Touristen verkaufen."

Du hattest also von Überlebenschancen geschrieben und ich war der (anscheinend naiven) Meinung, dass es sich um eine Notsituation handelt, zu deren Überwindung Du Vorschläge erwartet hast. So viel ich weiß, sind auch hier in D inzwischen viele Menschen für Gemeinschaftsküchen, oder wie immer man sie nennen mag, dankbar, aber es war nicht an eine von außen organisierte und betriebene Einrichtung gedacht. Udo hat auf den wichtigen Punkt der notwendigen Eigeninitiative hingewiesen.


Betreff: Gemeinschaftsküchen

Datum: Tue, 22 Apr 2014 01:52:41 +0200

Von: Bernd Blaschke

Hallo Leute,

natürlich verfolgen wir alle die Diskussion, aber 1. es gibt Prioritäten und 2. bin ich der Meinung, dass die Idee einer Gemeinschaftsküche nicht realisierbar ist. Würdet Ihr hier in D Euere Essenszutaten in eine Gemeinschaftsküche tragen? Das funktionierte früher gerade noch mit dem Dorfbackofen, aber von einer Gemeinschaftsküche habe ich nur in Verbindung mit WG's gehört. Wir muten den Menschen gleich eine Mehrfachrevolution zu: mit Solarenergie kochen und dann noch in einer Gemeinschaft. Sorry, das wird nicht funktionieren.

Ich will eine andere Information hier Euch vorsetzen, der gute alte Solar-Parabolkocher scheint noch zu leben. In den USA am MIT hat eine Studentengruppe einen neuen Solarkocher entwickelt, der einige Vorzüge zu besitzen scheint, allerdings auch einen stolzen Preis besitzt. High Tec hat seinen Preis.


Betreff: Gemeinschaftsküchen

Datum: Mon, 21 Apr 2014 22:22:44 +0200

Von: Udo Fredmueller

Hallo Yahaya, Hallo Bernd,

bin oft in Gedanken bei Euch - jetzt durch den Terror mit Boko Haram ist Nigeria auch Bestandteil in den Oster-Fürbitten der Hl. Messe unserer Pfarrkirche Peter & Paul in Ratingen geworden.

Wahrscheinlich hat niemand auf den Vorschlag von Dr. Seifert reagiert. Ich bedaure das - zumal der Wissensstand CDM von Dieter Seifert mit Paul Krämer vergleichbar ist.

Vermutlich hat von unserer kleinen Gruppe das Thema kaum jemand verstanden bzw. nicht gelesen...

Es ist an eine Gemeinschaftslösung gedacht, bei denen Haushalte selbst aktiv teilnehmen können, also möglichst viel Eigenverantwortung der Betroffenen vorausgesetzt wird.

Die könnte folgendermaßen ausschauen:

Mehrere große Sparöfen - also nicht nur 4- 6 ltr-Töpfe, sondern auch bis zu 50 - oder sogar 100 Liter, gemauert mit Stahltöpfen und Kamin,

Einige einfache Trockner

Viele Warmhaltekörbe

Mehrere Parabolspiegel und Kochkisten

LED-Bleuchtung und späterer Option einer Biogas-Anlage.

Frage: Könnte dies in Kaduna organisiert werden ? Yahaya - mir ist klar, Du bist eh schon am Limit Deiner Belastung angelangt!!! Die Frage ist lediglich, ob so was denkbar wäre? und wenn nicht, habt Ihr einen Vorschlag, wo solch ein Pilot-Projekt umgesetzt werden könnte?

Es ist nicht an kostenlose Speisung gedacht der Dorfgemeinschaft - mehr an Schulspeisung - organisiert von den Eltern....

Falls dies nicht aufgeht, dann könnte ja der Vorschlag auch für Kasernen, Hospitäler, Internate, Kindergärten usw. angewendet werden......und würde L-H-L und insbesonders DARE landesweit bekannter machen, mit einem ausgeklügelten, ressourcenschonenderem Umgang beim Kochen Wegbereiter einer neuen Zukunftsperspektive zu werden.


Betreff: Ergänzung Gemeinschaftsküche

Datum: Fri, 18 Apr 2014 10:18:47 +0200

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Hallo Bernd und Gruppe,

leider habe ich keinen Kommentar zum Thema Gemeinschaftsküche bekommen,

aber weil sie ein Baustein sein kann, um die von Bernd dargestellte Not zu überwinden, möchte ich das Thema weiter vertiefen.

Ich lege einen Brief bei, den ich 1996 an Dr. Vorländer geschrieben habe, der eine Zusammenfassung der Diskussion in der damaligen Arbeitsgruppe enthält. Die Vorschläge sind noch immer aktuell. In der Gemeinschaftsküche könnten z.B. auch große gemauerte Öfen mit Abzug installiert werden, die einen hohen Wirkungsgrad, eine sehr hohe Lebensdauer und keine Rauchbelastung in der Küche haben.


Betreff: Grüße von Romain aus Madagaskar

Datum: Thu, 17 Apr 2014 12:56:59 +0200

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Hallo Bernd und Gruppe,

zur solaren Gemeinschafts-Küche möchte ich noch anmerken, dass sie die bekannten Probleme überwinden könnte, die immer wieder gegen das solare Kochen vorgebracht werden: a) Die Frauen seien alle tagsüber auf dem Feld; b) gekocht werde, wenn die Sonne untergegangen ist, c) die Handhabung des Solarkochers erfordere längere Schulung, d) die Warmhaltetechnik sei ungewohnt und wird nicht verstanden ….

Die Gemeinschaftsküche könnte von Köchinnen betreut werden, die mit der Zeit Expertinnen werden, die Haushalte könnten auch Thermoskannen mit abgekochtem, heißem Wasser bei der Gemeinschaftsküche abholen. Es könnte auch für die Touristen gebacken und Popcorn produziert werden, und nicht zuletzt: das Einkochen und Safterzeugen. Die FAO schreibt, dass bei vielen landwirtschaftlichen Produkten die Hälfte durch mangelnde Konservierungstechnik verloren geht.

