Ältere Berichte

Lernen -Helfen -Leben e.V.





I. Rückblick auf unsere Jubiläumsfeier 2008

Wir hatten ein ehrgeiziges Programm für die Feier des 20jährigen Bestehens von LHL e.V. entwickelt, wie schon aus den Hinweisen zu den Veranstaltungen im letzten Rundbrief zu ersehen war.


Im Rathaus in Diepholz: v.l. Yahaya, Dr. P. Krämer, Frau Othmani M. Kourkaou, A. Diop, Frau Habiba Ahmed – in der 2. Reihe: Prof. Dr. W. Schröder und J. Marquardt


Die Hauptveranstaltung fand im Rathaus in Diepholz statt. Die Diepholzer Kreiszeitung veröffentlichte darüber einen ausführlichen und guten Bericht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die kurzen Berichte zu den Projekten mit den verschiedenen Partnern. Vorgestellt wurden die Projekte von unseren afrikanischen Partnern selbst, von M. Kourkaou für den Tschad und von Y. Ahmed für Nigeria. Das Kongoprojekt wurde von H. Rothenpieler erläutert, und Martin Wobken stellte seine Aktivitäten im Brunnenbau im Senegal dar.

Vergleichbare Veranstaltungen fanden in Soest und Düsseldorf statt, jeweils verbunden mit einem Seminar. Die Zielsetzung bei diesen Veranstaltungen war vorrangig, LHL e.V. auch an diesen Orten einer größeren interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Die letzte Seminarveranstaltung in Barnstorf hatte sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche an die Themen der Entwicklungszusammenarbeit heranzuführen. Dazu hätten wir gern noch mehr Jugendliche als Teilnehmer gesehen.


In Soest: Mitglieder des Seminars bei der Vorführung des SAVE80

Die vielen Treffen der Beteiligten ermöglichten ein besonderes Erlebnis: wir lernten unsere afrikanischen Partner intensiv kennen, und auch die afrikanischen Partner konnten sich intensiv kennen lernen und austauschen.


Gemeinsames afrikanisches Essen im Franz-Jürgens-Berufskolleg Düsseldorf beim Agendatag am 19.9.08, gekocht von Habiba aus Nigeria

Dies war besonders ertragreich für den Tschad. M. Kourkaou konferierte mit dem Ehepaar Vogelsberger aus Paris, das im südöstlichen Tschad ein JARABE vergleichbares Projekt unterstützt, und zusätzlich mit A. Diop, der zur Leitung der kleinen landwirtschaftlichen Hochschule ESTAF in N’Djamena gehört. Gleichzeitig wurden die Kontakte nach Nigeria und zu M. Wobken in Senegal vertieft.

Neben den öffentlichen Veranstaltungen absolvierten unsere afrikanischen Gäste ein umfangreiches Programm von Unterrichtsstunden an Gymnasien, Realschulen und Berufsschulen, insgesamt etwa 20 verschiedene Veranstaltungen. Als Beispiel wird hier ein Bild von einem Seminar mit Schülern des Franz-Jürgens-Berufskollegs in Düsseldorf gezeigt, wo Frau Habiba Ahmed auf dem Schulhof parallel auf einem Drei-Steine-Feuer und mit dem SAVE80 ein Menu für die ganze Klasse zubereitete, das dann an einem sehr langen Tisch auf dem Schulhof gemeinsam verspeist wurde. An dieser Stelle sei auch Herrn Hubert Ackermann nochmals gedankt, der dies alles organisierte.


Milisor Kourkaou bei seinem Vortrag im Gymnasium in Syke bei Bremen

Das Ende der letzten Veranstaltung in Barnstorf ließ uns alle erleichtert aufatmen, jedoch für H. Rothenpieler begann dann die mühsame Büroarbeit der Abrechnung mit den Institutionen, die uns eine Förderung zugesagt hatten.

An dieser Stelle sei auch unseren Sponsoren der Jubiläumsfeier gedankt, unserer Hausbank, der Volksbank Vechta, und Herrn Koch.

Yahaya und seine Frau reisten umgehend wieder nach Kaduna zurück, wo ihre kleine Tochter sie sehnsüchtig erwartete – und nicht zuletzt jede Menge drängender Arbeiten.

