LHL in der Presse - 2007

LHL-Projekt als Musterschule im Tschad empfohlen

Diepholzer Kreiszeitung, 1. November 2007

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LHL beim Evang. Kirchentag in Köln 2007

Auch beim diesjährigen Kirchentag war LHL wieder mit einem Stand vertreten. Aus Anlaß des Kirchentages formierte sich für den Bereich „Werkstatt Afrika“ im „Markt der Möglichkeiten“ ein Bündnis aus verschiedenen Organisationen, wobei Martin Zint von der Arbeitsgemeinschaft Erdölprojekt Tschad-Kamerun die Koordination übernahm. Der Zusammenschluß nennt sich „Rohstoffbündnis“. Eigentlich sollte jedes Land glücklich sein, viele Rohstoffe fördern und exportieren zu können. In der Regel aber sind Rohstoffvorkommen in Afrika ein Fluch für die betroffenen Regionen. Vor Jahren schon sagten afrikanische Teilnehmer bei einer Tagung in Loccum, dass sie jeden Tag darum beteten, dass man bei ihnen kein Erdöl finden möge. Ein überaus abschreckendes Beispiel ist Nigeria. Die Region im Süden, in der Erdöl gefördert wird, ist gekennzeichnet durch eine Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, durch verbreitete und krasse Armut und durch kriegerische Auseinandersetzungen mit Rebellen. Obwohl Nigeria zu den größten Erdölexporteuren der Welt gehört, sind Benzin und Petroleum im Landes selbst so teuer geworden, dass sie kaum jemand bezahlen kann, wenn sie denn einmal wieder verfügbar sind.

So war das vorrangige Thema des gemeinsamen Auftritts beim Kirchentag die Erdölförderung in Afrika. Daneben ging es um andere wichtige Rohstoffe wie Diamanten und z.B. Coltan, ein seltenes Roherz, das für die Produktion von Handys wichtig geworden ist. Bei Diamanten wie Coltan beuten regionale Warlords die Lagerstätten ohne Rücksicht auf Mensch und Natur aus. Die beachtlichen Gewinne werden dazu genutzt, kleine Armeen zu schaffen, was im Kongo und in Guinea zu jahrelangen Bürgerkriegen geführt hat.

LHL widmete sich einem anderen wichtigen Rohstoff, dem Rohstoff des kleinen Mannes, der immer rarer und teurer wird: Brennholz. In den Ländern südlich der Sahara liefert das Holz zum Teil über 90 % der gesamten Energie. Die Folge ist eine rasante und kaum vorstellbare Vernichtung der Bäume und Wälder. Das ökologische Problem ist schon lange erkannt worden, doch es fehlt der politische Wille, der heraufziehenden Katastrophe entgegenzuwirken.


LHL-Stand beim Ev. Kirchentag in Köln 2007

(v.l.) Dr. Paul Krämer, Jürgen Marquardt, Siggi Kühn aus Bautzen – davor der  SAVE80-Holzsparofen mit der Warmhaltebox ("Wonderbox")

Schon lange gibt es Bemühungen, mittels Solarkocher dem Brennholzmangel zu begegnen. Aber wie sich gezeigt hat, werden sie nur dann angenommen, wenn wirklich kein Holz mehr zur Verfügung steht. Da treffen holzsparende Herde auf eine viel größere Resonanz. So stellte LHL auf seinem Stand einen solaren Boxkocher und einen genial einfachen, aber hocheffektiven Holzherd vom Typ SAVE80 vor, der in Deutschland hergestellt wird. Dieser Herd benötigt nicht nur deutlich weniger Holz als die offenen Feuer, er ermöglicht auch die Nutzung von Zweigen und kleinen Holzstückchen, die sonst nicht beachtet werden, und garantiert zudem noch eine bessere und fast rauchfreie Verbrennung (s. den folgenden Artikel).

Das „Rohstoffbündnis“ stellte sich in einer vierseitigen Beilage zur TAZ zum Kirchentag der breiten Öffentlichkeit vor. Dazu gehörte auch ein Interview mit dem Bundespräsidenten Horst Köhler.