In den Gemeinschaftseinrichtungen könnten alle Geräte viel intensiver genutzt werden. Es spricht also viel für diese Gemeinschaftseinrichtungen.


Betreff: Grüße von Romain aus Madagaskar

Datum: Wed, 16 Apr 2014 14:01:40 +0200

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Hallo Bernd und Gruppe,

ein Hinweis zum Solartrockner: Ich lege zwei Bilder eines sehr einfachen Solartrockners bei, den ein spanischer Freund von mir, Richard Guiu, entwickelt hat und der sich seit vielen Jahren bewährt. Er wird von der Gruppe alSol (in der ich Gründungs-Mitglied bin) verbreitet.

Auch zwei Bilder mit Produkten, die meine Frau mit dem Parabol-Solarkocher hergestellt hat, sind beigefügt. In einem Seminar "From Fossil Fire to the Sum" vom 15.-18. Mai 1996 in Neuendettelsau haben wir in unserer Arbeitsgruppe den Vorschlag von Frau Dr. Gabianu von der Weltbank besprochen, Solar-Gemeinschaftsküchen einzurichten.

Ähnliches war hierzulande üblich mit den Gemeinschaft-Waschküchen und anscheinend auch mit Gemeinschafts-Kühlhäusern. Es wäre also zu überlegen, eine Solar-Gemeinschafts-Einrichtung für die solare Konservierung von Lebensmitteln, vielleicht verbunden mit dem Stand für die Touristen, einzurichten. Zum Konservieren von Mango-Produkten kann Deepak Ghadia Näheres sagen.


Betreff: Mit Miscanthus Brei kochen ?

Datum: Thu, 03 Apr 2014 08:49:21 +0200

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Hallo Herr Fetzner,

zu Ihrer Frage und der Skizze möchte ich folgendes anmerken:

a) Beim Rühren des Breies wird üblicherweise der Topf festgehalten, wohl damit er sich nicht mitdreht. Dann wäre man aber mit den Händen an den Austrittsöffnungen der heißen Abgase.

b) Die Abgase würden schon in kurzer Zeit (in wenigen Wochen), vor allem die Auflage-Stellen oben am Ofen, wegkorrodieren, wenn Normalstahl eingesetzt wird. Der von Practical Action vorgeschlagene Kocher verdient nach meiner Meinung ebenfalls Beachtung.

c) Ein fehlender Rost bei der Brennstoff-Auflage ist problematisch.

d) Zur Messung der Abgaszusammensetzung bei den verschiedenen Brennstoffen haben Kaminkehrer wohl die richtige Ausrüstung und Erfahrung. Ich hatte das Glück, dass der Bezirkskaminkehrermeister hier in Neuötting wohnt und die Messungen kostenlos gemacht hat (s. PDD des Lusaka-Projekts). Falls es sich um Gräser handelt, ist wohl mit Stickoxiden zu rechnen.

e) zum Vermeiden des Rührens von dickem Brei kopiere ich meinen Hinweis vom 27.2.2014, der doch eine große Erleichterung bringen könnte:

Frau Dr. Eder, die mehr als 40 Jahre ihres Lebens in Zimbabwe als Missionsärztin wirkte, hat einmal berichtet, dass man Maisbrei im Warmhaltebehälter zu Ende kochen kann, so dass der sehr anstrengende Teil des Kochens vermieden wird. Vielleicht ist dies auch ein Hinweis zur Verbesserung des Kochens in Haiti. Das Rühren des dicken Breies über einem offenen Feuer gehört wahrscheinlich zu den gesundheitsschädlichsten Arbeiten weltweit, auch weil man dem Rauchgas mit Kohlenstoffmonoxid, Stickoxiden und den Rauchpartikeln ausgesetzt ist.

Ich finde es sehr gut, dass Sie Ihre Überlegungen und Ergebnisse zur Diskussion stellen.


Mit Miscanthus Brei kochen ?

Datum: Thu, 3 Apr 2014 08:03:58 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

Frau Klöcker stellt mich vor "gewaltige" Herausforderungen ! Sie meint, sehr richtig, ein Kocher dürfe nicht umfallen, wenn zäher Brei im Topf gerührt wird . Mit dieser Meinung steht sie natürlich nicht allein!

Das Problem hat mir in der Nacht den Schlaf geraubt . Heute morgen habe ich einen Brei-Kocher entworfen (Scan 0180.jpg) .

Dazu möchte ich gerne Eure Meinungen und Vorstellungen erfahren!


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Wed, 2 Apr 2014 16:37:58 +0000

Von: Chantal Kloecker

Lieber Herr Fetzner,

Können Sie uns bitte ein Bild von der neuen Öffnung + Krone schicken ?

Für mich ist wichtig für einen Kocher (ich spreche für die Frauen aus Atakpamé, mit denen ich gesprochen habe), dass 1) der Kocher mit Lehm (Ton) umhüllt ist, damit sie köcheln können. So würde ihr neuer Kocher ähnlich aussehen, wie der alte.

2) Außerdem kochen sie oft große Mengen, die sie mit sehr viel Kraft umrühren müssen: der Kocher muss stabil und nicht wacklig sein.

3) Der Brennstoff muss preiswert und praktisch sein: Miscanthus scheint optimal zu sein, es wächst ja überall (zumindest in der Regenzeit ). Wer weiß übrigens, ob der Miscanthus in der Trockenzeit immer noch vorhanden ist? Und noch was: muss der Miscanthus zuerst getrocknet sein?