M. Kourkaou, der noch zwei Termine in Gymnasien in Berlin wahrnahm, reiste dann für eine Woche nach Bad Lippspringe, wo er Gast war von B. Krewet, der im Jahre 2005 als SES-Experte dem Verein JARABE einen Besuch abstattete.(Rundbrief LHL November 2008)

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Etwas zur Vereinsgeschichte


Lernen - Helfen - Leben e.V. wurde 1988 in Barnstorf gegründet und hat heute seinen Sitz in Diepholz (Niedersachsen).
Geschäftsstelle: 1. Vorsitzender, Jürgen Marquardt, in 49377 Vechta, Achtern Diek 12, Tel. 04441-81343, email: marquardt(at)l-h-l.org

Seit Mai 2008 besteht ein Büro in Düsseldorf, Karolingerstr.16, Postfach 260124, 40094 Düsseldorf, bei H. Rothenpieler, Tel. 0211-312608,
Email: info(at)l-h-l.org

LHL e.V. ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt und hat laut Satzung u.a. folgenden Zweck:

Entwicklungshilfeprogramme zu stützen oder auch selbst zu verfolgen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung von Selbsthilfegruppen, Aktivierung und Koordinierung solcher Gruppen zu Eigeninitiativen. Stützung von Selbstversorgungseinrichtungen und Tätigkeiten, die in diesem Zusammenhang liegen, Förderung von Anlagen zur Gewinnung alternativer, erneuerbarer Energien.

LHL e.V. will anpassungsfähige Strategien entwickeln und verfolgen. Es soll dafür Sorge getragen werden, daß einheimische Zielvorstellungen unterstützt werden und das Aufpfropfen von überfremdeten Technologien und fremden Gewohnheiten mit all den Folgeerscheinungen im technischen, sozialen und kulturellen Bereich vermieden werden.

1. Gründung und Zielsetzung

Der Verein Lernen-Helfen-Leben e.V. (LHL e.V.) wurde im Jahre 1988 gegründet von einer größeren Zahl von aktiven und ehemaligen Ent- wicklungshelfern des Deutschen Entwicklungsdienstes, die während ihres Einsatzes in Ghana zu der Überzeugung gelangt waren, dass viele Investitionen im Rahmen der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit wenig nachhaltig waren. Hingegen gab es für kleinere Projekte, die von den Einheimischen gern realisiert worden wären, keinerlei Unterstützung. Die Vereinsgründung sollte dazu dienen, den in Afrika tätigen Entwicklungs- helfern Geldmittel und andere Unterstützung bei kleineren Projekten zur Verfügung zu stellen. Wie die Satzung verdeutlicht, sollte Entwicklung als umfassender Begriff verstanden werden. Dabei wurde das Prinzip der Graswurzelarbeit beherzigt und der Grundsatz „Small is beautiful“. Der Umfang der Projekte sollte der personellen Ausstattung entsprechen. Für die Entwicklung von LHL e.V. erwies es sich als sehr hilfreich, dass eine große personelle Kontinuität im Vorstand gewahrt blieb. So werden die Aufgaben des ersten und zweiten Vorsitzenden seit 1991 noch immer von denselben Personen wahrgenommen.


2. Die ersten Jahre

Um die aus Deutschland privat zur Verfügung gestellten Mittel auch nach- haltig anzulegen, wurde in Ghana ein Partnerverein gleichen Namens gegründet, dessen vorrangige Aufgabe es sein sollte, die aus Deutschland in Kleinprojekte vergebenen Kredite zu verwalten und in neue selbst- bestimmte Projekte vor allem von Handwerkern zu investieren. Das damals erfolgreichste Projekt war die Gründung einer Firma für die Produktion von Beton-Dachziegeln. Weitere nicht konsequent verfolgte Projekte waren ein Biogas-Projekt und ein Fischteichprojekt mit Tilapien.

Es stellte sich aber heraus, dass der ghanaische Partnerverein dem ehr- geizigen Ziel und seinen selbst gestellten Aufgaben nicht gerecht wurde und nach relativ kurzer Zeit auch seine Tätigkeit beendete. Darum nutzte LHL e.V. seine Verbindungen in den Raum Kumasi/Ghana über das Vorstandsmitglied von LHL e.V. Dr. med. John Owusu-Afram, der Regional- minister der Zivilregierung von Ghana vor dem zweiten Putsch von Jerry Rawlings gewesen war. Die folgenden kleinen Projekte zielten im wesentlichen auf die Verbesserung von Gesundheitsstationen und die Förderung des Schulbesuchs von Mädchen mittels Stipendien.