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Presseerklärung LHL vom 25.1.07


Bericht über die Arbeit von LHL e.V.

Kurz vor Weihnachten konnte J. Marquardt, der Vorsitzende von Lernen-Helfen-Leben e.V. , zwei Fotos aus dem Tschad per Email empfangen. Sie zeigen zwei Gebäude, die soeben fertig gestellt worden waren: das eine einen Klassenraum, das andere ein Gebäude mit zwei kleinen Zimmern für die Schulverwaltung. Beide Gebäude befinden sich in Moundou, der zweitgrößten Stadt des Tschad im Südwesten des Landes, und bilden den Abschluß der 2004 gegründeten gymnasialen Oberstufe. Dieses „LYCÉE D’AMITIÉ“ hat der Verein JARABE, der Partnerverein von LHL e.V., unter der Führung des Koordinators M. Kourkaou im wesentlichen aus eigenen Kräften geschaffen. Es gehörte schon eine gehörige Portion Gottvertrauen dazu, ein solches Projekt überhaupt zu beginnen, denn zu Beginn des dritten Jahrgangs waren die eigenen Ressourcen wirklich erschöpft. Der Verein LHL tat sein Möglichstes, um den Weiterbau zu ermöglichen. Zwei Mal wurde M. Kourkaou nach Deutschland eingeladen, in den Jahren 2005 und 2006, um selbst die Planungen und die Lebensum- stände in vielen Gruppen vorzustellen. So war er im März 2006 auch Gast der Vorstandssitzung des Agenda 21-Fördervereins in Diepholz. Das von ihm vorgetragene Projekt des Ausbaus der Bildungseinrichtungen von JARABE überzeugte, und so wurde mit großer Einmütigkeit beschlossen, dem Verein JARABE mit einem Zuschuß von Euro 2.500 unter die Arme zu greifen. So konnte der Aufbau vervollständigt werden. Ende Dezember legte der Verein JARABE dann seine Endabrechnung vor. Von den Baukosten von knapp € 10.000 wurden € 2.500 vom Agenda 21-Förderverein beigesteuert, von LHL e.V. insgesamt € 3.400, und die fehlende Summe wurde von JARABE aus eigenen Kräften beigesteuert. Es ist schon bewundernswert, was JARABE geschaffen hat, und man kann ohne Einschränkungen sagen, dass JARABE ganz vorn zu den am besten organisierten einheimischen Vereinen im Lande gehört.


Das Bild zeigt den Klassenraum Nr.6 des Lycées. Im Vordergrund ein durch Ziegelsteine vor Verbiß geschützter junger Baum.


Entwicklungshilfe, die diesen Namen verdient, kann nur dann nachhaltig sein, wenn es vor Ort afrikanische Partner gibt, die den Mut und die Ausdauer haben, über den Rahmen ihrer Familie oder ihres Clans hinaus zu denken. Das ist sehr schwer, wenn man täglich um das Überleben kämpfen muß. Wie arm die Menschen wirklich sind, ist nur schwer zu vermitteln. So gibt es z.B. für die 130.000 Menschen im Einzugsbereich von JARABE weder einen Arzt noch eine Hebamme und schon gar nicht einen Zahnarzt. Ein Lichtblick: seit Dezember 2006 ist es endlich möglich, über Mobilfunk ein Telefonat zu führen.

JARABE fällt es sichtlich schwer, die freiwillig übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Die Haushalte der Schulen müssen immer wieder angepasst werden, weil Schüler wegen Todesfällen in der Familie oder Erkrankungen nicht das vereinbarte Schulgeld zahlen. Auch im Umfeld der 2003 in der Nähe von Moundou begonnenen Erdölförderung breitet sich die Seuche AIDS aus. Um Schülern und vor allem Schülerinnen in solchen Notlagen zu helfen, hat LHL e.V. ein Hilfsprogramm geschaffen. Wer helfen möchte, kann auch noch den Vorteil erhalten, die Spenden steuerlich abzusetzen. Weitere Informationen unter Tel. 05445-1689.

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Ein Artikel der Westfalenpost in Soest vom 29.12.2006 über den Besuch der LHL-Delegation in London. (pdf 428 kb)