4) es ist wunderbar, wenn man den Miscanthus so leicht mit der Machete schneiden kann!!! Das Brikettieren wäre für mich ein großes Hindernis.

All diese Sachen sind so schön, dass man eine größere Menge Miscanthus in Kauf nehmen kann.

Wer denkt so… oder anders??


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Wed, 2 Apr 2014 18:20:30 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

Da es sehr vorteilhaft ist, wenn man Miscanthus mit der Machete in größere Stücke schneiden , in den Pyrolysekocher einfüllen und raucharm verbrennen kann , (ohne Brennkammer-Einsätze benutzen zu müssen) , habe ich heute 2 diesbezügliche Versuche durchgeführt . Vorher nahm ich 2 Veränderungen am Kocher vor .

1. Die Durchtritts-Öffnung für die Flamme wurde erweitert (damit kein Stau entsteht ).

2. Um der Flamme und den Heißgasen weniger Widerstand entgegenzusetzen wurde auf den Kocher eine "Krone" aufgesetzt , auf welcher der Topf sitzt . Diese Krone hat zwischen den Topfstützen viel freien Querschnitt für den Abzug der Heißgase !

Diese Anordnung hat den Vorteil, daß Miscanthus in einfacher Weise verbrannt werden kann . Ein weiterer Vorteil ist, daß die Köchin die Flamme gut sehen und überwachen kann!

Ein Nachteil ist allerdings ,daß die Feuerung weniger effizient ist!

Bei zurückliegenden Versuchen benötigte ich ca. 108 Gramm Biomasse pro Liter kochendes Wasser.

Heute waren 120 Gramm Biomasse (Miscanthus + Anfeuerholz) pro Liter kochendes Wasser erforderlich !

Können wir diesen Kompromiß eingehen ?

Es würde mich freuen, wenn zumindest eine Person diese Frage beantwortet!


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Tue, 1 Apr 2014 22:03:01 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

anbei sende ich einige Bilder des Pyrolysekochers ,der Miscanthus, Holzkohle u.u.u. effizient verfeuern kann.

005.jpg zeigt den Kocher , mit aufgesetzter 8-eckiger Herdplatte und Effizienzring .Unten befinden sich die Öffnungen für Primär- und Secundärluft .

012.jpg zeigt den Kocher , mit sternförmigen Topfträger und Topf aus Uganda. Gut erkennbar ist der Primärluftkanal

aus Profilrohr (20 X 50 mm) und die Secundärluft-Drossel aus gebogenem Blech .

Bei 011.jpg ist zu sehen , daß die Secundärluft auch seitlich eintreten kann!


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Tue, 1 Apr 2014 16:11:48 +0000

Von: Chantal Kloecker

Lieber Herr Fetzner,

Ich finde es sehr gut, dass Sie jetzt die Öffnung des SL auf Ihre Scans notieren.

Es ist nämlich für mich ein großes Rätsel, wie die Luft (egal ob SL oder PL) gesteuert wird. Wer kann mir dieses Problem erklären?


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Tue, 1 Apr 2014 13:22:59 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

schon vor längerer Zeit hat Willy angeregt, die Feuerung im Pyrolysekocher nicht nur durch Primärluft zu steuern sondern auch durch Secundärluft! Das bringt Brennstoff-Ersparnis ,sobald die Leistung des Kochers abnimmt!

(Das trifft auch für den Holzkohlekocher zu ,bei dem , zum "Köcheln" , die Luft gedrosselt wird!)

Willys Idee habe ich wieder aufgegriffen und umgesetzt .

Scan 0179.jpg zeigt den Versuch, bei dem, neben hoher Effizienz und minimalem Rauch ,auch eine maximale Ausbeute von Biokohle angestrebt wurde. Deshalb wurde ,sofort nach Verlöschen der Flamme, der Primärluftschieber völlig geschlossen (Pr. L. = 0 %)!

Der Versuch wurde durchgeführt im Pyrolysekocher nach Scan 0171.jpg, bei einer Außentemperatur von 8,5° C.

Die Steuerung bzw. Drosselung der Secundärluft ist einfach. Vor die zentrale Öffnung für Secundärluft wird ein gebogenes Blech gestellt, welches den Querschnitt der Öffnung zu ca 90 % verschließt . Dazu sende ich später ein Bild.


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Sun, 30 Mar 2014 10:54:57 +0200

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

abschließend zum Thema : Mit Miscanthus kochen und Biokohle erzeugen, sende ich Euch heute 2 Diagramme (Scan 0178 .jpg). Sie sollen deutlich machen, wie sich geringe Unterschiede bei der Brennstoff -Befüllung des Pyrolysekochers (Scan 0171.jpg) auswirken !

50 Gramm mehr Brennstoff als notwendig, um 6 Liter Wasser zu kochen, verkürzen die Kochzeit . Außerdem kann dadurch länger "geköchelt" bzw. die Wassertemperatur länger auf über 90 ° Celsius gehalten werden !

Ähnliche Erfahrungen kann man auch mit dem Holzkohle-Kocher machen !

Wäre das ein passendes Thema für das LHL-Seminar im Oktober 2014?


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Fri, 28 Mar 2014 22:30:04 +0100

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde,

wie angekündigt, sende ich Euch Bilder vom verstellbaren Basic-Kocher, der auch mit Miscanthus (gebündelt) befeuert werden kann.

IMG 0240 zeigt den Kocher, mit vorgelegtem Betonstein und Solartopf. Rechts, auf der Waage, liegt ein Miscanthus-Bündel (ca. 200 Gramm), welches mit einer Hand umspannt werden kann.

Links vom Kocher steht ein Lochblech-Zylinder. Davor liegt der Holzkohle-Rost, den ich beim Einsatz von Holzkohle, in die Edelstahl-Haushalt-Schüssel des Pyrolysekochers einlegen kann!