3. Der Tschad als neuer Partner

Im Jahre 1995 vermittelte ein beim DED in Tschad tätiges Mitglied von LHL e.V. einen neuen Kontakt zu einer Schule in Benoye im südwestlichen Tschad. In Benoye hatte der DED ein agrarökologisches Projekt begonnen. Der dort eingesetzte DED-Mitarbeiter Diplom-Agraringenieur Reinhard Hell-Neubert hatte diese neu gegründete Schule dadurch unterstützt, dass er in Deutschland auf privater Basis Gelder für den Bau von vier Klassen- räumen eingeworben hatte. Nach seiner Rückkehr suchte Herr Hell-Neubert einen Verein, der bereit war, die neue Schule, das Collège de l’Amitié in Benoye, weiterhin zu betreuen und zu unterstützen. Nach einer genauen Prüfung hat LHL e.V. diese Verantwortung übernommen in dem Bewusst- sein, dass Hilfe für Menschen in Tschad noch weit notwendiger sei als in Ghana. Ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Entscheidung war, dass die auf privater Basis gegründete Schule sich vor allem der Förderung von Mädchen widmen würde, was sich dadurch erreichen ließ, dass LHL e.V. bereit war, die Hälfte der Schulgebühren für die Mädchen zu übernehmen, was seitdem ohne Unterbrechung geschehen ist.

Das Collège entwickelte sich trotz der Gewaltexzesse in der Region im Jahre 1998 ausgesprochen positiv. So konnte die im Herbst 1998 in Benoye gegründete einheimische Organisation JARABE (übersetzt: Lasst uns das Land aufbauen) diese Schule in ihre Trägerschaft übernehmen. Mit der NGO (franz. ONG) JARABE fand LHL e.V. endlich einen kompetenten und verläss- lichen Partner, der jegliche gewährte Hilfe im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung einsetzte.

Beim Aufbau der Zusammenarbeit waren bis zum Jahre 2003 die in Benoye tätigen Mitarbeiter des DED überaus hilfreich. Auf die Initiative des letzten in Benoye tätigen DED–Mitarbeiters erklärte sich der DED-Tschad bereit, den Verein JARABE u.a. dadurch zu unterstützen, dass für 5 Jahre ein Gehalt für die Beschäftigung eines Koordinators gezahlt wurde. Für etwa drei Jahre wurde JARABE vom DED auch dadurch gefördert, dass ein Entwicklungshelfer mit Sitz in Moundou JARABE beim Aufbau der Vereins- strukturen beratend half. Weiterhin wurde JARABE vom DED unterstützt etwa bei der Einrichtung einer Werkstatt für Landwirtschaftstechnik usw.

Das größte gemeinsame Projekt zwischen JARABE und LHL e.V. fand im Jahre 2002 statt. Mit Hilfe einer Förderung durch das BMZ und die Nieder- sächsische Umweltstiftung konnte JARABE inmitten der Stadt Benoye ein CENTRE CULTUREL errichten, das mit einer Fotovoltaikanlage ausgerüstet wurde und damit zum ersten Mal im Ort die Möglichkeit bot, Fernseh- sendungen zu empfangen. Dieses Zentrum entwickelte sich sehr schnell zum kulturellen Mittelpunkt des Ortes, auch weil dort genügend Stühle und Tische und zudem ein durch eine Mauer eingegrenzter und gegen Sonne und Regen geschützter Raum zur Verfügung standen. Diese Einrichtung wird seitdem für viele Veranstaltungen der Erwachsenenbildung und Gruppentreffen genutzt. Zum selben Zeitpunkt wurde auch das Collège am Ort mit einer elektrischen Ausstattung auf der Basis einer Fotovoltaikanlage versehen, was die Nutzung von Computern und Druckern ermöglichte, letzteres vor allem zur Erstellung von Unterrichtsmaterial.

Neben den genannten Bereichen engagierte sich der Verein JARABE in vielen anderen Feldern. Gleich zu Beginn wurde ein Nähatelier ein- gerichtet, in dem Frauen zu Schneiderinnen ausgebildet werden und auch Nähmaschinen ausgeliehen werden. Dieses Projekt ist sehr erfolgreich. Es wurde weiterhin ein Lagerraum eingerichtet zur Einlagerung von Lebens- mittelvorräten, die direkt nach der Ernte zu günstigen Preisen gekauft werden. Dies sind nur zwei der größeren Projekte von JARABE, die mit Unterstützung durch LHL e.V. realisiert werden konnten.