IMG 0241 zeigt die Draufsicht auf den Kocher, mit 3 Betonsteinen im Kocher, welche die Glut zusammenhalten sollen! Einige abgebrannte Miscanthus-Stängel sind noch zu erkennen.


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Fri, 28 Mar 2014 21:55:01 +0100

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde,

heute habe ich mehrere Koch-Versuche mit Miscanthus-Stücken durchgeführt und dabei versucht, OHNE Brennkammer-Einsätze auszukommen . Das ist sowohl mit 13 cm langen Stücken als auch mit 6 bis7 cm langen Stücken mißlungen . Die Feuerung war nicht beherrschbar , es bildete sich viel Rauch !

Mit Miscanthus, welches mit einer Machete geschnitten wird , kann nur "anständig" gefeuert werden, wenn ein Lochblechzylinder zentrisch in die Brennkammer eingesetzt wird (siehe IMG 0242).

IMG 0247 zeigt den Pyrolysekocher mit aufgesetzter Herdplatte und Effizienzring .

In Haiti läßt Pierre Güntert einerseits Pyrolysekocher produzieren und andererseits die nötigen Brennstoffe, in Form von Briketts, herstellen. In Madagaskar und Uganda kann das ebenso laufen. Miscanthus könnte von einigen "Brennstoff-Produzenten/innen "durch einen Leisehäcksler gejagt, in Säcke gefüllt und verkauft werden.

In dieser Form läßt sich der Brennstoff raucharm und effizient, OHNE besondere Vorrichtungen, (im Pyrolysekocher) verfeuern!

Im Leisehäcksler wird Miscanthus nicht nur zerschnitten sondern auch gequetscht!! Dadurch funktioniert die Pyrolyse besser und sie kann auch beherrscht werden!

In nächster Mail sende ich Bilder vom verstellbaren Basic-Kocher , der mit gebündelten Miscanthus-Stängeln befeuert wurde.


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Fri, 28 Mar 2014 09:20:19 +0100

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde,

im Rahmen des Benefizkonzertes am 6. April ( siehe Scan 0177.jpg) , werde ich u.a. den Pyrolysekocher ausstellen, der mit Elefantengras befeuert werden kann. Leider könnt Ihr, wegen der großen Entfernung , das Konzert und mich/uns nicht besuchen!

Ein zweiter Versuch, Miscanthus ohne Brennkammer-Einsatz zu verfeuern ist ,mit grobgehäckseltem Misc. gelungen (siehe Scan......) .

Im Diagramm habe ich aufgezeigt , wie die Primärluft geregelt werden muß, um eine raucharme und effiziente Feuerung zustandezubringen.

Ob es möglich ist, mit Miscanthus-Stücken ,wie sie mit einer Machete erzeugt werden können, "anständig" zu feuern, muß ich noch untersuchen ! (guter Vorschlag von Frau Klöcker und Bernd!)

Wie von Bernd vorgeschlagen, möchte ich möglichst ohne Brennkammer-Einsatz auskommen . Dazu sind noch einige Versuche erforderlich!

Zum besseren Verständnis werde ich noch einige Bilder senden (Kocher mit Herdplatte und Effizienzring) .

Der Boden des größeren Eimers wurde ausgeschnitten, um die Edelstahl-Haushalt-Schüssel einhängen zu können .

Die "Zacken", die Bernd meint, sind umgebogene Blechteile des Eimerbodens. Sie haben keine Bedeutung!

Nur dann, wenn der Pyrolysekocher als Holzkohlekocher genutzt wird ,legt man in die Schüssel einen Holzkohle-Rost ein .

Das Eimerblech ist nur 0,3 mm dick! Es wäre interessant zu erfahren, wie lange ein Pyrolysekocher aus Eimern hält, wenn er täglich zum Kochen genutzt wird!


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Thu, 27 Mar 2014 23:48:18 +0100

Von: Bernd Blaschke

Liebe Chantal, lieber Richard,

ich schließe mich Chantal an, da auch ich der Meinung bin, mit der Machete kann das Gras schneller und leichter grob gehäckselt werden als mit einem Motor-Gartenhäcksler aus dem Bauhaus.

Zu den beiden Diagrammen: ich vermute, dass auch mit dem fein gehäckselten Gras wenig Holzkohle übrig geblieben wäre, wenn Du auch hier das Feuer für 62 (statt 57) min unterhalten hättest.

Mich würde ebenfalls ein Foto des Kochers interessieren, denn die Zacken am oberen Rand kann ich nur ungefähr deuten. Handelt es sich um ein separates Zackenblech?

Bei den Materialangaben hätte ich zudem gewußt, welche Blechstärken die beiden Eimer besitzen.

Könnte der Kocher auch ohne den Einsatz "Lochblech" funktionieren, weil ich vermute, diese Lochblechtrommel wird nur zum Befüllen des Grases benötigt, kann aber vor

dem Anzünden herausgezogen werden. Damit spart man sich teures Material, denn es müßte vermutlich aus Edelstahl gefertigt werden.

Und zum Schluss: welche Bedeutung hat der Holzkohlerost noch?

Danke für deine ganzen Bemühungen. Wenn das tatsächlich auch im Praxisbetrieb erreicht werden kann, dass man mit grob gehäckseltem Miscanthusgras ein hervorragendes Kochergebnis erzielen kann, dann ja dann brechen neue Zeiten an.


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Thu, 27 Mar 2014 20:52:57 +0000

Von: Chantal Kloecker

Lieber Herr Fetzner,

Für mich ist es sinnvoller, mit grobgehäckseltem Miscanthus zu kochen, weil es einfacher ist, grobes Material zu beschaffen, wenn man keine Geräte hat. Mit der Maschette kann man leicht Miscanthus grob schneiden.

Haben Sie ein Bild vom Kocher mit dem Effizienring und der Herdplatte?


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Thu, 27 Mar 2014 13:17:39 +0100

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde,

die Entwicklung bleibt nicht stehen , es gibt immer wieder Neuigkeiten und Verbesserungen.

Für mich steht inzwischen fest, daß man Miscanthus nicht brikettieren muß, um es "anständig" zu verbrennen!

Heute habe ich den Versuch von gestern wiederholt, gleiche Menge Miscanthus,gleiche Menge Holz, gleicher Kocher, (Pyrolysekocher mit Herdplatte vom Holzkohle-Kocher + Effizienzring)!

Einziger Unterschied ist die Stückgigkeit bzw. der Feinheitsgrad des Brennstoffes!

Gestern wurde feingehäckseltes Miscanthus verwendet (Diagramm unten rechts)

Heute wurde, vom Gartenhäcksler, grob gehäckseltes Miscanthus verwendet! (Diagramm unten links)

Ich gehe davon aus, daß ALLE die Diagramme verstehen und keine weiteren Erklärungen erforderlich sind.

An dieser Stelle möchte ich die Frage an ALLE Kocherfreunde richten: Was ist sinnvoller, mit feingehäckseltem oder grobgehäckseltem Miscanthus zu kochen?


Betreff: Mit Miscanthus kochen u. Biokohle erzeugen

Datum: Wed, 26 Mar 2014 23:32:48 +0100

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

es wird Euch vielleicht interessieren, daß man aus gehäckseltem Miscanthus ( Elefantengras) sehr gut feinkörnige Biokohle herstellen kann. Diese läßt sich anschließend leicht zu TERRA PRETA weiterverarbeiten!

Heute habe ich mit 430 Gramm gehäckseltem Miscanthus und 70 Gramm Holz , im Pyrolysekocher (siehe Scan 0175 .jpg) 5 Liter Wasser zum Kochen gebracht . (Nach 27 Minuten kochte das Wasser, nach 57 Minuten betrug die Wassertemperatur noch 91 °Celsius)

Am Ende des Kochvorganges breitete ich die Biokohle flach auf dem Boden (belegt mit Steinplatten) aus . Nach wenigen Minuten war sie abgekühlt!

Ich denke, es ist ein großer Vorteil, wenn man die Biokohle nicht mit Wasser ablöschen muß!

Ist das richtig?

Die Biokohle, vermischt mit etwas Asche (vom Holz) wog genau 100 Gramm .

Auswertung : Biokohle zu Miscanthus-Einsatz = 100 Gramm zu 430 Gramm = 1 zu 4,3


Betreff: Mit Brennstoff Miscanthus kochen

Datum: Tue, 25 Mar 2014 19:07:17 +0100

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

wie angekündigt, führe ich weitere Versuche mit dem Brennstoff Miscanthus durch , wobei ich bestrebt bin ,(wie von Bernd Blaschke gewünscht ), den Brennstoff ohne aufwändige Zubereitung , im Kocher zu verbrennen.

Scan 0175 gibt detaillierte Auskunft über den Vorgang .

Dieser Versuch ist zufriedenstellend verlaufen ,weil ich auf die Oberfläche des Ringraumes (unterhalb der Secundärluft-Löcher ) einen Ring aus dünnem Blech gelegt habe !

Ohne diesen Ring ist ein gestriger, ähnlicher Versuch total mißlungen !

Leider ist "bequemes Kochen wie mit Holzkohle" nicht möglich, weil eine andauernde Feuerführung erforderlich ist !

Um "bequemes Kochen wie mit Holzkohle" zu ermöglichen, müßte Miscanthus pelletiert werden ! ! !

Willy erkundigt sich, ob ich ein Meßgerät zur Ermittlung der Feuchte von Miscanthus zur Verfügung habe. Leider besitze ich ein solches Gerät nicht! Er hat natürlich recht, die Feuchte eines Brennstoffes spielt eine große Rolle.

Heute befand sich längere Zeit ein Bündel Miscanthus auf der Waage und wurde von der Sonne beschienen.

Das Gewicht des Bündels hatte sich dadurch um 5 Gramm reduziert ! !


Betreff: Mit Brennstoff Miskanthus kochen

Datum: Tue, 25 Mar 2014 13:59:05 +0100

Von: Richard Fetzner

Liebe Kocherfreunde ,

wie man mit dem Brennstoff Holz kocht, müssen Frauen in Entwicklungsländern nicht lernen.

Frauen im abgeholzten Haiti müssen sich allerdings nach Holz-Ersatz-Brennstoffen umsehen und lernen, wie diese möglichst raucharm und effizient verfeuert werden können!

Miscanthus (Elefantengras) ist ein verfügbarer und brauchbarer Brennstoff (der auch in Deutschland zur Energiegewinnung angebaut wird) .Ca 20 km von meinem Wohnort ,durfte ich gestern Miscanthus, ganze Stängel, "ernten"!

Heute habe ich versucht, mit diesen Stängeln im Basic-Kocher Wasser zu kochen. Die ca. 3 Meter langen Stängel kürzte ich auf 60 cm und fertigte (verschnürte) 4 Bündel ,die man mit einer Hand umspannen kann. Diese Bündel brachten zusammen 630 Gramm Brennstoff auf die Waage.

Mit 30 Gramm Miscanthus-Blättern feuerte ich an und führte laufend ein Bündel Miscanthus nach. Innerhalb 24 Minuten kochten 5 Liter Wasser im Solartopf (28 cm Durchmesser), eingesetzt im Basic-Kocher von 29 cm Durchmesser!