Das ATELIER RURAL, die Werkstatt für Landwirtschaftstechnik, entwickelte sich aus kleinen Anfängen ebenfalls gut. Dort fand im Jahre 2004 ein größeres gemeinsames Projekt von LHL und JARABE statt, welches von LHL e.V. organisiert, das außer durch die Niedersächsische Umweltstiftung noch von 5 weiteren Vereinen unterstützt wurde. Es ging dabei um die Schulung von Handwerkern des Vereins JARABE im Bau von Solarkochern vom Typ PAPILLON, einem deutlich leistungsstärkeren Solarkocher als der bekanntere SK14 aus Altötting. Im Gefolge dieser Ausbildung hat sich das ATELIER RURAL zu einer renommierten Werkstatt für Landwirtschafts- technik entwickelt, welche auch von der Organisation FIAN, die im Tschad tätig ist, als Referenzwerkstatt ausgewählt wurde.

Wegen der schwierigen Situation des öffentlichen Schulwesens sah sich der Partnerverein JARABE immer stärker gedrängt, auf das Collège, das nur den Sek I-Abschluß vermitteln kann, noch eine gymnasiale Oberstufe aufzusatteln, ein Lycée. Da in Benoye dazu die Voraussetzungen nicht gegeben waren, wurde dieses Lycée de l’Amitié in der in 65 km Entfernung gelegenen Großstadt Moundou gegründet. Auch hier hat LHL e.V. den Bau und die Einrichtung mit eigenen und eingeworbenen Fördermitteln unterstützt. Eine dringend gebotene Schulerweiterung wird mit Hilfe von LHL e.V. gerade wieder vollzogen.

Wie das Collège hat sich das Lycée binnen kurzem eine beachtliche Reputation erworben, zum einen durch den großen Anteil von Mädchen, zum anderen durch die weit überdurchschnittliche Erfolgsquote. Das Lycée hat sich gleich beim ersten Durchgang landesweit unter die ersten drei Gymnasien emporgearbeitet.

Der Verein JARABE unter seinem Koordinator Milisor Kourkaou hat bedeutsame weitere Planungen, die sich auf die berufliche Ausbildung der Schulabgänger beziehen, vor allem der jungen Frauen. Diese Planungen werden schon seit dem ersten Besuch von M.Kourkaou und seinem Stell- vertreter. im Frühjahr 2005 gemeinsam entwickelt.


4. Weitere Projekte in Ghana

Wenn auch seit Mitte der 90er Jahre die Kooperation mit den Menschen in Tschad im Vordergrund steht, wurden auch weiterhin Projekte in Ghana verfolgt, die allerdings jeweils auf eine kürzere Zeit begrenzt waren. Das letzte Projekt fand in der Nähe von Akkra statt. Kern des auf 6 Wochen begrenzten und auch wieder von der niedersächsischen Umweltstiftung geförderten Projekts war die Ausbildung von einheimischen Handwerkern im Bau von einfachen Brunnen. Der damit beauftragte Projektleiter Herr Dipl-Ing. Martin Wobken, jetzt ebenfalls Mitglied von LHL e.V., weilt zur Zeit in Senegal, um dort die Vorbereitungen für ein größeres Projekt des Baus von Spülbrunnen vorzubereiten.


5. Entwicklungspolitische Bildungsarbeit

Entwicklungspolitische Bildungsarbeit ist gemäß der Vereinssatzung seit Beginn ein wichtiger Bestandteil der Vereinstätigkeit. Es wurden vor allem die Erfahrungen von DED-Mitarbeitern für Vorträge in Schulen und in der Öffentlichkeit genutzt. Höhepunkte waren die Besuche von Mitgliedern des Partnervereins Jarabe, die intensiv zu Begegnungen mit deutschen Schülern und Studenten in Diepholz, Vechta, Bremen und Berlin genutzt wurden.


6. Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Erdölprojekt Tschad-Kamerun

Seit 2003 wird in der DOBA-Region im südwestlichen Tschad Erdöl gefördert und durch eine 1.050 km lange Pipeline durch Kamerun zum Atlantik geführt. Das von der Weltbank geförderte Projekt sollte zu einem Vorzeige- projekt der Nutzung von Bodenschätzen werden. Es wurden sicher einige der sonst üblichen Begleiterscheinungen vermieden, vor allem dank des Engagements von EIRENE, Brot für die Welt und Misereor beim Aufbau der Zivilgesellschaft in der Region, im Grunde genommen aber war es die Bevölkerung in der Region, die in vielfacher Weise unter diesem Fremd- körper leidet. Das Gebiet von Benoye gehörte bisher noch nicht zu der Förderregion im eigentlichen Sinne, aber bei dem aktuellen Tempo der Erweiterung der Fördergebiete wird Benoye binnen kurzem auch zur Förderregion gehören – mit allen negativen Begleiterscheinungen.

LHL e.V. hat darum sei 2002 in der AG mitgearbeitet und auch an öffent- lichen Auftritten der AG aktiv teilgenommen, so bei den Kirchentagen 2005 in Hannover und 2007 in Köln.


7. Das Nigeria-Projekt

Seit Anfang 2003 ist mit dem Eintritt von Herrn Dr. Paul Krämer das Thema „Haushaltsenergie“ in der Vereinsarbeit ein Schwerpunkt geworden. Das erste Projekt dazu war die Schulung von Handwerkern in Tschad im Bau von Solarkochern. Später wurden auch Solartrockner gebaut. Es stellte sich heraus, dass ohne eine kompetente und ständige Betreuung der Nutzer die Einführung dieses neuartigen, aber leider recht teueren Systems ohne Nachhaltigkeit war. So dienten die hergestellten Papillons vor allem als Demonstrationsobjekte in Schulen und Hochschuleinrichtungen.

Die vielfältigen Kontakte im Bereich der Solarenergie-Experten führten im Jahre 2005 zu der Idee, vorrangig die Verbreitung hocheffizienter holz- sparender Herde zu fördern. Es kamen einige neue Mitglieder zu LHL e.V., die sich in diesem Bereich einsetzen wollten. Besonders die Herren P.  Krämer, Y. Ahmed und B. Blaschke untersuchten die wichtigsten Vertreter der hocheffizienten Holzsparkocher und ihre Wahl fiel schließlich auf den SAVE80 (andere Kandidaten waren ein techn. interessantes Kochermodell von Philips und der Pflanzenölkocher von BSH) . Als Standort kam nur KADUNA in Nigeria in Betracht, wo sich mit der Organisation DARE ein vertrauenswürdiger Partner anbot. Diese einheimische Organisation zeichnet sich dadurch aus, dass sie neben ihrem Eintreten für erneuerbare Energien in ihren Reihen sich bemüht, die in der Region bestehenden gravierenden Spannungen zwischen Muslimen und Christen überbrücken zu helfen. Dabei helfen auch die personellen Verbindungen zum mittler- weile weltweit beachteten INTERFAITH MEDIATION CENTRE in Kaduna. Im November 2006 wurde das Projekt der Einführung von SAVE80 in größeren Zahlen in Kaduna vorbereitet . Die Mitgliederversammlung von LHL e.V. hat im März 2007 dieses Vorhaben ausführlich diskutiert und einstimmig für gut befunden. So konnte im Mai 2007 konkret mit dem Projekt begonnen werden.


8. Gemeinnützigkeit

Dem Verein LHL e.V. wurde von Beginn an der Status der Gemeinnützigkeit zuerkannt.

LHL e.V. hat auch erwogen, sich ein Spendensiegel vom DZI geben zu lassen. Die dabei entstehenden Kosten standen aber in keinem akzep- tablen Verhältnis zum Nutzen. Seit über zehn Jahren hat sich die Zahl der Mitglieder von gut 50 und der Förderer kaum verändert, dasselbe trifft auch für die Zusammensetzung des Vorstands zu. Erst im Jahre 2007 wurde der Vorstand um drei Mitglieder aus dem Bereich des Kaduna- Projektes erweitert. Bisher wurde alle Vorstandsarbeit ehrenamtlich getan. Die in der Vorstandsarbeit entstehenden Unkosten wurden fast ausschließlich als Sachspenden dem Verein zur Verfügung gestellt.

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Mitgliederversammlung LHL 2008


Am Samstag, den 29. März fand die diesjährige Mitgliedsversammlung von LHL im Agenda-Haus Diepholz statt. Der Vorsitzende, Jürgen Marquardt gab zunächst einen Überblick über die Situation des Vereins und über das Schulprojekt im Tschad. Anschließend berichtete das Mitglied Yahaya Ahmed ausführlich über das Nigeria-Projekt zur Einführung des holzsparenden Kochers "Save80" im Norden Nigerias. Die Mitglieder waren von dieser Darstellung sehr beeindruckt. Schließlich berichtete H.Rothenpieler über das geplante Aufforstungsprojekt im Osten der Demokratischen Republik Kongo.
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Einige weitere Informationen zu früheren Projekten von LHL



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Partnerschaft


Seit 2008 hat LHL eine Partnerschaft mit dem französischen Verein L'Appel-Essone, der ebenfalls im Süden des Tschad tätig ist.