Auswertung:

Stängel 630 g

Blätter 30 g

-------------------------

ges. 660 g

Rest - 230 g (nicht benötigter Brennstoff)

--------------------------

ges. Verbr. 430 g ....... spezifischer Verbrauch = 86 Gramm Brennstoff pro Liter Kochwasser

Bemerkung : Auf diese Weise Miscanthus in einem Nachführ-Kocher wie auch beim 3-Steine Feuer raucharm zu verfeuern ist zwar möglich aber nicht einfach! Ein raucharmes und zugleich effizientes Feuer erfordert volle Konzentration und Übung!!

Weitere Versuche mit Miscanthus sind vorgesehen.


Betreff: Energiewende

Datum: Fri, 21 Mar 2014 07:00:35 +0100

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Lieber Bernd,

die Folgen des Klimawandels können leider furchtbar viel schlimmer sein, als es die Berechnungen der Weltbank bzw. des Stern-Reports ergeben, weil dabei die Gefahren durch die Überschreitung der "Kipp-Punkte im Klimasystem" (Suchwort) nicht berücksichtigt sind, auch nicht berücksichtigt werden können, weil sich diese Überschreitungen einer Berechenbarkeit entziehen. Unter dem angegebenen Suchwort wird im Internet über diese Kipp-Punkte berichtet.


Am 21.03.2014 04:08, schrieb Bernd Blaschke:

Hallo Leute,

am Sonnabend besteht Gelegenheit, seinen Unmut über die "Energiewende"

zu äußern. Um 13.30 treffen sich die Befürworter einer richtigen Energiewende vor dem DBG-Haus in der Friedrich-Ebert-Str. und wollen zeigen, dass eine Energiewende anders aussehen muss als das, was die Große Koalitionm derzeit plant, also keine neue Kohlekraftwerke, kein Fracking und keine Totkürzung der EEG, mehr Energieeffizienz,

Dezentrale Energieversorgung.

In den Jahren 2.000 bis 2012 stieg der Anteil des Ökostroms in Deutschland pro Jahr um etwa 2%, in 2013 betrug der Anstieg unter schwarz-gelb nur noch unter 1%, nun will Minister Gabriel den Anstieg weiter drosseln. Wird die Installation von Solaranlagen und der Ausbau von Windrädern an Land weiter erschwert, werden wir mehr als 100 Jahre brauchen, um den vollständigen Umstieg zu erreichen. Deutschland hat sich aber völkerrechtlich verpflichtet, die Treibhausgase bis 2050 um etwa 90% zu reduzieren.

Die Folgen des Klimawandels werden nach Berechnungen der Weltbank siebenmal so teuer wie eine intelligent und rasch organisierte Energiewende. Es zeigt sich deutlich, dass die Regierung nicht wirklich an einer Energiewende interessiert ist. Es geht viel mehr darum, die Atom- und Kohlekraftwerke der großen Energiekonzerne gegen die regenerative Konkurrenz zu schützen. Dafür ist inzwischen auch jede noch so absurde Maßnahme recht. Möglicherweise sollen damit sogar die Weichen für eine erneute Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken gestellt werden.

Es lohnt sich, durch die Teilnahme an der Demonstration unserer Regierung zu zeigen, dass sie den falschen Weg beschreitet und die Gesellschaft schon viel weiter ist, wenn es darum geht, den Öl- und Gasverbrauch, der uns unnötig und gefährlich abhängig macht, durch die erneuerbaren Energien zu ersetzen.


Betreff: Nachhaltigkeit: Energiesparend kochen mit der Wonderbag

Datum: Fri, 7 Mar 2014 11:08:54 +0100

Von: Udo Fredmueller

unabhängig von der Entwicklung der neuen "efficiency"-generation" von Sparherden möchte ich Euch erneut auf die Warmhaltetechnik aufmerksam machen, der immer noch viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.

(ein kurzer Filmausschnitt von knapp 2 Min. ist beigefügt)


Betreff: Gedanken von Ursula Längle - Missionarin im Tschad

Datum: Thu, 27 Feb 2014 07:11:52 +0100

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Sehr geehrte Frau Längle,

Frau Dr. Eder, die mehr als 40 Jahre ihres Lebens in Zimbabwe als Missionsärztin wirkte, hat einmal berichtet, dass man Maisbrei im Warmhaltebehälter zu Ende kochen kann, so dass der sehr anstrengende Teil des Kochens vermieden wird. Vielleicht ist dies auch ein Hinweis zur Verbesserung des Kochens in Haiti. Das Rühren des dicken Breies über

einem offenen Feuer gehört wahrscheinlich zu den gesundheitsschädlichsten Arbeiten weltweit, auch weil man dem Rauchgas mit Kohlenstoffmonoxid, Stickoxiden und den Rauchpartikeln ausgesetzt ist.


Betreff: Gedanken von Ursula Längle - Missionarin im Tschad

Datum: Thu, 27 Feb 2014 13:59:09 +0100

Von: Dr.-Ing. Dieter Seifert

Ergänzend zu meiner Email möchte ich noch erwähnen, dass das Fertigkochen von dickem Brei im Warmhaltekorb dadurch gelingt, dass dabei das Quellen des Hirse- bzw. des Maismehls ohne Gefahr des Anbrennens erfolgt.

Vor einigen Jahren habe ich einen Leserbrief aus der Süddeutschen Zeitung über Haiti kopiert (s. Anlage), der vielleicht interessiert.

Welches Unheil von der Holzkohle-Nutzung ausgeht, ist noch kaum erkannt worden. Ich finde es sehr gut, dass Udo das so deutlich anspricht.


Betreff: Pyrolysekocher, Möglichkeiten ausloten

Datum: Mon, 24 Feb 2014 13:34:10 +0100

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde ,

Es hat schon einige Jahre gedauert, bis aus der "Benzin-Kutsche" von damals ein "Porsche" oder ein Rennwagen entstanden ist , wie wir alle wissen . Um brauchbare "Alltags-Fahrzeuge" zu entwickeln, mußten "grenzwertige" Autorennen durchgeführt werden!

Beim Pyrolysekocher sind ebenfalls weitere Entwicklungs-Schritte erforderlich bis zur "Reife"!

Mitten in dieser Entwicklung habe ich heute einen "grenzwertigen" Test durchgeführt, mit dem Ziel, die Möglichkeiten und Grenzen des Pyrolyse-Kochers auszuloten sowie noch vorhandene Mängel zu entdecken und zu beheben.

Als Brennstoffe habe ich Holz, Heu und Plastikmüll eingesetzt (siehe Scan 0163.jpg ). Dabei hat sich gezeigt, daß zur "umweltfreundlichen" und "menschenfreundlichen" Verbrennung von Plastikmüll ,der sehr energiehaltig ist, besondere Bedingungen erfüllt sein müssen .

Obwohl in einem indischen Slum teilweise mit Plastikmüll gekocht wird, den Kinder sammeln ,möchte ich das Kochen mit Plastikmüll nicht empfehlen! Wir wissen nicht, welche giftigen, im Extremfall tödlichen, Abgase dabei entstehen!

Gibt es darüber wissenschaftliche Untersuchungen? Hat Jemand eine Doktor-Arbeit über Pyrolyse und die dabei entstehenden Abgase geschrieben?

Hat die Makerere-Uni in Kampala Abgasanalysen durchgeführt ? Nolbert M.?

Im Übrigen : jährlich sterben mehr als 1,6 Millionen Menschen an den Abgasen "traditioneller" Feuerstellen!

Sowohl beim 3-Steine-Feuer als auch beim Holzkohle-Kocher entsteht giftiges CO !

Bei unseren Kochern wollen wir die Voraussetzungen schaffen, daß beim Kochbetrieb möglichst wenig CO entsteht .

Wir wollen afrikanischen Frauen und ihren Kindern nicht den Tod bringen mit unseren Kochern ! Deshalb ist es wohl nötig , daß künftig spezielle Abgasmessungen beim Kocher-Betrieb durchgeführt werden !

Wie wollen wir diesbezüglich vorgehen?


Gedanken von Ursula Längle - Missionarin im Tschad

Datum: Tue, 25 Feb 2014 11:36:01 +0100

Von: Richard Fetzner

Sehr geehrte Frau Längle ,

Es freut mich sehr, daß Sie sich gemeldet haben und damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung von Kochern leisten!

Wie Sie richtig feststellen, kann und muß unser Basic-Kocher noch verbessert werden . Damit auch runde Töpfe, wie sie im Tschad gebräuchlich sind ,gut und sicher im Kocher stehen, muß die Topf-Auflage aus einer "Triangel" bestehen bzw. aus 3 Rundstäben. Das ist leicht machbar.

Im Internet sah ich ein Bild ,auf dem 3 Frauen abgebildet sind, die zähen Brei kochen .... 2 Frauen halten den runden Topf an den Griffen (mit eingehakten Stangen) fest, die Dritte rührt den Brei!

(Auch der runde Topf, auf dem 3-Steine-Feuer mußte festgehalten werden)

Folglich muß der Basic-Kocher noch 2 Griffe bekommen, um ihn festhalten zu können!

Wenn der runde Topf IM Kocher sicher steht und fixiert ist ,muß er wohl nicht extra festgehalten werden.

An dieser Stelle möchte ich einwenden : Muß der Brei unbedingt STÄNDIG gerührt werden ? Könnte er nicht ,ab einem bestimmten Zeitpunkt ,abgenommen werden und, UNGERÜHRT, in einer "Kochkiste" fertiggaren?

Wenn das funktioniert, läßt sich viel Brennstoff sparen!

2012 habe ich in Uganda einen "Musterkocher" mit 3 Kochstellen gebaut , einen "Familienkocher"

2013 ließ ich in Uganda einen großen Herd mit mehreren Kochstellen bauen , mit dem ein kleines Krankenhaus versorgt werden kann!

Falls Sie im Tschad Bedarf für derartige Kochherde haben, sende ich Ihnen gerne Bilder und Baupläne hierzu!

Wie ich weiß, mangelt es Ihnen im Tschad nicht an jungen Frauen in Ihrem Heim für Mädchen, die wegen Genital-Verstümmelung geflohen sind. Solchen Frauen würde ich gerne zu einer sinnvollen Tätigkeit und einem "Zubrot" verhelfen ......Sie könnten mit fortschrittlichen, sparsamen und gesundheitschonenden Kochern Geld verdienen!

Auch die Herstellung von Briketts aus Biomasse könnte gewinnbringend für sie sein!

Am 6.April 2012 , abends um 18 Uhr findet in der katholischen Kirche in Untergrombach ein Konzert statt, zugunsten von Hilfsprojekten in Afrika.

Dazu und zu einem anschließenden Treffen lade ich Sie, zusammen mit Ihrem Mann, herzlich ein!


Betreff: Gedanken von Ursula Längle - Missionarin im Tschad

Datum: Mon, 24 Feb 2014 20:03:14 +0100

Von: Ursula Günther Längle

An Alle,

Das ist alles schön und gut,

aber 7 Liter Wasser, die kochen, sind noch kein Hirsekloß. Dazu muss der Topf mit rundem Boden so stehen, dass man mit beiden Händen einen großen Kochlöffel nehmen und den dicken Brei im Topf einige Zeit rühren kann.

Um das möglich zu machen braucht es noch einige Tests! Bisher gehen, meines Erachtens, alle diese Kocher von dem Gedanken aus, dass das Kochgut einfach „nur gekocht wird und dann gar ist“. Dem ist aber beim Hirsekloß kochen nicht so, da muss ein zäher Brei, zum Teil bis zu zehn Minuten, gut durchgerührt werden.

Die Idee sollte schon weiter entwickelt werden, denn natürlich ist es gut, wenn man in den Ländern wie Haiti und Tschad nicht mehr so viel Holz zum Kochen braucht.

Foto aus dem tschad


Betreff: feuern und kochen mit feuchtem Holz

Datum: Sun, 23 Feb 2014 23:20:28 +0100

Von: Richard Fetzner

Hallo Kocherfreunde,

Es ist wohl jedem bekannt , daß das Feuern mit frischem "grünen" Holz oder feuchtem Holz normalerweise mit viel Rauch verbunden ist . Raucharmes Feuern mit solchem Holz ist nur dann möglich, wenn viel Gluthitze vorhanden ist.

Seit mehreren Tagen versuche ich, gehäckseltes Birkenholz ,im Pyrolysekocher, raucharm zu verfeuern (das Holz wurde letzte Woche vom Baum geschnitten).

Versuche mit einem Lochblech-Zylinder im Pyrolysekocher sind fehlgeschlagen, die Rauchentwicklung war zu stark, da keine Pyrolyse stattfand !

Heute habe ich in den abgebildeten "Eimer-Kocher" (0214.JPG) 450 Gramm trockenes Holz, gemischt mit 300 Gramm grünem Birkenholz, eingefüllt und mit einem Teil des trockenen Holzes gezündet.

Nach 25 Minuten kochten 6 Liter Wasser. Da noch Flamme vorhanden war, wurde ein Liter Wasser zusätzlich in den Uganda-Topf mit 32 cm Durchmesser gegeben. Nach weiteren 10 Minuten, teilweise ohne Flamme, kochten 7 Liter Wasser.

Rauchentwicklung: minimal (in den ersten 3 Minuten tolerierbare Rauchentwicklung), wie bei Feuerung mit trockenem Holz !

Spezifischer Brennstoff-Verbrauch : 750 g / 7 l = 107 Gramm pro Liter Kochwasser.

Bei Bedarf sende ich das Diagramm hierzu !

Preisfrage : Wiviel Gramm Wasser mußte verdampft werden um die 300 Gramm Birkenholz zu trocknen ?

Wie groß ist der "bereinigte" spezifische Brennstoff-Verbrauch?

Weitere Frage : entstehen giftige Gase bei der Verfeuerung von grünem Holz?

Photo


Betreff: "Durchbruch der Düsseldorfer Dosen"

Datum: Wed, 19 Feb 2014 20:52:08 +0100

Von: Andreas Kontny

Guten Abend liebe Kocherfreunde!

Als ich gestern von Chantal erfuhr, dass sie den Pyrolyse Kocher Richard Fetzners hier in Düsseldorf hat, wurde ich hellhörig und wollte ihn gerne selber einmal testen.

Also brachte sie heute in der Früh den Kocher vorbei.

Nach meinem Test wurde mir klar, dass ich mit meinem Standpunkt, eine Primärluftregelung sei nicht ganz so wichtig, total falsch gelegen habe. Es ist schon wahnsinnig, wie stark man die Leistung regulieren kann...

Wer meine bisherigen DOSENKOCHER kennt, wird wissen, dass es bei mir eben solche Einrichtung zur Regelung der PL (Primärluft) nicht gibt.

Heute dann habe ich mich dann an das Thema PL herangewagt und meinen Dosenkocher dahingehend modifiziert, dass er nun eine FETZNERsche PL-Regelung besitzt (s. dazu meine Bilder)

Diese besteht zu 100% auch aus Dosen. Dabei habe ich den "Kanal" für die PL hergerichtet und hart verlötet. Wobei sich heraus gestellt hat, dass man unten am Kocher genauso gut Weichlot nehmen kann. Er bleibt immer Handwarm (naja zumindest aus Sicht eines Schmieds.)

Nun hat man bei geschlossener PL eine fast nicht leuchtende Flamme (= opt. Verbrennung), jedoch im Gegenzug verminderte Leistung und sehr starke Windempfindlichkeit. Bei der regulären Nutzung stelle ich daher ein "Zwischending" zwischen Blaubrenner und Rußflamme ein, sodass die Flamme gerade nicht den Topfboden erreicht.

Damit geht die "Ära" der ersten Kocher zuende. Ab sofort werde ich IMMER an die Regelung der PL denken.

Im Video sieht man den grandiosen Unterschied, was passiert, wenn man die PL zuerst zu hat und dann 100% öffnet.

Folgenden "Water Boiling Test" habe ich gemacht:

1l Wasser von etwa 15°C auf 100°C in bescheidenen 27min.

Verbrauch dabei: 78g Holzpelletts.

Gesamtes Fassungsvermögen: 165g Holzpelletts

Warum dauerte es so lange? - Ganz einfach:

Der Abstand Kocheröffnung-Topf war sehr groß (>2cm) und es war windig. Die Flamme wurde einfach "weggepustet" und erreichte nicht den Topf. Ich erwarte bei erneutem Test bessere Werte.

@Chantal und Udo, und wer sonst Interesse hat:

Ich würde gerne, wenn möglich, morgen Abend (nach 17:00) bei mir eine kleine Demo des Geräts machen, damit noch mehr Infos mit nach Togo genommen werden können. Geht das?

Freitag kann ich leider nicht.

@Richard:

ich schicke dir ein Päckchen mit etwa 1000g nasser Pappel. Kannst du mir nochmal deine Adresse geben? DANKE!

Es steht nun endgültig für mich fest, dass die Pyrolyse DER Weg ist, den man einschlagen muss. Man beachte hierbei die aktuellen Entwicklungen aus Bruchsal, wo es gelingt, ungepresste Brennstoffe zu verfeuern.

Mit dem kommenden Test mit nassem Pappelholz wird gezeigt werden, dass auch nasse Brennstoffe genutzt werden können.

Dann steht dem Kocher hoffentlich bald ein BAHNBRECHENDER WEG bevor!